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Marktübersicht: Neue 2-in-1-Rechner mit Windows 10

Siegeszug der Formwandler

| Autor: Klaus Länger

Mit dem Surface Book will Microsoft bei den 2-in-1-Notebooks Maßstäbe setzen. Mit dem Surface Pro ist das für die Windows-Tablets bereits passiert.
Mit dem Surface Book will Microsoft bei den 2-in-1-Notebooks Maßstäbe setzen. Mit dem Surface Pro ist das für die Windows-Tablets bereits passiert. (Bild: Microsoft)

Die interessanteste Rechnerkategorie für Windows 10 sind die 2-in-1-Geräte, die gleichzeitig Tablet und Notebooks sind. Wir stellen alle neuen Modelle seit der IFA vor.

Die 2-in-1-Notebooks beziehungsweise Tablets sind derzeit die einzigen Windows-Geräte, die im schwächelnden PC-Markt noch ordentliche Zuwachsraten vorweisen können. Denn sie stellen eine relativ neue und auch attraktive Rechnerkategorie dar, die auch zum Kauf neuer Geräte animiert. Denn auf ihnen kann auch Windows 10 seine Stärke des weitgehend reibungslosen Wechsels zwischen Notebook- und Tablet-Modus ausspielen. Bei Windows 8 und 8.1 hat das noch deutlich weniger gut funktioniert.

Die Nachfrage nach den 2-in-1-Hybriden bringt auch alle relevanten Hersteller dazu, interessante Modelle dieser Kategorie vorzustellen. Intels neue, schnelle und sparsame Skylake- und Cherry-Trail-Prozessoren mit 14-Nanometer-Technologie sind eine weiterer Faktor, der den 2-in-1-Geräten zusätzlichen Schub im Markt beschert.

Microsoft Surface Pro 4 und Surface Book

Microsoft ist erst spät als Hersteller eigener 2-in-1-Geräte auf den Plan getreten. Spätestens mit dem Surface Pro 3 hat sich der Windows-Hersteller dabei zum Trendsetter gemausert. Denn nicht nur einige Hersteller von Windows-Geräten wie HP oder Lenovo haben sich vom Surface-Design mit sehr flacher, magnetisch andockbarer Tastatur inspirieren lassen, sondern auch Apple mit dem iPad Pro.

Mit dem Surface Pro 4 hat Microsoft Anfang Oktober eine aktualisierte Version des 2-in-1-Tablets vorgestellt, die gerade auf den Markt kommt. Das neue Surface Pro gehört weiterhin zur 12-Zoll-Kategorie und ist sogar noch etwas dünner und leichter als der direkte Vorgänger. Das 12,3 Zoll Display ist etwas größer als beim Pro 3, dafür ist der Displayrahmen schmäler geworden. Das Panel im 3:2-Format liefert mit 2.736 x 1.824 Bildpunkten eine noch höhere Auflösung, beim Vorgänger waren es noch 2.160 x 1.440 Pixel. Der Touchscreen mit N-Trig-Digitizer ist durch ein nur 0,4 mm dünnes Gorilla-Glass-4 geschützt. Das soll für eine extrem hohe Präzision bei der Stifterkennung sorgen. Der neue Stift mit nun 1.024 Druckstufen soll mit einer Batterieladung ein komplettes Jahr laufen. Er wird magnetisch am Tablet befestigt, kann mit unterschiedlichen Spitzen bestückt werden und ist in verschiedenen Farben erhältlich.

Für das optionale Keyboard verwendet Microsoft nun beleuchtete Chiclet-Tasten mit größerem Hub und ein Touchpad mit Glas-Oberfläche. Sowohl Stift als auch Keyboard lassen sich auch am Surface Pro 3 verwenden, Microsoft hat dafür eine neue Firmware veröffentlicht.

Microsoft hat das Surface Pro 4 auf eine neue Hardware-Basis mit Skylake-Prozessoren gestellt. Das 999-Euro-Einstiegsmodell ist mit einem lüfterlosen Intel Core m3 ausgestattet, daneben gibt es noch Modelle mit Core i5 oder i7. Als Grafikprozessor wird jeweils die im Prozessor integrierte GPU verwendet. Beim Core m3 ist da der Intel HD 515, beim Modell mit Core i5-6300U der höher getaktete Intel HD 520 und beim Spitzenmodell mit Core i7-6650 die nochmals schnellere Iris Graphics 540. Sie verfügt über 48 statt 24 Ausführungseinheiten und 64 MB zusätzlichen eDRAM-Cache. Der Arbeitsspeicher kann beim Surface Pro 4 bis zu 16 GB umfassen, als Massenspeicher stehen prinzipiell SSDs mit Kapazitäten zwischen 128 GB und 512 GB zur Wahl. Später soll noch eine SSD mit einem TB lieferbar sein.

