Munich Re Cyberkriminalität richtet immer mehr Schaden an

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Die Ausbreitung der Digitaltechnologie geht mit einem kriminellen Boom einher, gegen die Sicherheitsbehörden offenkundig machtlos sind. Eine Datenanalyse des Rückversicherers Munich Re zeigt die wachsende Gefahr.

Munich Re zufolge haben Ransomware-Angriffe weltweit um ein Viertel zugenommen und die Zahl der Datenlecks habe sich verachtfacht.(Bild:  Gorodenkoff - stock.adobe.com)
Munich Re zufolge haben Ransomware-Angriffe weltweit um ein Viertel zugenommen und die Zahl der Datenlecks habe sich verachtfacht.
(Bild: Gorodenkoff - stock.adobe.com)

Ungeachtet vereinzelter Fahndungserfolge internationaler Sicherheitsbehörden erwirtschaften Cyberkriminelle von Jahr zu Jahr mehr Gewinne. Nach einer Analyse des Rückversicherers Munich Re haben die von Hackern und Cyberkriminellen weltweit angerichteten Schäden im vergangenen Jahr ein weiteres Mal zugenommen. Demnach könnte die Zahl der weltweiten Erpressungsattacken mit bösartiger Ransomware um ein Viertel zugenommen haben.

Betrugsfabriken

Industriellen Maßstab hat demnach auch das Scamming angenommen, bei dem Online-Betrüger ihre Opfer mit Hilfe gestohlener oder falscher Identitäten dazu bringen, Geld zu überweisen. Die Munich Re verweist auf Schätzungen, denen zufolge vor allem in Südostasien mittlerweile bis zu einer halben Million Menschen in „Betrugsfabriken“ für Online-Scammer arbeiten könnte.

Datenlecks verachtfacht

Die Einschätzungen beruhen zum Teil auf Daten von Sicherheitsbehörden und Cybersicherheitsdienstleistern, zum Teil auf eigenen Erhebungen des Münchner Dax-Konzerns. Einer der größten bekanntgewordenen Erpressungsfälle des vergangenen Jahres war die Attacke auf Change Healthcare, einen Verwaltungsdienstleister im US-Gesundheitswesen, bei dem die Täter nach den von der Munich Re zitierten Zahlen 22 Millionen US-Dollar erpressten und persönliche Datensätze von 190 Millionen Menschen stahlen.

Die Zahl der Datenlecks insgesamt könnte sich 2024 demnach auf 5,5 Milliarden betroffene Online-Accounts verachtfacht haben. Der höchste im vergangenen Jahr – von einem ungenannten US-Unternehmen – an Erpresser gezahlte Betrag wird auf 75 Millionen US-Dollar geschätzt.

Vier kriminelle Geschäftsmodelle

Neben Erpressung, Betrug und Datendiebstahl stehen laut Munich Re Cyberangriffe auf Lieferketten an vierter Stelle der am häufigsten zu beobachtenden kriminellen Geschäftsmodelle der Cybertäter. Doch sind demnach nicht alle Organisationen und Branchen gleichermaßen betroffen. Das größte Risiko Opfer von Hackerattacken zu werden, haben demnach Regierungen und Regierungsbehörden, gefolgt von Industriebetrieben und Technologiefirmen. Die Cyberfachleute des Rückversicherers warnen aber, dass auch Klein- und Kleinstfirmen häufig getroffen werden, weil diese oft nicht die notwendigen Schutz- und Abwehrmaßnahmen gegen Cyberangriffe einsetzen.

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