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Smartphone-Markt legt weiter zu

| Autor: Heidemarie Schuster

Hochpreisige Smartphones sorgen dafür, dass der Markt weiter wächst.
Hochpreisige Smartphones sorgen dafür, dass der Markt weiter wächst. (Bild: Pixabay)

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Den Marktforschern von GfK zufolge lag die weltweite Smartphone-Nachfrage im zweiten Quartal 2017 bei 347 Millionen Geräten. Das entspricht einem Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Marktwert erhöhte sich aufgrund des steigenden durchschnittlichen Verkaufspreises um neun Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die weltweite Nachfrage nach Smartphones wächst laut GfK wieder. Besonders die Schwellenländer Asiens waren mit einem Anstieg um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr treibende Kraft für das Nachfragewachstum, gefolgt von Mittel- und Osteuropa mit elf Prozent und Lateinamerika mit zehn Prozent.

„Wir haben im zweiten Quartal dieses Jahres eine Rekordnachfrage nach Smartphones verzeichnet“, so Arndt Polifke, Global Director für Telekommunikation bei GfK. „Der Wunsch, ein Smartphone zu besitzen, ist weltweit also ungebrochen – trotz Sättigung in einigen Märkten. Dies manifestiert sich je nach Region in höchst unterschiedlicher Weise. Die Hersteller versuchen permanent die Produkte noch attraktiver zu gestalten und so letztendlich den durchschnittlichen Verkaufspreis zu steigern.“

Yotaro Noguchi, Product Lead bei GfKs Trends and Forecasting-Division, ergänzt: „Die Verbraucher sind bereit, mehr für ihr Smartphone zu bezahlen, weil sie stets nach der besten Benutzererfahrung suchen. GfK prognostiziert, dass die Smartphone-Nachfrage trotz der inzwischen hohen Verbreitungsquote im Markt auch im Jahr 2018 weiter zulegen wird, da die Smartphone-Anbieter mit ständig neuen Innovationen die Austauschzyklen kurz halten.“

Westeuropa

In Westeuropa belief sich die Smartphone-Nachfrage im zweiten Quartal 2017 auf insgesamt 28,7 Millionen Einheiten. Das sind drei Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Damit ist die Entwicklung seit drei Quartalen in Folge rückläufig. Grund dafür ist der GfK zufolge eine Sättigung in den größten Märkten Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Dort sank die Nachfrage um vier, fünf und sieben Prozent. GfK erwartet allerdings, dass wichtige neue Produktvorstellungen im vierten Quartal dazu beitragen werden, den Rückgang für das Gesamtjahr auf 0,4 Prozent abzumildern.

Mittel- und Osteuropa

Die Region Mittel- und Osteuropa erholt sich weiterhin gut und konnte mit 18,7 Millionen Smartphones im zweiten Quartal 2017 einen Anstieg von 11 Prozent zum Vorjahresquartal verbuchen. Mit zunehmender Stabilisierung der politischen Lage und einer Erholung des Verbrauchervertrauens in Russland sowie der Ukraine haben beide Märkte ein starkes Wachstum gegenüber dem Vorjahr verzeichnet, so GfK. In Russland stieg die Nachfrage im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent, in der Ukraine um 22 Prozent. GfK korrigiert seine Prognose für die Smartphone-Nachfrage in dieser Region mit 85,2 Millionen für 2017 leicht nach oben. Das entspricht einem Anstieg von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Nordamerika

In Nordamerika wuchs der Markt im zweiten Quartal, nach rückläufiger Nachfrage im ersten Quartal, nun um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 47,4 Millionen Einheiten. GfK prognostiziert die Smartphone-Nachfrage in der Region für 2017 auf insgesamt 203 Millionen Einheiten. Das entspricht einem Anstieg von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Lateinamerika

Die Smartphone-Nachfrage in Lateinamerika stieg im zweiten Quartal 2017 um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 27 Millionen Einheiten an. Diese Entwicklung wird vor allem durch den Nachholbedarf für Smartphones in Brasilien vorangetrieben, erklären die Marktforscher. Trotz des unsicheren politischen und wirtschaftlichen Umfelds stieg der Smartphone-Absatz im zweiten Quartal um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau. Die GfK-Prognose für Lateinamerika bleibt optimistisch und geht für 2017 von einer um rund sieben Prozent höheren Nachfrage nach Smartphones gegenüber dem Vorjahr aus.

