Abkehr von der Distribution Softline verkauft schwächelnde Trademail

Redakteur: Regina Böckle

Softline hat die Software-Distributionstochter Trademail an eine Investorengruppe verkauft. Man wolle sich künftig stärker als Beteiligungsholding und IT-Dienstleistungskonzern positionieren, so die Begründung. Die neue Trademail-Mutter ist bereits Eigentümerin eines Distributors.

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Das Distributionsgeschäft scheint aus Sicht von Softline im Software-Umfeld nicht mehr lukrativ genug zu sein: Mit Wirkung zum 1. Juli hat die Softline AG heute ihre 100-prozentige Tochtergesellschaft, den Software-Distributor Trademail, an eine Investorengruppe verkauft. Um wen es sich dabei handelt, wollte das Unternehmen nicht bekannt geben. Es sei eine Gesellschaft, die heute bereits Beteiligungen im Distributionsmarkt hält, hieß es. Details dazu nannte Softline nicht.

Recherchen der IT-BUSINESS zufolge soll Tradmail auch unter dem neuen Eigner als eigenständiges Unternehmen erhalten bleiben.

Begründet wurde der Verkauf der Trademail damit, dass sich Softline künftig stärker auf Beteiligungen an IT-Dienstleistungsunternehmen fokussieren will. Dies hatte Softline-Vorstand Christoph Michel bereits im November 2008 angekündigt. Damals allerdings wollte man noch Synergien zwischen dem Software-Distributionsgeschäft der Trademail und dem IT-Dienstleistungs-Unternehmen Prometheus schaffen, das von Softline rund ein Jahr zuvor übernommen worden war.

Weitere Ursache für den Trademail-Verkauf sei die durch die „Wirtschaftskrise verursachte negative Entwicklung der Geschäfte im Distributionsumfeld“, so Michel. Zeitgleich gab die Softline AG bekannt, dass sie eine gemeinsame Absichtserklärung mit einem weiteren IT-Dienstleistungsunternehmen unterzeichnet hat, um dieses im Rahmen der geplanten Kapitalerhöhung zu erwerben. Den Namen gab dieses Unternehmen gab Softline ebenfalls nicht bekannt.

Zu den Gerüchten um Entlassungen bei Tradmail und den Umzugsplänen von Softline und Trademail bezieht der Softline-Vorstand auf der nächsten Seite Stellung.

Trademail zieht um

Zum 1. Juli zieht außerdem das Trademail-Team in Offenburg in ein neues Bürogebäude um. „Bislang hatten wir zwei Standorte: Die Büros lagen in der Innenstadt, was grundsätzlich teuer ist, das Lager war im Industrie-Gebiet angesiedelt. Für Trademail haben wir jetzt sehr schöne neue Räumlichkeiten Industrie-Gebiet gefunden, in dem Lager und Büros an einem Standort gebündelt werden können zu sehr viel günstigeren Konditionen“, begründet Michel diesen Schritt.

Auf die in den vergangenen Tagen kursierenden Gerüchte über massive Entlassungen bei Trademail konterte der Softline-Vorstand: „In der gesamten Softline-Gruppe – Prometheus, Trademail und Softline eingschlossen – sind Stand heute sieben Mitarbeiter weniger als vor einem Jahr beschäftigt. Alles andere sind unhaltbare Gerüchte.“

Softline-Niederlassung bei Prometheus

Der Hauptsitz der Softline-AG soll auch nach dem Verkauf der Trademail in Offenburg verbleiben. „Wir ziehen in das selbe Büro-Gebäude wie Trademail in Offenburg.“ Außerdem wird die Holding künftig mit einem eigenen Büro am Sitz der Dienstleistungs-Tochter Prometheus in München vertreten sein.

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