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Die Politisierung des „grünen“ Rechenzentrums

Stromfresser im Rechenzentrum identifizieren und beseitigen

05.05.2010 | Autor / Redakteur: Wolfgang Goretzki* / Ulrich Roderer

Green-IT: Für das Rechenzentrum lohnt es sich, Stromfresser zu eliminieren.
Green-IT: Für das Rechenzentrum lohnt es sich, Stromfresser zu eliminieren.

Der Klimawandel und die Sicherung von Brennstoffen klettern in der politischen Agenda immer weiter nach oben. In Großbritannien wurde jetzt der europaweit erste Emissionshandel für Rechenzentrumsbetreiber eingeführt. Ziehen die EU oder andere Länder bald nach? Fest steht: Unternehmen, die sich bereits jetzt Gedanken um den Energieverbrauch ihrer Rechenzentren machen, sparen Kosten und sind gerüstet.

Aus Klimaschutz wird ein Klimamuss: Der hohe Energieverbrauch von Rechenzentren ruft langsam aber sicher die Politik auf den Plan. Am 1. April 2010 ist in Großbritannien das europaweit erste Gesetz in Kraft getreten, das Firmen dazu verpflichtet, sich aktiv mit dem CO2-Ausstoß ihrer Rechenzentren auseinanderzusetzen. Unternehmen mit einem Energieverbrauch über 6.000 MWh pro Jahr – dem entsprechen CO2-Emissionen von geschätzt 3.425 Tonnen pro Jahr aus elektrischer Nutzung – müssen Zertifikate kaufen, um ihre Emissionen abzudecken.

Je nach Höhe und der entsprechenden Position auf einer öffentlichen Rangliste locken finanzielle Anreize in Form von Bonuszahlungen – oder Geldstrafen für zu hohen CO2-Ausstoß sowie der Ruf als Umweltsünder. Das so genannte „Carbon Reduction Commitment (CRC) Energy Efficiency Scheme“ soll dazu beitragen, 80 Prozent Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2050 einzusparen.

Gesetzliche Auflagen vs. freiwillige Selbstbeschränkung

Die EU setzt im Gegensatz dazu ausschließlich auf freiwillige Selbstbeschränkung. Sie hat am 30. Oktober 2008 eine Initiative für Unternehmen ins Leben gerufen, die den Energieverbrauch ihrer Rechenzentren senken wollen. Ziel dieses „European Code of Conduct on Data Centres Efficiency“ ist der Aufbau eines standardisierten Systems zur „grünen“ Rechenzentrumsoptimierung sowie eines Pools an Best Practice Beispielen. Auch die niederländische Regierung ist bereits aktiv und belohnt seit 1997 Unternehmen, die in die Energieeffizienz ihrer Rechenzentren investieren, mit Steuererleichterungen. Darüber hinaus bieten nichtstaatliche Initiativen wie „The Green Grid“ den Unternehmen weltweit Beratung anhand von Best Practice Beispielen an und zeigen Möglichkeiten auf, wie der Energieverbrauch im Rechenzentrum optimiert werden kann.

Gesetzeslage in Deutschland

Müssen Betreiber von Rechenzentren in Zukunft auch in Deutschland mit der Budgetierung ihrer CO2-Emissionen rechnen? Im Kyoto-Protokoll hat sich Deutschland dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2012 den Ausstoß von Treibhausgasen um 21 Prozent zu reduzieren (gegenüber dem Stand von 1990). Beim UN-Klimagipfel in Kopenhagen im Dezember vergangenen Jahres hingegen wurden keine klaren Reduktionsziele für den Kohlendioxid-Ausstoß über 2012 hinaus genannt.

Gemäß einer Green IT Studie des Borderstep Instituts, die vom Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) in Auftrag gegeben wurde, entsprach der Stromverbrauch von Servern und Rechenzentren im Jahr 2008 rund 1,8 Prozent des Gesamtstromverbrauchs in Deutschland – allein für diese 10,1 TWh braucht es vier mittelgroße Kohlekraftwerke .

In Anbetracht dessen scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis auch in Deutschland ähnliche Maßnahmen wie in Großbritannien ergriffen werden. Auf EU-Ebene gibt es erste Diskussionen, ob Rechenzentren in den europäischen Emissionshandel „EU Greenhouse Gas Emission Trading Scheme“ (Directive 2003/87/EC) aufgenommen werden sollen. Bisher gilt das Gesetz nur für Kohlendioxid-Emissionen aus der Stromerzeugung und aus wenigen Industriesektoren wie Raffinerien oder der Eisen- und Stahlverhüttung.

Weiter mit Einsparpotenzialen

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