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Windows Server 2008 und 2008 R2

Support-Ende für Windows Server 2008 und 2008 R2

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Das endgültige Support-Ende für Server 2008 steht vor der Tür. Höchste Zeit für Unternehmen zu handeln!
Das endgültige Support-Ende für Server 2008 steht vor der Tür. Höchste Zeit für Unternehmen zu handeln! (Bild: Microsoft / Joos)

Am 14. Januar 2020 läuft der Support von Windows Server 2008 und Windows Server 2008 R2 aus. Ab diesem Tag wird es keine Updates mehr für das Produkt geben. Das gilt auch für reguläre Sicherheitsupdates. Deshalb sollten Unternehmen jetzt schon mit der Planung beginnen, wie die Server ersetzt werden können.

Sobald der erweiterte Support von Windows Server 2008 und Windows Server 2008 R2 am 14. Januar 2020 ausläuft, erhalten Server keine Updates mehr. Das schließt auch SQL Server 2008 und SQL Server 2008 R2 ein, bei denen der Support sogar schon am 09. Juli 2019 ausläuft.

Der Support für Windows Server 2012 und Windows Server 2012 R2 wurde im Januar 2018 beendet, der erweiterte Support für Windows Server 2012 und Windows Server 2012 R2 endet im Januar 2023. Im Gegensatz zu Windows Server 2008/2008 R2 können Server mit Windows Server 2012/2012 R2 allerdings direkt zu Windows Server 2019 aktualisiert werden (In-Place-Upgrade).

Ein Betrieb von Servern über das Support-Ende hinaus stellt ein enormes Risiko für Unternehmen dar, da bei Problemfällen keine Unterstützung mehr gewährt wird. Hinzu kommt, dass viele Compliance-Richtlinien nicht mehr eingehalten werden, wenn ein Produkt keine Updates mehr erhält. Es lohnt sich also für Unternehmen bereits jetzt, mit der Planung zu beginnen, wie die auslaufenden Server ersetzt werden sollten. Hier stehen verschiedene Ansätze zur Verfügung.

Migration zu Microsoft Azure

Microsoft bietet die Möglichkeit, Server mit Windows Server 2008 und Windows Server 2008 R2 als virtuelle Server in Microsoft Azure bereitzustellen. Unternehmen erhalten so drei weitere Jahre Support für die Server. Die Kosten für diese Updates sind bei den Kosten für die VMs in Azure bereits enthalten.

Hinzu kommt, dass ein großer Teil der Software-Lizenzen angerechnet wird, und sich dadurch bis zu 80 Prozent der Lizenzkosten von Azure Virtual Machines einsparen lassen. Das wird über den Azure-Hybridvorteil errechnet. Wer seine Server lieber im eigenen Rechenzentrum betreiben will, kann die drei Jahre Extended Security Updates aber auch gezielt bei Microsoft buchen.

Die Anwendungen, die auf den lokalen Servern installiert sind, lassen sich natürlich ebenfalls zu Microsoft Azure übertragen. Hier muss allerdings mit dem jeweiligen Entwickler abgesprochen werden, ob dieser Cloud-Einsatz lizenziert ist und vor allem unterstützt wird. Nicht alle Anwendungen, vor allem nicht aus der Zeit von Windows Server 2008 und Windows Server 2008 R2, sind für den Betrieb in einer virtuellen Maschine oder der Cloud vorgesehen. Sind die Voraussetzungenn gegeben, unterstützt Microsoft Unternehmen mit Diensten wie Azure Migrate, um Server-Workloads und komplette Server als VM in Microsoft Azure zu migrieren.

Extended Security Updates über Enterprise Agreements

Kunden, die ein Abo-Modell mit Microsoft eingegangen sind und daher über eine Software Assurance oder ein Enterprise Agreement verfügen, können drei weitere Jahre Sicherheitsupdates über das Extended Security Update-Programm buchen. Hier werden allerdings nur Sicherheitsupdates der Stufen „Wichtig“ und „Kritisch“ bereitgestellt. Das Angebot ersetzt das bisherige „Premium Assurance“-Programm, das Microsoft nicht mehr anbietet.

Allerdings fallen dafür zusätzliche Kosten an: Microsoft berechnet für die Verlängerung bis zu 75 Prozent der Lizenzkosten. Den Support zu verlängern, wird für ein Unternehmen also sehr teuer. Die Verlängerung ist zudem für eine Dauer von maximal drei Jahren möglich. Wer seine Server mit Windows Server 2008 und Windows Server 2008 R2 in Microsoft Azure auslagert, muss hingegen nicht mit zusätzlichen Kosten für die Extended Security Updates rechnen. Hier sind die Updates automatisch mit dabei.

Wechsel zu Windows Server 2016

Generell empfiehlt Microsoft die Migration zu Windows Server 2016. Das Betriebssystem ist ausgereift, bietet viele neue Funktionen und stellt eine gute Grundlage für den Betrieb im Rechenzentrum dar. Allerdings steht auch Windows Server 2019 schon bereit. Daher würde es sich hier generell anbieten, auf die neuste Version zu wechseln. Auf der anderen Seite ist Windows Server 2016 stabil und verursacht beim Einsatz in Netzwerken in der Regel keine Probleme.

Für Windows Server 2019 gibt es aktuell immer noch nicht ausreichend zertifizierte Hardware, sodass viele Unternehmen besser auf Windows Server 2016 setzen sollten, bis Windows Server 2019 auf dem gleichen Stand wie Windows Server 2016 ist, was Unterstützung von Drittanbietern und Stabilität betrifft. Auch Windows Server 2016 bietet viele Neuerungen, wie die Integration der Container-Technologie.

Der Support von Windows Server 2016 soll im Januar 2022 enden (für den Mainstream-Support). Der Extended Support wird bis Januar 2027 laufen. Bis zu diesem Datum werden Sicherheitsupdates für Windows Server 2016 erscheinen.

Wechsel zu Windows Server 2019

Die Gefahr beim Einsatz neuer Version sind Fehler im Betriebssystem, die Server instabil laufen lassen oder sogar zu Datenverlust führen können. Bereits bei der Einführung von Windows Server 2019 und Windows 10 Version 1809 kam es zu Problemen mit Datenverlust. Microsoft hat die Versionen sogar zurückgezogen, um Fehler zu beheben. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass weitere Fehler auftreten können.

Der Vorteil beim Einsatz von Windows Server 2019 besteht jedoch darin, dass mit dem Storage Migration Service Daten und Freigaben schnell und einfach migriert werden können. Der Dienst gehört zum Lieferumfang von Windows Server 2016 und muss nicht gesondert lizenziert werden. Dadurch lassen sich Dateiserver sehr viel einfacher migrieren.

Als Quelle für diesen Dienst können auch Server mit Windows Server 2008 und Windows Server 2008 R2 genutzt werden. Windows Server 2019 kann auch Windows Server 2016 als Quelle für Dateifreigaben und die dazu gehörigen Daten verwenden. Bei diesen Vorgängen werden auch Berechtigungen übernommen.

Unternehmen, die auf Windows Server 2016 setzen, können bei Bedarf direkt zu Windows Server 2019 aktualisieren. Das gilt auch für die Aktualisierung von Windows Server 2012 und 2012 R2. Auch hier ist eine direkte Aktualisierung zu Windows Server 2019 möglich. Server mit Windows Server 2008 R2 lassen sich allerdings nicht direkt zu Windows Server 2019 aktualisieren.

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