Good-Morning-Editorial vom 22.06.2017 Spekulativ = spektakulär?

Autor: Wilfried Platten

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Laut Duden ist ein Gerücht „etwas, was allgemein gesagt, weitererzählt wird, ohne dass bekannt ist, ob es auch wirklich zutrifft.“
Laut Duden ist ein Gerücht „etwas, was allgemein gesagt, weitererzählt wird, ohne dass bekannt ist, ob es auch wirklich zutrifft.“
(Bild: Pixabay)

Sind andere Branchen auch so anfällig für Gerüchte? Mir scheint, die IT ist in dieser Hinsicht besonders gefährdet. Was habe ich in meiner jetzt fast 30-jährigen Verweildauer in der Szene nicht schon für abenteuerliche Stories gehört: manchmal hinterm roten Vorhang, manchmal hinter vorgehaltener Hand, aber fast immer mit dem Brustton des Insiders, der sich in der Exklusivität seiner geheimen Informationskanäle suhlt. Nur dran war meistens nichts.

Jetzt soll angeblich der chinesische Investor von Ingram Micro, die HNA Group, die Netze nach der 1,5 Milliarden Euro schweren Also ausgeworfen haben. Nichts Genaues weiß man nicht, aber schon schießen die Spekulationen ins Kraut. Gemach Freunde, Gerüchte sind keine Fakten. Man darf halt spekulativ nicht mit spektakulär verwechseln. Ganz abgesehen davon, was wohl die Kartellbehörden zu einer solchen Marktmachtkonzentration sagen würden? Zugegeben, das Szenario entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie, die zu grundsätzlichen Überlegungen über künftige Geschäftsmodelle der Distribution animiert. Aber darum kümmern wir uns dann, wenn es tatsächlich soweit ist, oder?

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Über den Autor

 Wilfried Platten

Wilfried Platten

Chefredakteur, IT-BUSINESS