Hausmesse SynIT mit schleichender Übernahme Synaxon will mit „Schweinepreisen“ mithalten

Redakteur: Sarah Gandorfer

Auf der Synaxon-Hausmesse lag der Fokus dieses Jahr auf der Online-Plattform SynMarket und dem Zentraleinkauf SynTrade. Mit geballter Einkaufsmacht will man den Billig-E-Tailern an den Kragen. Eher unauffällig hingegen geht die Übernahme der Kooperationsgruppe durch Finanzinvestor ARF Holding voran.

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Die Synaxon Vorstände (von links): Mark Schräder, Frank Roebers und Andreas Wenninger
Die Synaxon Vorstände (von links): Mark Schräder, Frank Roebers und Andreas Wenninger
( Archiv: Vogel Business Media )

Bei Synaxon hat man sich Gedanken gemacht, wie man den Kooperationsmitgliedern möglichst Ware zum genauso günstigen Einkaufspreis anbieten kann, wie sie verschiedene E-Tailer bekommen. „Schweinepreise“ sollen für die Partner künftig kein Thema mehr sein. Die Lösung: Mit dem zentralen Einkauf übernimmt der Bielefelder Konzern auch das Warenrisiko. „Für die Distributoren sind wir somit attraktiv, weil wir zum kalkulierbaren Partner werden“, erläutert Synaxon-Chef Frank Roebers das Konzept. Nehmen die Geräte nicht vollständig ab, werden diese über den eigenen Synaxon-Webshop verkauft.

Diese Idee machte die Hausmesse SynIT, welche Anfang Oktober stattfand, erstmals zu einer Order-Messe. In einem achtseitigen Flyer konnten die Reseller die ersten Angebote begutachten. Rund 1.000 Teilnehmer fanden sich in der Bielefelder Stadthalle zu dem Ereignis ein, darunter knapp 100 Hersteller und Distributionspartner.

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Der zweite Schwerpunkt lag auf der Online-Plattform SynMarket, die am 1. Oktober an den Start ging. Hier können die Verbundmitglieder ein Unternehmensprofil einstellen, sich untereinander vernetzen und Aufträge generieren. „Seit zwei Jahren löchern uns die Partner, dass sie mit anderen Partnern Geschäfte machen wollen. Mit SynMarket haben wir hierfür das passende Tool“, so Roebers. Doch das Zusammenbringen von Kooperationsmitgliedern untereinander ist nur der erste Schritt. Roebers schwebt eine Art „MyHammer“ vor: Der Kunde stellt seinen Auftrag ein und die Partner können Angebote dafür abgeben. Die dritte Stufe, welche bis 2012 umgesetzt werden soll, sieht eine Öffnung für die Hersteller vor.

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Übernahme am Laufen

Eher unauffällige hingegen erfolgt die Übernahme von Synaxon durch den Finanzinvestor ARF Holding. ARF-Geschäftsführer Bruno Fortmeier hat bereits 48 Prozent der Synaxon-Anteile erworben. Er startete schon 2008 mit dem Ankauf. Roebers hat seine Anteile bereits verkauft, die anderen Vorstände werden wohl folgen. „Wir gehen nicht davon aus, zum Zockerelement zu werden“, erklärt der Synaxon-Chef. „Die Anbahnung der Übernahme war sehr langfristig und es herrscht Einigkeit über die Unternehmensstrategie.“

Der neue Mehrheitseigner hat seinen Firmensitz auf Schloss Holte-Stukenbrock. Und genau dahin überlegt Synaxon in absehbarer Zukunft mit seiner Zentrale zu ziehen. Als Grund für den Umzug wird allerdings nicht die Nähe zu ARF genannt, sondern die Tatsache, dass dort die Gewerbesteuer niedriger ist als in Bielefeld.

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