DDoS-Studie

So abwehrstark sind Unternehmen

| Autor: Sarah Böttcher

Trotz steigender Cyber-Angriffe sind zahlreiche Unternehmen nicht ausreichend auf diese vorbereitet. Über die Abwehrfähigkeit von Unternehmen gegen DDoS-Angriffe hat CDNetworks eine Umfrage durchgeführt.
Trotz steigender Cyber-Angriffe sind zahlreiche Unternehmen nicht ausreichend auf diese vorbereitet. Über die Abwehrfähigkeit von Unternehmen gegen DDoS-Angriffe hat CDNetworks eine Umfrage durchgeführt. (Bild: © Sergey Nivens - stock.adobe.com)

Einer Studie von CDNetworks über die Abwehrfähigkeit gegen DDoS-Angriffe zeigt, dass 83 Prozent der Unternehmen der Meinung sind, angemessen auf einen Cyber-Angriff vorbereitet zu sein. Hierbei handelt es sich allerdings um eine Fehleinschätzung.

Selbstüberschätzung und mangelnde Vorbereitung von Unternehmen gegen Cyber-Angriffe herrschen trotz rapide Angriffszahlen und -volumen, so die Ergebnisse einer aktuellen Studie von CDNetworks. Demzufolge ist die Mehrheit der befragten Unternehmen (83 Prozent) der Meinung, angemessen auf einen Angriff vorbereitet zu sein. Die Untersuchung ergab jedoch, dass es sich hierbei um eine Fehleinschätzung handelt, da 54 Prozent dieser Unternehmen in den vergangenen 12 Monaten trotzdem Ziel eines erfolgreichen DDoS-Angriffs waren.

Erhöhte Angriffszahl

Die Zahl der DDoS-Angriffe steigt weiterhin an: 2015 erhöhte sich die Zahl der Attacken gegenüber dem Vorjahr um ganze 200 Prozent. Seit 2016 zeichnete sich zudem ein deutlicher Trend in Richtung größerer Ausmaße der DDoS-Angriffe ab, so die Studienergebnisse. In der ersten Hälfte des Jahres 2015 kam es beim größten aufgedeckten Angriff zu Datenübertragungsraten von 21 Gbps, während 2016 im gleichen Zeitraum der größte Angriff mit Datenübertragungsraten von 58,8 Gbps fast dreimal so groß war. Bei 31 Prozent der Angriffe wurden Datenübertragungsraten von 50 Gbps oder mehr gemessen, während im entsprechenden Vorjahreszeitraum keiner der Angriffe diesen Umfang erreichte. Im Jahr 2017 gab es der Studie zufolge bisher sowohl Attacken mit vielen, kleinen Angriffen bis hin zu besonders umfassenden, massiven Angriffen.

Zudem lag die Zahl der DDoS-Angriffe insgesamt, ob erfolgreich oder nicht in den vergangenen 12 Monaten bei 86 Prozent – damit ergibt sich ein Durchschnitt von sechs Angriffen pro Jahr. 8 Prozent der Unternehmen erfassten mehr als 50 Angriffe.

Auswirkungen

Befragt man Verantwortliche zu den Folgen eines Angriffs, zeigt sich ein deutlicher Unterschied: Von den Firmen, die noch nicht von einer Attacke betroffen waren, sind ein Drittel davon überzeugt, dass sie keinen langfristigen Imageschaden erleiden würden. Ein weiteres Drittel ist der Meinung, dass sie keine Kunden verlieren würden und ein Viertel ging davon aus, dass es nicht zu Umsatzeinbußen kommen würde. Diese Einschätzung ändert sich jedoch schlagartig sobald ein Unternehmen Opfer einer erfolgreichen Attacke wird.

