ITIL sorgt für Standards in den Unternehmensprozessen So manövriert sich Arxes-Nachfolger TDMI durch die Krise

Redakteur: Sarah Gandorfer

Die Eingliederung der ehemals zur TDM gehörenden Töchter in die Arxes NCC und umgekehrt sowie das Rebranding in TDMI sind fast abgeschlossen. Nun steht mit der Wirtschaftskrise eine weitere Herausforderung ins Haus. Wie CEO Hans-Jürgen Bahde diese angehen will, erklärt er im Interview mit IT-BUSINESS.

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ITB: Bei unserem Gespräch im vergangenen September war die TDMI noch mitten in der Neustrukturierung. Ihr Ziel war es damals, 2009 den gesamten Prozess abzuschließen. Wie sieht es mit der Erfüllung des Zeitplans aus?

Bahde: Die wesentlichen Schritte wie die Zusammenführung der Unternehmen haben wir bereits bis zum Ende 2008 vorgenommen. In den ersten beiden Quartalen dieses Jahres werden weitere wichtige Integrationsaktivitäten abgeschlossen. Dann erfolgt eine Stabilisierungsphase, um die Nachhaltigkeit der Integration sicherzustellen. Bis zum dritten Quartal werden die gesamten Integrationsprozesse vollzogen sein.

ITB: Hat Ihnen die Wirtschaftskrise keine Knüppel zwischen die Beine geworfen?

Bahde: Nein, sie hat uns nicht vom Kurs abgebracht. Wir haben unseren Integrationsplan durchgezogen. Konkret heißt das: Wir heißen seit November 2008 TDMI AG, alle Tochtergesellschaften haben ein einheitliches Geschäftsjahr, wir haben eine einheitliche Go-to-Market-Strategie, das Portfolio ist vereint und standardisiert, die Service-Einheiten wurden zusammengefasst und unsere Backoffice-Prozesse wurden vereinheitlicht.

ITB: Was haben Sie als nächstes vor?

Bahde: Nun geht es daran, das Geschäft auch in der Wirtschaftskrise stabil zu halten und möglichst sogar auszubauen. Nach dem ersten Quartal des ersten gemeinsamen Geschäftsjahres kann ich sagen, dass unsere Erwartungen voll erfüllt wurden. Die Ergebnisse liegen über den vergleichbaren Quartalen des Vorjahres und über unserer Planung.

ITB: Können Sie genauere Angaben zu den Zahlen machen?

Bahde: Als börsennotierte Aktiengesellschaft werden wir die Geschäftszahlen in absehbarer Zeit veröffentlichen.

ITB: Wird die Krise demnach überhaupt keine Spuren bei TDMI hinterlassen?

Bahde: Ganz so darf man das nicht sehen. Viele Kunden haben ihre IT-Budgets zurückgefahren. Von dieser Tatsache sind wir natürlich im Prinzip auch betroffen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite darüber, mit welcher Idee Bahde trotz der Wirtschaftskrise wachsen will.

ITB: Wenn Sie also sagen, Sie wollen das Geschäft gar ausbauen, dann haben Sie doch sicherlich schon entsprechende Pläne in der Tasche?

Bahde: Unsere Empfehlung heißt »Rightsizing – Kapazitätsmanagement ohne Kompromisse«. Als langfristiger Partner unserer Kunden empfehlen wir, nicht nach der Rasenmäher-Methode vorzugehen und überall gleichmäßig zu kürzen. Wichtig ist uns bei Rightsizing, dass es nicht um Arbeitsplatzabbau oder Ähnliches geht. TDMI stellt vielmehr die Frage, ob die IT der Kunden dort, wo das Geschäft, das Unternehmen sie fordert, richtig bemessen ist. Unsere Methode geht in sechs Schritten vor.

ITB: Die da wären?

Bahde: Erstens sorgt Rightsizing für die richtige Größe – nicht mehr Funktionen und nicht mehr Kapazität als nötig. Aber auch nicht weniger. Wir starten also mit der Frage, wie effektiv die IT ist und ob die Unternehmens-IT das richtige Leistungsportfolio hat. Was kann in der Krise auf später verschoben werden, was muss das Unternehmen selber bewerkstelligen, und wo macht es Sinn externe Services einzukaufen. Wichtig ist es auch in Krisenzeiten IT-Leistungen skalierbar zu halten.

Vorgehensweise von ITIL

ITB: Darf ich kurz unterbrechen? Das entspricht doch der Vorgehensweise von ITIL?

Bahde: Korrekt. Sie wissen ja, dass wir ITIL-Pioniere sind und eine 30 Kollegen umfassende Beratungseinheit haben, die mit Kunden die Themen IT Infrastructure Library, COBIT und Prozessmanagement behandeln. Wir bieten hier den Kunden einen anerkannten und mittlerweile nicht nur in Großunternehmen etablierten Standard.

ITB: was sind dann die weiteren Schritte?

Bahde: Schritt zwei ist Stabilisieren: Nach den schon erwähnten Lösungsansätzen für eine belastbare Grundlage in der IT sorgen und dabei die Menschen, die das Know-how tragen, nicht vergessen. Schritt drei steht für Optimierung: Am Beispiel von Datenmengen, die auch in Krisenzeiten anwachsen, zeigen wir, wie IT mehr aus vorhandener Kapazität in ihren Storage-Lösungen machen kann. Schritt vier ist die Wiederverwendung: Lernen, wie man modulare Bausteine in der Infrastruktur nutzt, statt ständig von Grund auf alles neu zu entwickeln; das führt uns auch zu den Konzepten von SaaS und Cloud Computing. Schritt fünf steht für Vordenken: Wie entwickelt sich die IT-Organisation vom Technologie-Lieferanten zu einem Services-Lieferanten; auf der Service-Ebene ist eine Steuerung der IT-Kapazität für das Geschäft wesentlich leichter als bei den Komponenten. Und zu guter Letzt braucht es noch ein Finanzierungskonzept: das ist Schritt sechs. Durch unsere eigene Finanzierungsgesellschaft TDMI Financial Services – ein Joint Venture mit der Deutschen Leasing – können wir sehr flexible und maßgeschneiderte Finanzierungskonzepte anbieten.

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