HSP Summit 2017 Systemhäuser führen den Mittelstand in die digitale Welt

Autor: Michael Hase

Mit ihrer Expertise sind Systemhäuser in der Lage, Cloud-Dienste bedarfsgerecht für Business-Kunden bereitzustellen, meint Hermann Ramacher, Geschäftsführer von ADN. Der VAD tritt zusammen mit Microsoft als Premium-Partner beim Hosting & Service Provider Summit 2017 auf.

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Hermann Ramacher, Geschäftsführer von ADN, beobachtet eine überproportional stark wachsende Nachfrage nach Cloud-Diensten.
Hermann Ramacher, Geschäftsführer von ADN, beobachtet eine überproportional stark wachsende Nachfrage nach Cloud-Diensten.
(Bild: ADN)

ITB: Sind die Angebote der großen Public Cloud Provider eher Bedrohung oder Chance für Systemhäuser und MSPs?

Ramacher: In diesem Zusammenhang von einer Bedrohung für Systemhäuser zu reden, ergibt wenig Sinn. Im Gegenteil: Public-Cloud-Angebote sind eine neue, große Chance für das Systemhausgeschäft. Die modernen Cloud-Angebote sind eine Realität, und die Herausforderung liegt für jeden Cloud-Anbieter darin, sie zuverlässig und bedarfsgerecht den Business-Kunden bereitzustellen. Ohne die Expertise des Systemhauses lassen sich hybride Einsatzszenarien von Cloud-Diensten bei Unternehmen vielfach nicht realisieren. Allein die Systemhäuser können den deutschen Mittelstand mit mehr als zwei Millionen Unternehmen erreichen und in die digitalisierte Welt führen.

ITB: Hyperscaler wickeln einen großen Anteil ihres Geschäfts direkt mit den Endkunden ab. Ist darin keine Bedrohung für den Channel zu sehen?

Ramacher: Das Direktmodell der Public-Cloud-Vermarktung würde ich mittel- bis langfristig für das Business-Kunden-Segment als wenig erfolgversprechend einstufen. Die Anforderungen des typischen Business-Kunden sind bei seinen hochkomplexen Infrastruktur-Welten mit rein standardisierten Schubladen-Services nicht zu erfüllen. Das individualisierte Customizing von Services und die Erbringung von dedizierten Cloud-Dienstleistungen sind das Gebot der Stunde.

ITB: Ein Blick in die Glaskugel: Werden Unternehmen ihren IT-Bedarf in fünf Jahren weitgehend – oder womöglich sogar ausschließlich – aus der Public Cloud decken?

Ramacher: Der Glaskugelblick liegt mir eher nicht. Nichtsdestotrotz ist eine IT-Bedarfsdeckung ausschließlich mittels Public Cloud Services schon denkbar. Kleinere Unternehmen beziehungsweise Dienstleister könnten diesen Weg in den kommenden Jahren Step by Step gehen. Dass wir bereits in fünf Jahren soweit sein könnten, dass alles aus der Cloud bezogen wird, sehe ich aktuell nicht. Wir bei ADN beobachten allerdings eine sehr schnell um sich greifende Adaption der Microsoft Cloud Services, insbesondere bei Office 365. Und wir sehen das wachsende Interesse von Systemhäusern, ihren Business-Kunden weitere Cloud Services zur Verfügung zu stellen. ERP-, CRM- und HR-Lösungen sind ebenfalls Cloud-Service-Trendsetter. Darüber hinaus sind es Backup-, Storage- und Archivierungs-Services, die Bedarf erzeugen. Diese Services sind höchst geeignet, um hybride Einsatzszenarien aufzubauen.

ITB: Heißt das, der Paradigmenwechsel ist zwar eingeleitet, wird aber in fünf Jahren noch nicht abgeschlossen sein?

Ramacher: Die flächendeckende Adaption von Innovationen hat ihren Zeitbedarf. In fünf Jahren wird die Public-Cloud-Nachfrage nicht gestillt sein. Und die Mehrheit der Unternehmen wird ihren IT-Bedarf nicht allein mit Public Cloud Services decken. Wie dem auch sei: Der Cloud-Service-Markt wächst in Deutschland, und er wächst überproportional. Eine große Chance für Systemhäuser. An ihrer Seite und an der Seite der MSPs, ISVs und VARs wird die ADN vom Cloud-Service-Markt bestimmt, so wie wir gleichzeitig versuchen, ihn ein Stück weit mitzugestalten.

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