Spezial-Distributor für Storage und High Performance Computing erweitert Angebot für Partner Stordis will mit Acer-Tochter Gateway im Server-Markt Fuß fassen

Redakteur: Regina Böckle

Storage- und High-Performance- Computing-Distributor Stordis will Systemhäuser für das Geschäft mit Gateway-Servern begeistern. Der Hersteller verspricht 100-prozentige Channel-Treue. Interessant könnte dieses Business vor allem für ehemalige Sun- und LSI-Partner werden.

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Alexander Jeffries ist Gründer und Geschäftsführer von Stordis
Alexander Jeffries ist Gründer und Geschäftsführer von Stordis
( Archiv: Vogel Business Media )

Für den Value Added Distributor Stordis ist es ein Meilenstein, für dessen Systemhauspartner soll es einer werden.

Mit dem Vertrag des Server-Herstellers Gateway in der Tasche macht sich der ehemals reine Storage-Spezialist jetzt auf den Weg in den Server-Markt – mit einer wesentlichen Einschränkung: „Wir werden kein Commodity-Geschäft machen, sondern uns weiterhin klar als Value Added Distributor für High-Performance-Computing-Lösungen positionieren und uns nur auf die Technical- und Productivity-Linien fokussieren“, betont Stordis-Chef Alexander Jeffries.

Virtualisierung inklusive

Erstmals kann der Distributor und Kooperationspartner von Microsoft jetzt auch im Server-Bereich Komplettlösungen anbieten, mit vorinstalliertem Microsoft Server 2008 Hyper V, der Management-Software, die Gateway kostenlos mitliefert – „mit garantierten Performance-Werten“, fügt Jeffries nachdrücklich hinzu. Drei Jahre Support, inklusive europaweiten Vor-Ort-Services, gewährt Gateway auf seine Business-Server. Werden die Systeme mit Storage-Lösungen und Switches zu einer Lösung gebundelt, leistet Stordis selbst den Support.

100 Prozent Channel

Der Server-Markt ist allerdings auch in seinen High-End-Ausprägungen bereits hart umkämpft. Systemhäuser, die in diesem Umfeld tätig sind, arbeiten schon mit mindestens einem Hersteller zusammen. Damit musste auch schon Cisco beim Start seiner UCS-Linien zurecht kommen.

Weshalb also sollte sich ein eingefleischter HP-, IBM- oder Dell-Partner hierzulande auf Gateway einlassen? „Das Gateway-Server-Geschäft ist zu 100 Prozent ein reines Channel-Business – ohne jede Ausnahme. Garantie- und Support-Leistungen werden nicht nur angeboten, sondern auch ausgezeichnet umgesetzt“, verspricht der Stordis-Chef. „Außerdem sind die Systeme extrem flexibel und bringen eine integrierte, ausgefeilte Mangement-Software gleicht kostenlos mit“, führt Jeffries weitere Argumente ins Feld.

Für ehemalige Sun- und LSI-Partner allerdings könnte Gateway als alternativer Anbieter von besonderem Interesse sein. Denn vor der Übernahme durch Oracle unterhielt Sun im Storage-Bereich unter anderem ein OEM-Abkommen mit LSI und arbeitete obendrein eng mit Dot Hill zusammen.

Diese Allianzen kühlten nach der Akquisition durch Oracle merklich ab, wurden teilsweise gar ganz auf Eis gelegt. Über Stordis können die Partner jetzt wieder an diese Verbindungen anknüpfen, denn unter anderem zählt Dot Hill zu einem der Schlüssel-Hersteller im Porfolio des Distributors.

Zudem dürfte die Kundenklientel, die Gateway mit seinen High-Performance-Servern adressiert, vielen Sun-Partnern bestens bekannt sein: Es sind vorrangig Unternehmen, für die Netzwerk- und Computing-Performance geschäftskritische Faktoren darstellen, beispielsweise Medien und Banken, ebenso wie öffentliche Einrichtungen im Bereich Forschung, Wissenschaft und Lehre. Das Geschäft mit Forschung und Lehre hat Sun-Oracle in der Vergangenheit stark vernachlässigt und inzwischen fast komplett aufgegeben. Gateway könnte jetzt in diese Lücke stoßen.

Test- und Demo-Center

Stordis plant außerdem, für Systemhäuser ein eigenes Demo-Labor für Testkonfigurationen mit Gateway-Servern einzurichten. „Demo-Server und Testlabors für Cluster-Simulationen können Vertriebspartner heute schon direkt über Gateway nutzen“, merkt der Stordis-Geschäftsführer an.

Hohe Verfügbarkeit

Um sofort lieferfähig zu sein, lege Stordis Wert auf einen hohen Lagervorrat. „Die Erfahrung zeigt, dass wir deshalb auch bei Lieferungen ins europäische Ausland unsere Partner in der Regel schneller bedienen können als die Lieferanten vor Ort.

Nachbessern will Jeffries allerdings noch beim Online-Angebot. Ein Web-Shop soll demnächst ans Netz gehen. Geplant sind außerdem Online-Tools, die Systemhäusern das Cross-Selling erleichtern sollen, beispielsweise, indem zu einem Storage- oder Server-System die passenden Switches angezeigt werden.

Gateways weiter Weg nach Deutschland

Als Server-Anbieter, insbesondere im Bereich High Performance Computing, ist Gateway in Deutschland noch wenig bekannt, obwohl die Marke hierzulande schon einmal vertreten war. 2001 zog sich das Unternehmen aus Deutschland aber wieder zurück.

Im Dezember 2007 wurde Gateway vom taiwanischen Hersteller Acer übernommen, der sich kurz danach auch Packard-Bell unter den Nagel riss.

Erst im Februar 2009 legte Acer schließlich fest, welche Rolle Gateway spielen sollte: die der Premium-Mittelstandsmarke.

Im März 2010 schließlich übertrug die Acer-Gruppe das komplette Server- und Storage-Geschäft von Acer Deutschland auf Gateway. Parallel dazu wurde das dreistufiges Partnerprogramm vorgestellt. Gateways Vice President und Europa-Chef Antonio Papale erteilte dabei jeglicher Art von Direktgeschäft eine klare Absage.

Dieses Versprechen erneuerte jetzt Sean Stacey, Business & Development Manager EMEA, der für die Technical- und Productivity-Linien verantwortlich ist: „Ziel der Acer Group ist es, mit Hilfe einer Strategie, die sich vollständig auf den spezialisierten Channel stützt, das Vertrauen in diesen Markt aufzubauen.“

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