  • 46 Prozent erwarten langfristige, 47 Prozent kurzfristige Imageschäden.
  • 39 Prozent befürchten Kundenverluste und 52 Prozent Verluste von Geschäftschancen.
  • 52 Prozent rechnen mit Umsatzverlusten.
  • 49 Prozent befürchten, dass die Reputation der IT-Leitung oder der gesamten IT-Funktion (48 Prozent) leidet.
  • 54 Prozent befürchten hohe Kosten für die Problembehebung sowie die dazu nötige Umverteilung von Ressourcen des IT-Teams (59 Prozent).

Investitionshaltung

Der anhaltende Hype um Cyber-Bedrohungen, in Verbindung mit DDoS-Angriffen, wie dem massiven Dyn-Angriff, der zum Ausfall von Twitter und CNN führte, hat CDNetworks zufolge offenbar einen erheblichen Investitions-Trend ausgelöst.

  • Die Ausgaben für die Abwehr von DDoS-Angriffen liegen im Durchschnitt bei 26.300 Euro pro Jahr.
  • Mehr als ein Fünftel aller Befragten investieren jedoch mehr als 44.000 Euro.
  • 49 Prozent der Befragten haben in den zwei vergangenen Jahren erstmals in DDoS-Abwehr investiert.
  • 64 Prozent planen in den kommenden 12 Monaten weitere Investitionen.
  • 44 Prozent der Befragten befürchten, dass ihre Infrastrukturen aufgrund einer zu geringen Investition weiterhin gefährdet bleiben.

Diese Entwicklungen scheinen zu einem außergewöhnlichen Vertrauen in den derzeitigen Aufbau der DDoS-Abwehrsysteme geführt zu haben, so die Umfrageergebnisse. 83 Prozent der Befragten zeigten sich sowohl im Hinblick auf ihre derzeitigen Vorkehrungen zur DDoS-Abwehr als auch im Hinblick auf die daraus resultierende Widerstandsfähigkeit auf eine Sicht von zwei Jahren zuversichtlich beziehungsweise sehr zuversichtlich. Dabei stufen 79 Prozent die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs auf ihre Infrastruktur als wahrscheinlich oder fast sicher ein. Alex Nam, Managing Director CDNetworks EMEA, empfiehlt Unternehmen die Durchführung eines DDoS-Tests zur Ermittlung der Schwachstellen sowie der erforderlichen Technologien oder Dienstleistungen. Die häufigste Hypothese über Angriffe sind böswillige Absichten von Konkurrenten, gefolgt von Erpressung, hassmotivierten Verbrechen und ideologisch bedingten Konflikten.

Das DDoS-Wettrüsten

Das DDoS-Wettrüsten mit den Cyberkriminellen zu gewinnen ist für die meisten Unternehmen im Alleingang nahezu unmöglich, so CDNetworks. Fast alle Vulnerabilitätstests zeigen, dass einer der deutlichsten Schwachpunkte in den Kapazitätsgrenzen des eignen Netzwerks liegt. Sobald diese Grenze überschritten wird – sei es aufgrund harmloser Ursachen oder durch böswillige DDoS-Angriffe – kommt es zu einem Ausfall des Netzwerks. Die Kapazität, die Cloud-basierte Anbieter von DDoS-Schutzlösungen nutzen können, ist erheblich größer als die eines einzelnen Unternehmens und kann Angriffe daher wesentlich besser abfedern. Spezialisierte Anbieter verfügen zudem über Mitarbeiter und die entsprechende Expertise zur Überwachung der Netzwerke und Aktualisierung der Abwehrsysteme von Kunden. Gleichzeitig können sie alle Daten bereinigen, um zu gewährleisten, dass nur „echter“ Datenverkehr durchkommt. Diese Ressourcen können Unternehmen allein kaum aufbringen, erläutert CDNetworks.

Zur Studie

Die aktuelle Studie von CDNetworks untersuchte die Fähigkeit von mehr als 300 Organisationen in Großbritannien und der DACH-Region, DDoS-Angriffe abzuwehren sowie deren Investitionen in Schutzmaßnahmen.

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