Politik soll an der Steuerschraube drehen um Konsum anzukurbeln Stimmung im Einzelhandel ist pessimistisch

Redakteur: Sarah Gandorfer

Der Index zum deutschen Einzelhandelsklima spiegelt die Wirtschaftskrise wieder. Von den Spitzenwerten im ersten Halbjahr ist nichts mehr zu spüren. Nun soll die Politik zum Einkaufen animieren.

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Das Stimmungsbarometer beim Einzelhandel deutet trübe Zeiten an.
Das Stimmungsbarometer beim Einzelhandel deutet trübe Zeiten an.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Konsumfreudigkeit der Verbraucher hat angesichts der angespannten Wirtschaftslage nachgelassen. Das schlägt sich auch auf das Stimmungsbarometer des deutschen Einzelhandels nieder. Laut den Analysten von BBE Retail Experts lag der höchste Wert für das Gesamtdeutsche Einzelhandelsklima im ersten Quartal dieses Jahres noch bei rund 105 Index-Punkten und ist nun auf 80 gefallen.

Die Händler sind skeptisch. Mit mittelfristigen Umsatzzuwächsen oder gar Gewinn rechnet kaum einer. Mehr als die Hälfte der Befragten rechnet mit Gewinneinbußen, knapp 40 Prozent stellen sich jetzt schon auf Umsatzrückgänge ein. Lediglich sieben Prozent erwarten in Zukunft eine verbesserte Konjunktur, während ein Großteil (40 Prozent) die Entwicklung als schlecht bis sehr schlecht einstuft.

Politik soll helfen

Sowohl der Hauptverband des deutschen Einzelhandels (HDE) wie auch der Markenverband befürchten einen weiteren wirtschaftlichen Abschwung im kommenden Jahr. Die Präsidenten beider Organisationen sind der Meinung, dass branchenorientierte Maßnahmen in Form von Subventionen oder staatlichen Krediten nicht der richtige Weg sind. Stattdessen setzten sie auf Steuerentlastung.

»Wenn die Bürger spüren, dass sie von ihrem Einkommen mehr zur eigenen Verfügung behalten, steigen die Ausgabebereitschaft und das Zutrauen, aufgeschobene Anschaffungen zu tätigen«, erklärt HDE-Präsident Josef Sanktjohanser.

»Das ist für den Handel und die Konsum- und Gebrauchsgüterindustrie gleichermaßen ein positiver Effekt«, führt der Markenverbandspräsident Franz-Peter Falke weiter aus. »Im Gegensatz zu Subventionen und Ausgabenprogrammen wirken diese Maßnahmen nachhaltig belebend auf unsere Konjunktur.«

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