Naher Osten und Afrika

Die Smartphone-Nachfrage im Nahen Osten und Afrika belief sich im zweiten Quartal auf 42,2 Millionen Einheiten, ein Anstieg von nur einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das verlangsamte Wachstum sei primär auf die makroökonomische Schwäche in der Region und die Marktsättigung im Nahen Osten zurückzuführen, so GfK. Insbesondere Ägypten leide derzeit unter einer sehr hohen Inflation. Die Nachfrage ging hier im zweiten Quartal um vier Prozent zurück, und GfK prognostiziert einen Rückgang von zehn Prozent im Jahr 2017. Für die gesamte Region gehen die Marktforscher davon aus, dass die Nachfrage für Smartphones im Jahr 2017 um fünf Prozent steigen wird. Wachstum wird vor allem für die Länder der Sub-Sahara-Region und dem Süden Afrikas prognostiziert, wo Smartphones noch nicht besonders stark verbreitet sind.

China

Die Smartphone-Nachfrage in China blieb im zweiten Quartal 2017 mit 110,1 Millionen Einheiten im Jahresvergleich unverändert. Grund für die moderat wachsende Nachfrage ist ein weitgehend gesättigter Markt. Gleichzeitig treiben jedoch, wie auch in anderen Regionen, neue hochpreisige Produkte den Marktwert in die Höhe. GfK prognostiziert die Smartphone-Nachfrage in China für 2017 auf insgesamt 461 Millionen Einheiten, ein Anstieg von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Wertzuwachs wird mit voraussichtlich elf Prozent im Jahresvergleich deutlich höher ausfallen.

Industrieländer Asien

Die Gesamtnachfrage nach Smartphones in den Industrieländern Asiens belief sich im zweiten Quartal auf 16,1 Millionen Einheiten und lag damit um drei Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der rückläufige Absatz in Südkorea, das im vergangenen Jahr ein beeindruckendes Wachstum verzeichnen konnte, glich die höhere Nachfrage in Japan (plus 12 Prozent) und Australien (plus neun Prozent) gegenüber dem Vorjahr aus. GfK erwartet für das zweite Halbjahr 2017 eine leicht positive Nachfrage in der Region und ein um ein Prozent niedrigeres Jahresergebnis. Dies entspricht 73,1 Millionen Einheiten.

Schwellenländer Asien

Die Smartphone-Nachfrage in den Schwellenländern Asiens betrug 56,7 Millionen Einheiten, was ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr darstellt. Bangladesch und Malaysia erwiesen sich dabei als die Hauptwachstumsmotoren. In Bangladesch stieg GfK zufolge die Nachfrage nach Smartphones im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent. Malaysia verzeichnet nach dem Einbruch von 2015 eine stetige Erholung. Die Nachfrage im zweiten Quartal wuchs um 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Smartphone-Absatz in Indien zeigte sich nach einer leichten Abflachung auf 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr auch im zweiten Quartal beständig. GfK erwartet, dass die kürzlich angekündigte Steuer auf Waren und Dienstleistungen (Goods and Services Tax, GST) keine Auswirkungen auf die Smartphone-Nachfrage im Land haben wird und geht für 2017 von insgesamt 234 Millionen Einheiten für die Region aus. Das entspricht einer Steigerung von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr und steht, gemessen an allen Regionen, für das stärkste Wachstum im Jahr 2017.

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