Sicherheit bleibt auf der Strecke Smarte Technik im Lockdown

Autor Melanie Staudacher

Mit dem Lockdown werden smarte Devices häufiger genutzt. Wie eine Studie von Avira zeigt, lässt die Security im Umgang damit noch zu wünschen übrig. Vor allem die jüngere Altersgruppe der Befragten verwendet weniger Sicherheitsmaßnahmen.

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Der Einsatz von smarten Geräten für das Zuhause ist mit der Corona-Pandemie gestiegen.
Der Einsatz von smarten Geräten für das Zuhause ist mit der Corona-Pandemie gestiegen.
(Bild: Mike Fouque - stock.adobe.com)

Aufgrund der Corona-Maßnahmen sind die Deutschen gezwungen, mehr Zeit in ihren vier Wänden zu verbringen. Viele beschäftigen sich dann mit digitalen Unterhaltungsangeboten und smarter Technik. Im Rahmen einer Online-Studie befragte der Software-Hersteller Avira im September insgesamt 2.000 Menschen über 18 Jahre in Deutschland, Frankreich, Italien und den USA zu ihrem Kauf- und Nutzungsverhalten bezüglich smarter Geräte. So ergab die Befragung, dass sich seit Beginn der Pandemie gut ein Viertel der Deutschen (27 %) smarte Geräte nach Hause holte.

Smart-TVs haben während der Corona-Pandemie an Beliebtheit gewonnen.
(Bildquelle: Avira)

Unterschied bei den Geschlechtern

Die Deutschen sind bereits gut vernetzt: Mehr als ein Drittel (38 %) der Befragten besitzen einen Smart-TV, ein Viertel verwendet Amazon Alexa (24 %) und jeweils 15 Prozent haben einen Sprachassistenten oder einen Staubsaugerroboter. Bei der Verwendung von smarten Geräten wird ein Unterschied zwischen den Geschlechtern deutlich: Männliche Befragte tendieren zu Geräten, die reinen Unterhaltungszwecken dienen. Etwas mehr Männer (41 %) als Frauen (35 %) besitzen einen Smart-TV und einen Sprachassistenten (18 % Männer, 13 % Frauen). Bei intelligenten Haushaltshelfern ist es genau andersherum. Während 17 Prozent der Frauen einen Staubsaugerroboter verwenden, tun dies nur 12 Prozent der Männer.

Wenig Sorge um die Sicherheit

Sorgen um die digitale Sicherheit oder um die Privatsphäre machen sich anscheinend die Wenigsten. Nicht einmal die Hälfte der Befragten (41 %) glaubt, ein smartes Gerät stelle ein Sicherheitsrisiko dar. Einen Hacker-Angriff erlebten bereits 17 Prozent der Befragten. Doch laut Avira sind smarte Geräte gefährdeter denn je. Denn in den letzten zwei Jahren nahm die Zahl der Cyber-Angriffe auf vernetzte Geräte stetig zu. Trotz akuter Bedrohung sichern die Wenigsten ihr Heimnetz ausreichend ab. So verwenden nur 32 Prozent der Befragten einen Router mit eingebauter Sicherheits-Software und 26 Prozent deaktivieren nicht benötigte Features an ihrem Router. Ein Drittel der Befragten (33 %) ergreift, entweder aus Unwissen oder aus Bequemlichkeit, überhaupt keine Vorsichtsmaßnahmen, um ihre smarte Technik zu schützen.

Lediglich 25 Prozent der Befragten ergreifen aktiv Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz ihrer Geräte.
(Bildquelle: Avira)

Da die jüngere Generation mit digitaler Technik aufgewachsen ist, könnte man meinen, dass diese eher Schutzmaßnahmen ergreift. Doch laut der Avira-Studie ergibt sich ein anderes Bild. Während lediglich 20 Prozent der Befragten in der Altersgruppe 18 bis 24 einen Router mit eingebauter Sicherheits-Software verwenden, tun dies 37 Prozent in der Altersgruppe 45 bis 54. Ähnlich sieht es bei der Absicherung des heimischen drahtlosen Netzwerks aus. Lediglich 27 Prozent der Befragten im Alter von 18 bis 24 Jahren ergreifen Vorsichtsmaßnahmen wie die Vergabe eines eindeutigen Router-Namens, die Einrichtung eines Gastzugangs oder die Verwendung eines spezifischen WLAN-Passworts. Im Gegensatz dazu werden 39 Prozent in der Altersgruppe zwischen 45 und 54 Jahren aktiv, um die WLAN-Sicherheit zu verbessern.

Die Studie zeigt außerdem, dass intelligente Gebäudetechnik, wie Heizungs-, Strom- oder Beleuchtungssteuerung noch nicht in den deutschen Haushalten angekommen ist. Nur 12 Prozent der Befragten besitzen ein intelligentes Beleuchtungssystem, 10 Prozent einen smarten Rauchmelder, 9 Prozent eine smarte Überwachungskamera. Und lediglich 7 Prozent verfügen über ein smartes Thermostat, nur 5 Prozent über eine smarte Türklingel.

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