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Gores Group übernimmt Siemens-Bereich Siemens verkauft 51 Prozent der Netzwerk-Sparte SEN

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Der Siemens-Konzern trennt sich von 51 Prozent des Geschäftsbereiches Siemens Enterprise Communications (SEN). Der US-Investor Gores Group, hinter dem der Gründer und Chairman Alec Gores steht, übernimmt damit die operative Steuerung des Geschäftes.

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Alec Gores, Namensgeber und Chef der Gores Group.
Alec Gores, Namensgeber und Chef der Gores Group.
( Archiv: Vogel Business Media )

Mit der Gores Group hat der Siemens-Konzern nach halbjährigem Tauziehen einen Investor für die Hipath-Sparte SEN gefunden. 49 Prozent der Siemens-Sorgensparte, die auf »SEN« und nicht auf »SEC« hört, weil dieses Kürzel eher für Security steht, bleiben im Konzern. Siemens bringt wichtige Aktiva in das Gemeinschaftsunternehmen ein: Das Joint-Venture kann die Siemens-Marke weiter nutzen, wichtige Patente und Lizenzen werden übertragen und an einer Finanzspritze von insgesamt 350 Millionen Euro beteiligt sich Siemens zur Hälfte. Mit diesem Geld soll eine Kapitalbasis geschaffen werden, die es ermöglicht, das Geschäft weiter auszubauen. Insbesondere in die Bereiche Forschung und Entwicklung werden die Millionen fließen. Außerdem übergibt Siemens die Anteile schuldenfrei. Nach Schätzungen von Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser belastet der Deal Siemens mit bis zu einer Milliarde Euro, die im laufenden Quartal in die Bilanz einfliessen.

Troika mit Enterasys und SER

Der amerikanische Investor hatte bei den Verhandlungen aber auch etwas zu bieten: Neben seinem Teil am Zuschuss stehen in der Gores Group die Unternehmen Enterasys und die SER Solutions bereit, um zusammen mit SEN eine Netzwerk-Troika zu bilden. Über Enterasys kommen damit Security-Lösungen in die Ehe, und SER Solutions steuert Call-Center-Software bei. »Wir möchten unsere Präsenz im Geschäftsfeld der Telekommunikationslösungen für Unternehmen stärken«, begründet Alec Gores seine Investitionsentscheidung. Wenn die zuständigen Kartellbehörden keine Steine in den Weg legen, könnte die Übernahme schon bis Ende 2008 vollzogen werden.

Partnergeschäft bleibt wichtig

Siemens Enterprise Communications wird laut der Vereinbarung mit Gores bevorzugter Lieferant für den Siemens-Konzern bleiben, bei Siemens-Kundenaufträgen kooperieren und das Vertriebsnetz von »Siemens One« nutzen, das die lokale Präsenz des Konzerns sichern soll. Dabei spielen Partner eine wichtige Rolle. Vor einigen Monaten stellte Siemens bei der Netzwerksparte auf ein neues Partnerprogramm namens »Go Forward!« um und damit die Zusammenarbeit mit dem Channel auf ein neues Fundament.

Bei den Partnerstufen fingen die tief greifenden Änderungen an: Seither wird bei SEN zwischen Select-, Plus- und Premier-Partnern unterschieden. Die Einstufung hängt nicht nur am Umsatz, sondern auch an einem Punkteschema. Zu den Einflussfaktoren zählen Schulungslevel, Business Plan, Marketing-Engagement und Forecasts.

Wie es mit Hipath weitergeht, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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