Garmin sucht ein zweites Standbein Spezialist für Navigationsgeräte setzt auch auf Smartphone-Software

Redakteur: Sylvia Lösel

Die Absatzzahlen bei Personal Navigation Devices (PNDs) sind noch immer traumhaft. Aber irgendwann wird auch dieser Markt gesättigt sein. Garmin, traditionell ein Hardware-Hersteller, will nun Smartphone-Besitzer von seiner Navigations-Software überzeugen.

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Mit der Garmin-Software soll das Smartphone zum Navigationsgerät mutieren.
Mit der Garmin-Software soll das Smartphone zum Navigationsgerät mutieren.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Software »Mobile XT« von Garmin verwandelt Smartphones mit integriertem GPS in vollwertige Navigationsgeräte. Das Programm, das für diverse Plattformen geeignet ist, und das Kartenmaterial werden auf einer SD-Karte ausgeliefert. Zur Routenberechnung ist keine Mobilfunkverbindung nötig, es fallen also keine weiteren Kosten an und die Navigation funktioniert auch in Gebieten mit einer schwachen Funkanbindung. Je nach Betriebssystem kann die Routenplanung über Eingabe der Adresse oder direkt über das Adressverzeichnis gestartet werden.

Mittels der Software kann auch auf die Online-Plattform von Garmin zugegriffen werden. Über einen kostenpflichtigen GSM-Datendienst können dann aktualisierte Verkehrs- und Wettermeldungen abgerufen werden.

Ein besonderes Feature: Mittels sogenannter Peer-Points können Anwender die eigene Position an andere Telefone senden oder die Position anderer Anwender in ihre Routenberechnung einfließen lassen.

Garmin Mobile XT mit Kartenmaterial für die DACH-Region und Tschechien kostet 99 Euro. Die Europa-Variante kommt auf 150 Euro (beides UVP).

Als Plattformen eignen sich: Windows Mobile, Symbian S60, Palm OS und Symbian UIQ.

Von der Hardware- zur Software-Lösung

Zu Beginn des Jahres hatte sich Garmin als Marktführer in Europa knapp vor Tomtom gesetzt. Denn Garmin verkaufte, laut dem Marktforschungsunternehmen Canalys, im zweiten Quartal weltweit 1,85 Millionen Navigationsgeräte und übernahm so die Vormachtstellung vor Tomtom, die mit 1,82 Millionen verkauften Einheiten knapp dahinter rangieren.

Beide Unternehmen bedienen traditionell den Markt der Personal Navigation Devices (PNDs), engagieren sich aber bereits seit längerem mit einem Online-Portal auch auf der Software-Seite.

Mit immer leistungsfähigeren Smartphones, die inzwischen oft einen GPS-Empfänger an Bord haben, werden Navigationslösungen für das Handy immer interessanter. Das belegen auch die Verkaufszahlen des Unternehmens Jentro, das sich mit seinem »Activepilot« bereits seit längerer Zeit in diesem Segment tummelt.

Es zeigt sich aber auch an dem erst vor wenigen Tagen bekannt gewordenen Kauf von Navteq durch Nokia. Die Finnen drängen in den Markt für die sogenannten »Location Based Services« (LBS). Diese könnten eine sprudelnde Einnahmequelle werden. Denn dank der LBS können Anwender ein Restaurant oder einen Arzt in ihrer Nähe abrufen. Diese Informationen lassen sich die Unternehmen dann auch bezahlen. Die Grundvoraussetzung dafür ist eine funktionierende Ortung und Routenführung. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Entscheidung von Garmin, jetzt auch Navigations-Software für Smartphones anzubieten, wegweisend.

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