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Ein Reseller im Wandel der Zeit Systemhaus m/a EDV-Komplettlösungen feiert 15-jähriges Bestehen

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Grund zum Feiern hatte man bei der m/a EDV-Komplettlösungen GmbH in Fürstenzell im Landkreis Passau genug: Seit 15 Jahren versorgt das Unternehmen kleine und mittelständische Betriebe auf gleicher Augenhöhe mit moderner IT. IT-BUSINESS sprach mit Geschäftsführer Markus Mildenberger über die vergangenen eineinhalb Jahrzehnte in der IT-Branche.

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Seit 15 Jahren versorgen Markus Mildenberger und sein Team der Firma m/a EDV-Komplettlösungen niederbayerische Unternehmen mit Informationstechnologie.
Seit 15 Jahren versorgen Markus Mildenberger und sein Team der Firma m/a EDV-Komplettlösungen niederbayerische Unternehmen mit Informationstechnologie.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Themen Voice-over-IP und Virtualisierung treiben derzeit nicht nur die Umsätze der IT-Konzerne voran, sondern bewegen auch kleinere bis mittelgroße Systemhäuser. So stellte auch m/a EDV-Komplettlösungen für diese Bereiche im Jahr 2007 vier neue Mitarbeiter ein und bezieht in diesen Tagen zusätzliche Büroräume.

Diese Expansion und vieles, das nichts mit IT zu tun hat waren auch die Themen bei den Feierlichkeiten zum 15-jährigen Bestehen, bei der die Firmeninhaber Markus Mildenberger und Andreas Hackner etwa 160 Gäste begrüßten. Im Gespräch mit IT-BUSINESS ließ Mildenberger bei dieser Gelegenheit die letzten 15 Jahre noch einmal Revue passieren.

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ITB: Was war das schrägste Erlebnis in der 15-jährigen Firmengeschichte von m/a EDV-Komplettlösungen?

Mildenberger: Zwei Geschichten erzählen wir uns heute noch gerne: Es hat ein Kunde angerufen, dass wir mal vorbeikommen sollen um den PC zu prüfen. Der sei jetzt schon über ein Jahr alt, etwas langsam, und es könne daran liegen, dass die Zwischenablage voll sei, die müsse mal ausgeleert werden. Ein anderer kam in unser Geschäft und wollte ein Werkzeug bei uns kaufen oder leihen, und zwar einen ganz besonderen, kleinen Schraubenzieher. Auf die Frage, was er denn aufschrauben will, antwortete er, dass seine Festplatte komisch quietscht, und er sie schmieren möchte. Wir hatten das Werkzeug nicht, haben ihn aber zu einem Werkzeughändler geschickt, jedoch nicht ohne ihm zwei Tipps mit auf den Weg zu geben: Er soll vorher die Daten sichern, und er soll sparsam mit dem Schmiermittel umgehen.

ITB: Ihr erster verkaufter PC ging 1992 für 2.668 DM über die Ladentheke. Wie viel haben sie da noch an der reinen Hardware verdient?

Mildenberger: Ich denke, dass es etwa 25 Prozent, also ungefähr 580 DM waren. Allerdings war das mit drei oder vier verkauften PCs pro Jahr doch sehr überschaubar in der Gesamtsumme.

ITB: Und welche Spannen sind heute machbar?

Mildenberger: Die Spannen sind unterschiedlich, aber kontinuierlich schlecht. Gewährt ein Hersteller einem Händler zwei Prozent Bonus, behält ihn dieser meist nicht als zusätzliche Marge, sondern gibt sie nach unten an den Kunden durch. Wenn es heute Demo-Aktionen von Notebook-Herstellern gibt, in der ein einzelnes Gerät 200 Euro unter Standard-EK gekauft werden kann, finden Sie den Preis einen Tag später fast 1:1 in Ebay oder einem Portal wieder. Ganz zu Schweigen vom Verfall der Preise, im Bereich Displays sind es etwa 20 bis 50 Prozent pro Jahr.

ITB: Diesen Preisverfall mussten alle IT-Händler durchleben. Welchen Weg hat m/a EDV gefunden, damit umzugehen?

Mildenberger: Als erstes haben wir uns 1998/99 vom Privatkundengeschäft getrennt - mit einem weinenden Auge. Aber es war einfach nicht mehr rentabel. Wir legen den Fokus auf Geschäftskunden und rechnen Dienstleistung sehr sorgfältig ab. Heute kann uns im Prinzip keiner einen größeren Gefallen tun, als bei Media Markt ein Consumer-Notebook mit Windows XP (oder Vista) Home zu kaufen, und uns dann zu bitten, das Gerät in das Firmennetzwerk zu integrieren.

ITB: Mit welchem Hersteller haben Sie die besten Erfahrungen gemacht?

Mildenberger: »Nicht g‘schimpft ist g‘lobt gnua« heißt es bei uns in Niederbayern. (Anmerkung der Redaktion: »Nicht geschimpft ist genug gelobt«) In diesem Sinne möchte ich keinen Hersteller explizit aufführen. Wenn die Produkte und Preise stimmen, es eine persönliche Betreuung gibt, das Partnerprogramm passt, der Fokus klar auf dem Channel liegt und RMAs schnell abgewickelt werden, dann sind wir schon zufrieden.

ITB: Wenn Sie mit einer Zeitmaschine 15 Jahre in die Vergangenheit reisen könnten, was würden Sie anders machen? Würden Sie der IT-Branche überhaupt treu bleiben?

Mildenberger: Vor 15 Jahren hatte ich mein Abi noch nicht, also wäre es angebracht, nur 13 Jahre zurück zu reisen, weil ich auch keine Lust mehr auf Bundeswehr habe. Ich fühle mich wohl in dieser Branche, die so schnell lebt, die so viele Facetten hat, und in der man meistens keine Krawatte tragen muss. Auf die eine oder andere schlechte Erfahrung würde ich natürlich verzichten. Und wie bei jeder guten Zeitreise: Ich hätte die gesammelten Aktienkurse, Lottozahlen und Sportergebnisse der letzten 20 Jahre mit im Gepäck, sicher ist sicher, man weiß ja nie, wie sich das Geschäft entwickelt.

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(ID:2006124)