Microsoft verspricht mit der neuen Hardware eine um 30 Prozent höhere Leistung im Vergleich zum Surface 3 Pro. Die Preise für das Pro 4 liegen mit zwischen 999 Euro für die m3-Variante und 2.499 Euro für die i7-Version mit 512 GB SSD etwa auf dem Niveau der Vorgänger. Der Stift zählt zur Grundausstattung, das Keyboard will mit etwa 150 Euro extra bezahlt werden.

Unter Umständen kann man das Surface Pro 4 auch günstiger bekommen. Denn Microsoft hat zur Einführung des Geräts eine Cashback-Aktion gestartet und nimmt ältere Surface-Modelle, Macbooks, Notebooks, iPads oder Samsung-Tablets in Zahlung.

Die noch spannendere Neuvorstellung von Microsoft ist das in Deutschland allerdings noch nicht lieferbare Surface Book. Laut Panos Panay, Hardware-Chef bei Microsoft, ist es das das schnellste 13-Zoll-Notebook, das jemals gebaut wurde. Das 1,5-kg-Gerät ist mit einem Intel Core-i5- oder i7-Prozessor der sechsten Generation ausgestattet, dem bei den gehobenen Ausstattungsvarianten noch eine nicht näher spezifizierte Nvidia-GPU zur Seite steht. Das 13,5-Zoll-Display mit einer Auflösung von 3.000 x 2.000 Bildpunkten unterstützt Touch und den neuen Microsoft-Stift mit 1.024 Druckstufen. Der Clou ist, dass auch das Surface Book ein Tablet ist: CPU, Mainboard, SSD und Akku bilden mit dem Display eine Einheit, die von der Basis-Station mit beleuchtetem Keyboard, zwei USB-3.0-Schnittstellen, Hauptakku und auch der GPU getrennt werden kann. Das Surface Book gehört also zur Gattung der Detachables.

Im Tablet stecken ebenso wie beim Surface Pro 4 eine rückseitige 8-MP-Kamera und ein 5-MP-Frontkamera mit Windows-Hello-Unterstützung. Der Tablet-Teil wiegt laut Microsoft nur 726 Gramm. Er enthält nur einen kleinen Akku, der für etwa drei Stunden ausreicht. Das dürfte auch der Grund sein, dass Microsoft ihn nicht als Tablet, sondern als „Clipboard“ bezeichnet. Während das Surface Pro 4 also ein Tablet ist, das man auch gut als Notebook verwenden kann, ist das Surface Book primär ein Notebook, dessen obere Hälfte man auch als Tablet benutzen kann. Sowohl das Surface Pro 4 als auch das Book sind mit AC-WLAN ausgestattet. UMTS oder LTE gibt es für keines der Geräte. LTE bietet Microsoft nur als Option für das kleinere Surface 3 mit 10,8-Zoll-Display und Atom-x7-Z8700-Prozessor an.

Für die Akkulaufzeit im Notebook-Modus gibt Microsoft 12 Stunden beim Video-Playback an, das Surface Pro 4 soll hier neun Stunden schaffen. Das Gehäuse besteht wie beim Surface Pro aus einer Magnesiumlegierung, das Scharnier, mit der von außen nicht sichtbaren Befestigung für das Tablet, erinnert optisch an eine Raupe. Das Tablet kann auch um 180 Grad gedreht mit der Basis-Station verbunden werden. So steht die Nvidia-GPU im Keyboard-Dock auch im Tablet-Modus zur Verfügung.

Deutsche Preise gibt es für das Surface Book noch nicht. In den USA kostet schon die Core-i5-Einstiegsversion ohne Nvidia-Grafik mit acht GB RAM und 128-GB-SSD 1.500 US-Dollar, die Nvidia-GPU 256-GB-SSD schlägt mit 400 US-Dollar Aufpreis zu Buche. Das Spitzenmodell mit 16 GB RAM, Terabyte-SSD und Geforce kommt auf fast 3.200 US-Dollar.

Lenovo: Neue Yogas und ein Surface-Klon

Ein weiterer Trendsetter bei Windows 2-in-1-Geräten ist Lenovo mit dem Yoga. Das erste Yoga hat 2012 mit seinem 360-Grad-Scharnier zwischen dem so komplett umklappbarem Display und dem Chassis die Gattung der Convertibles revolutioniert. Denn das steife Scharnier bei den 360-Grad-Convertibles erlaubt weitere Nutzungsmöglichkeiten wie den Stand- oder den Tent-Modus für Präsentationen, Videos oder die Touch-Bedienung unter beengten Platzverhältnissen wie etwa im Flugzeug. Keyboard und Touchpad schalten sich automatisch ab, wenn das Display um mehr als 180 Grad umgeklappt wird.

