Großes Entrümpeln am Potsdamer Platz Sony sagt Konzern-Bürokratie den Kampf an

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Schwarz, schön, flach, schnell – zu diesen Image-Attributen von Sony gesellt sich aus Händler-Sicht oft eines hinzu, das da nicht so recht hinzupassen scheint: »bürokratisch«. Sony ist eben auch nur eine Firma und gegen typische Konzernkrankheiten nicht gefeit. Doch der neue Chef gelobt Besserung.

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Am Potsdamer Platz wird Bürokratie abgebaut.
Am Potsdamer Platz wird Bürokratie abgebaut.
( Archiv: Vogel Business Media )

Jeffry van Ede, seit Anfang des Jahres an der Spitze des Sony-Konzerns in Deutschland, schreibt lieber mit Füller als mit dem sprichwörtlichen Rotstift. Denn mit dem Umzug der deutschen Landesniederlassung ins Berliner Sony-Center im Sommer 2007 hat der japanische Konzern eine umfassende Restrukturierung abgeschlossen. Die Einweihungsfeierlichkeiten im vergangenen Juni zelebrierte noch van Edes Vorgänger, Manfred Gerdes, zusammen mit Berlins regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit. Ende des Jahres räumte Gerdes dann überraschenderweise seinen Schreibtisch – zu einem Zeitpunkt, zu dem die Restrukturierung, die Firmensitzverlegung Köln-Berlin, vor allem aber zahlreiche Entlassungen endlich erledigt waren.

Van Ede, gebürtiger Niederländer, der seinen Dialekt selbst als »Rudi-Carell-Deutsch« bezeichnet, kann sich jetzt auf das Wachstum konzentrieren. 10 bis 15 Prozent will Sony hierzulande im Jahresumsatz 2008 zulegen, so die internen Planzahlen. Erreicht werden soll dies unter anderem durch Wachstum im Channel.

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Dazu wird das Partnergeschäft auf ein neues Fundament gehievt. Van Ede wird ein fünfstufiges Partnerprogramm aus der Taufe heben, das die Individualbedürfnisse verschiedener Partnerklassen im Tagesgeschäft besser berücksichtigt. Außerdem peilt er einen klassischen Vertriebsinnendienst an. Sony soll damit unbürokratischer und persönlicher werden. Van Ede geht dabei mit bestem Beispiel voran. Er setzt auf persönlichen Kontakt, schüttelt gerne Hände, und als Sony-Händler hat man durchaus die Chance, mal mit ihm zusammen ein Bierchen nach Feierabend zu trinken.

1990 startete der Sony-Chef seine Konzernkarriere. »Im Service-Bereich«, erzählt er und fügt hinzu, dass er damals noch nicht so recht wusste, wo er karrieremäßig hinsteuerte. Nun, 18 Jahre später, stellt sich diese Frage nicht mehr, denn der Manager ist ganz oben angekommen. Zumindest was Sony Deutschland betrifft.

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