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Smart Home – Das Für und Wider

| Autor: Sarah Böttcher

Unternehmen sollten sich über die Wünsche und Ängste von Anwendern im Smart-Home-Bereich bewusst sein, damit sie ihre Produkte besser vermarkten können. Eine Studie der GfU zeigt nun die allgemeine Einstellung zu Smart Home auf.
Unternehmen sollten sich über die Wünsche und Ängste von Anwendern im Smart-Home-Bereich bewusst sein, damit sie ihre Produkte besser vermarkten können. Eine Studie der GfU zeigt nun die allgemeine Einstellung zu Smart Home auf. (Bild: © robu_s - Fotolia)

Einer repräsentativen europaweiten Studie zufolge, die im Auftrag der GfU durchgeführt wurde, wurden Verbraucher befragt, welche Einstellung sie gegenüber Smart Home haben, was sie sich in Bezug auf das Thema wünschen und was sie zurückschrecken lässt.

Per App den Hinweis bekommen, dass gerade die Wohnungstür geöffnet wurde, nach dem Verlassen des Büros nur einen Fingerwisch auf seinem Smartphone davon entfernt zu sein, sein Zuhause auf Komforttemperatur zu bringen, oder mit dem Tablet die Wohnzimmerbeleuchtung mit einem Klick umschalten – solche und viele andere Szenarien sind längst keine Utopie mehr. Es sind konkrete Anwendungen, die sich mit inzwischen im Handel weit verbreiteten smarten Komponenten umsetzen lassen.

Wenn Unternehmen über die Wünsche und Ängste ihrer Kunden in Bezug auf Smart Home im Bilde sind, können sie auch gezielte Unternehmenspläne schmieden, wodurch sie ihre Produkte besser vermarkten können. Die Studienergebnisse der GfU decken nun auf, was Kunden wirklich denken.

Beste Voraussetzungen

In drei von vier (74 Prozent) deutschen Haushalten gibt es derzeit einen Internet-Router, 84 Prozent verfügen über ein Smartphone und genau die Hälfte besitzt einen Tablet-PC. Es bestehen also beste Voraussetzungen, das Zuhause per App, Tablet und Smartphone zu steuern und damit für mehr Energieeffizienz, Sicherheit und Komfort in den eigenen vier Wänden zu sorgen.

Luft nach oben

Die tatsächliche Nutzung smarter Funktionen hält sich aber noch in Grenzen, zu diesem Ergebnis kam die Studie der GfU. Erst knapp drei Prozent der Haushalte nutzen beispielsweise eine smarte Heizungssteuerung. Doch immerhin knapp 20 Prozent sagen, dass sie eine solche Funktion auf jeden Fall nutzen würden, weitere 27 Prozent sehen diese Anwendung grundsätzlich eher positiv als negativ.

Die Offenheit für smarte Lösungen ist auch stark vom Alter der Befragten abhängig. In der Gruppe der 16- bis 39-Jährigen liegt die Zustimmung beziehungsweise Nutzung der smarten Heizungssteuerung bei 72 Prozent, bei den über 60-Jährigen gerade einmal bei 31 Prozent.

Smarte Nutzungsmöglichkeiten

Bei weiteren smarten Nutzungsmöglichkeiten zeigt sich das Land ebenfalls gespalten. Erst zwei Prozent steuern ihr Licht per App, weitere 45 Prozent empfinden die Möglichkeit, das Licht über das Smartphone an- und abzuschalten oder die Lichtfarbe zu wählen gut. Zwei Prozent sind per App mit ihrer Waschmaschine verbunden, 34 Prozent sind offen für solch eine Anwendung. Den Kühlschrank an das Netz zu bringen, um sich über dessen Inhalt zu informieren, können sich 63 Prozent für die eigene Küche nicht vorstellen. Bei den über 60-Jährigen liegt die Ablehnung für diese Funktion sogar bei fast 84 Prozent.

Gravierende Unterschiede

Besonders gravierend fällt die altersabhängige Einstellung zu smarten Funktionen im Bereich der Sicherheitstechnik aus: Während bei den 16- bis 39-Jährigen mehr als 80 Prozent durch Sensoren über Rauchentwicklung, Wasserschäden oder Zutritt in ihr Haus über ihr Smartphone alarmiert werden wollen, lehnen mehr als die Hälfte der über 60-Jährigen Alarmfunktionen dieser Art ab. Ähnlich sieht es bei der Kameraüberwachung des Zuhauses aus: 70 Prozent Zustimmung oder bereits vorhandene Nutzung bei den 16- bis 39-Jährigen, 63 Prozent Ablehnung bei den über 60-Jährigen.

„Ein überraschendes Ergebnis dieses Teils unserer Studie ist, dass gerade in der älteren Generation eine recht hohe Ablehnung gegenüber smarter Sicherheitstechnik besteht. In der Regel haben ja gerade die Älteren ein ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis, während die Jüngeren eher entspannter mit Themen der häuslichen Sicherheit umgehen“, kommentiert Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der GfU, dieses Teilergebnis der Studie und ergänzt: „Wir sehen hier großes Potenzial für den beratenden Fachhandel und die Industrie. Die ältere Generation ist eine kaufstarke Zielgruppe und der Markt bietet eine breite Auswahl von nutzerfreundlichen Produkten. Wichtig ist nun, eventuelle Befürchtungen auszuräumen und aufzuzeigen, welche Vorteile smarte Vernetzung mit sich bringt.“

Zu geringes Vertrauen in komplexe Technik

Tatsächlich scheint es die Furcht vor zu komplexer Technik zu sein, die an mancher Stelle zu Kaufzurückhaltung führt. Ein großer Teil der Befragten sowohl in Deutschland als auch im restlichen Europa ist zwar überzeugt, dass Vernetzung dabei unterstützt, Energie zu sparen (Deutschland und Europa 39 Prozent), die Sicherheit im Haushalt zu erhöhen (Deutschland 43 Prozent / Europa 46 Prozent) und den Alltag zu vereinfachen (Deutschland 37 Prozent / Europa 42 Prozent). Doch gleichzeitig räumen auch viele der Befragten ein, dass die zunehmende Vernetzung ihnen Sorgen bereitet, da sie sich von der komplexen Technik manchmal überfordert fühlen. 40 Prozent der Befragten in Deutschland und in Europa stimmen dieser Aussage zu. Und ein weiterer Aspekt bremst die Freude an der Vernetzung: Immerhin 59 Prozent der Europäer (61 Prozent der Deutschen) sehen die Gefahr, dass Fremde von außerhalb die Steuerung eines vernetzten Zuhauses übernehmen könnten.

„Wie fast jede Technologie ist auch die digitale Vernetzung nicht unumstritten. Die Anbieter müssen weiter hart daran arbeiten, die Lösungen so einfach wie möglich aber auch so sicher wie nur irgend möglich zu gestalten, damit die gewonnenen Vorteile beim Konsumenten mehr ins Gewicht fallen als die Bedenken“, merkt Kamp an.

Zur Studie

Die GfU hat im Rahmen einer repräsentativen europaweiten Studie 5.000 Haushalte in den größten europäischen Ländern, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien nach ihrer Meinung zu Smart Home im Mai diesen Jahres befragt.

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