Mit dem Yoga 900 bringt Lenovo nun ein neues Yoga-Flaggschiff mit 13,3-Zoll-Display auf den Markt. Dessen Auflösung kann, wie schon beim Vorgänger Yoga 3 Pro, je nach Modellvariante 1.920 x 1.080 oder 3.200 x 1.800 Pixel betragen. Das an ein Uhrenarmband angelehnte Scharnier hat Lenovo ebenfalls vom Vorgänger übernommen. im dem silbernen, orangen oder goldfarbenem Metallgehäuse steckt nun aber ein leistungsstarker Core i7 der sechsten Generation, während der Vorgänger mit einem Core M auskommen musste. Derzeit steht als CPU nur der i7-6500U mit zwei Cores und integrierter HD-520-GPU zur Wahl.

Das Yoga 900 ist mit 1,29 kg 100 Gramm schwerer als sein Vorgänger, wartet dafür aber mit einem deutlich größeren Akku mit 50 Prozent höherer Kapatizität auf. Er soll laut Lenovo für bis zu neun Stunden Laufzeit beim Video-Playback sorgen. Zudem unterstützt die neue Version mit Skylake-Prozessor nun einen bis zu 16 GB RAM großen Arbeitsspeicher. Die Samsung-M.2-SSD als Massenspeicher ist mit bis zu 512 GB Kapazität wählbar. Die Kühlung soll beim Yoga 900 trotz des schnelleren und hungrigeren Prozessors effizienter und leiser arbeiten, als beim Yoga 3 Pro. Das war trotz Core M mit einer aktiven Kühlung ausgestattet. Eine der drei USB-3.0-Schnittstellen beim Yoga 900 gehört bereits zum Typ-C, die Ladebuchse ist gleichzeitig ein USB-2.0-Port. Als Startpreis für das neue Yoga-Top-Modell ruft Lenovo 1.699 Euro auf.

Darunter rangiert das günstigere Yoga 700, das Lenovo gerade neu vorgestellt hat. Es kommt in zwei Größen auf den Markt: Als 11-Zöller und als 14-Zöller, beide mit Full-HD-IPS-Touchscreens. Das kleinere Modell wiegt nur 1,1 kg und ist mit einem Intel Core m3-6Y30 aus der Skylake-Generation bestückt, der mit seiner integrierten HD-515-GPU auch für die Grafik sorgt. Das Keyboard ist mit einer Hintergrundbeleuchtung ausgestattet, an Schnittstellen sind ein USB 3.0-Port und zwei USB-2.0-Anschlüsse vorhanden. Das Yoga 700 11 soll bis zu sieben Stunden mit einer Akkuladung auskommen und ab 799 Euro (UVP) kosten. Beim größeren 14-Zoll-Modell kommt als Prozessor ein Core i7 der sechsten. Generation zum Einsatz, der auf bis zu GB DDR3L-Speicher zugreifen kann. Optional ist das Gerät auch mit einer zusätzlichen Nvidia-Geforce-940-M-Grafikkarte lieferbar. Beim Massenspeicher hat der Kunde die Wahl zwischen SSDs mit 128 oder 256 GB und einer SSHD mit 500 GB Kapazität. Der Startpreis für das Yoga 700 14 liegt bei 899 Euro (UVP).

Für Business-Kunden sind die auf der IFA vorgestellten Thinkpad-Yoga-Modelle 260 und 460 bestimmt. Das 260 wartet mit einem 12,5-Zoll-HD- oder Full-HD-Touchscreen auf, das 14-Zoll-Display beim 460 ist mit Full-HD-Auflösung oder mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel verfügbar. Alle Modelle unterstützen auch Stifteingaben. Als Prozessor dienen Skylake-CPUs bis herauf zum Core i7. Im Gegensatz zum Yoga 900 gibt des die Business-Yogas optional auch mit LTE. Deutsche Preise gibt es für die Business-Yogas noch nicht, sie sollen aber noch dieses Jahr auch hierzulande auf den Markt kommen.

Beim Design des ebenfalls auf der IFA im September erstmals gezeigten MIIX 700 haben sich die Lenovo-Ingenieure offensichtlich das Surface Pro 3 sehr genau angesehen. Auch das 12-Zoll-Tablet von Lenovo ist mit einem breiten Kickstand auf der Rückseite und einer Magnetleiste an der Unterkante der Front für die Verbindung zum flachen Keyboard ausgestattet. Als Prozessor arbeitet in dem 780-Gramm-Tablet ein Intel-Core-M auf Skylake-Basis bis hinauf zum Core m7. Das MIIX 700 kommt dabei ohne Lüfter aus. Bei der Kapazität der SSD ist man auf maximal 256 GB beschränkt.

Das 12-Zoll-Display mit Stift-Unterstützung stellt 2.160 x 1.440 Pixel dar. Anders als das Microsoft-Vorbild wird das MIIX 700 auch mit LTE angeboten werden, ein weiteres optionales Extra ist die Intel-Realsense-3D-Kamera in der Rückseite des Tablets.

Was das MIIX 700 kosten wird und wann es auf den Markt kommt, hat Lenovo bisher nicht mitgeteilt.

Weiter geht es mit Acer Aspire R 13 und 14, den neuen Transformern von Asus und dem Dell XPS 12 als Tablet mit Docking-Tastatur

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