Datenbank-Lizenzen – das schwarze Loch der IT-Budgets

Sieben Kriterien für kostenbewusste Entscheider

| Redakteur: Ludger Schmitz

Virtualisierung macht die Lizenzkosten für Datenbanken undurchsichtig und zur Belastung für IT-Budgets.
Virtualisierung macht die Lizenzkosten für Datenbanken undurchsichtig und zur Belastung für IT-Budgets. (Bild: gemeinfrei, geralt, Pixabay / CC0)

Viele Unternehmen sind verärgert über hohe Lizenzkosten für ihre Datenbanken und trickreiche Lizenzänderungen. Flexible Abrechnungsmodelle können helfen, die Kosten zu senken.

Die Lizenz- und Supportkosten für Datenbankmanagementsysteme (DBMS) sind alles andere als „Peanuts“ und verschärfen die ohnehin angespannte Budgetsituation in IT-Abteilungen zusätzlich. Auch die mit den Lizenzverträgen einhergehende Hersteller-Abhängigkeit ist für viele Anwender zu einem Ärgernis geworden: Allein unter Oracle-Kunden denkt laut der deutschen Oracle-Anwender-Vereinigung DOAG jeder Dritte über eine Ablösung der Datenbank nach.

TmaxSoft, Spezialist für Cloud-, Infrastruktur- und Legacy-Modernisierung, erläutert, worauf Entscheider beim Datenbank-Wechsel achten sollten und zeigt die Vorteile einer flexiblen Datenbank-Lizensierung auf. Anmerkung: Das Unternehmen ist Anbieter der Oracle-ähnlichen Datenbank „Tibero“.

Lizenzen gegen die technische Entwicklung

Fast unmerklich sind viele Unternehmen in eine Preisspirale geraten, in der die Support- und Wartungspreise ihrer Kerndatenbanksysteme Jahr für Jahr steigen. Bestehende DBMS-Lizenzen beruhen oftmals auf der Grundlage der maximalen Anzahl der Server-Kerne und nicht auf der Grundlage der tatsächlich genutzten.

Dabei ist es längst Realität, mit Virtualisierungslösungen wie VMware, Hyper V und Xen die Hardware zu konsolidieren. Der Trend geht hin zu Software-Defined Data Centers (SDDC), Virtualisierung und Hyper-Konvergenz. Daher nutzen viele Unternehmen in der Praxis nur einen Teil der verfügbaren Rechenleistung ihrer Server. Sie zahlen aber immer noch die volle Serverkapazität sowie die zusätzliche Hardware, die zum Ausführen von Workloads erforderlich ist.

Dies führt unweigerlich zu Datenbank-Lizenzkosten, die in keinem Verhältnis zu den tatsächlich genutzten Kapazitäten stehen. Gleichzeitg blockieren diese Ausgaben wertvolle Budgets, die dringend für IT-Innovationen nötig wären.

Darauf sollte Sie achten

Nicht alle Lizenzmodelle für Datenbanken und DBMS sind gleich aufgebaut. Grundsätzlich sollten Unternehmen bei der Entscheidung für einen Kauf oder Wechsel folgende Kriterien berücksichtigen:

  • Gibt es eine Bindung an Hardware? Achtung vor potenziell versteckten Hardwarekosten zum Ausführen von Workloads. Einige Lösungen stellen sich als „offen“ dar, erweisen sich bei genauerer Betrachtung aber als Hardware-restriktiv, was immer ein Nachteil für den Anwender ist.
  • Ermitteln Sie unbedingt vorab die tatsächlichen Kosten für die Ausführung einer benutzerdefinierten Anwendung oder eines Workloads. Hier erweisen sich die reellen Kosten meist sehr viel höher als das, was ein Unternehmen ursprünglich projiziert hat.
  • Welcher Ressourcenverbrauch wird berechnet? Prüfen Sie das Verhältnis Ihrer lizenzierten und tatsächlich genutzten Ressourcen. Unternehmen sollten nur für die Ressourcen zahlen, die von ihrer Datenbank tatsächlich genutzt werden – nicht pauschal für 100 Prozent ihrer potenziellen Verarbeitungsleistung, wie bei vielen Lizenzmodellen.
  • Zertifizierungen wie „VMware Ready“ zeigen, dass die Datenbank den Aufbau virtueller Data Centers über entsprechende, offene Cloud-Infrastrukturen unterstützt. Prüfen Sie aber insbesondere, welche herstellerunabhängigen Virtualisierungslösungen der DBMS-Anbieter als „Hard-Partitioning“ anerkennt, um sicherzustellen, dass nur die jeweils zugewiesenen Prozessoren lizenziert werden müssen und nicht der komplette Server beziehungsweise Server-Verbund.
  • Intelligente Business-Analysen anhand von Big Data werden zunehmend Kernanforderungen für Datenbank-Systeme. Voraussetzung hierfür sind besonders schnelle Zugriffszeiten, die durch In-Memory-Datenbanken (IMDB) realisiert werden, da sie ihre Daten permanent im Arbeitsspeicher halten. Viele Hersteller solcher Lösungen bieten diese jedoch nur als Asset-Paket aus Hardware und Software an und binden ihre Kunden damit an jahrelangen Hardware-Support. Erkundigen Sie sich daher nach rein Software-basierten Alternativen, die herstellerunabhängig auf Standard-Hardware mit ausreichender Performance und Speicherkapazität laufen.
  • Bei einem Wechsel des Datenbank-Systems sollte die Kompatibilität zur bisherigen Lösung geprüft werden – insbesondere bei Software-Clustering, Befehlen, Datentypen und SQL-Erweiterungen. Je kompatibler das alte und das neue System zueinander sind, desto unkomplizierter und schneller gestaltet sich der Systemwechsel.
  • Open Source passt als Rundumlösung nicht zu jedem Unternehmen. Häufig eignen sich die entsprechenden DBMS-Lösungen zwar gut für eine bestimmte Nische – bei anderen Anwendern treten jedoch Probleme auf, die für das ursprüngliche Zielpublikum nicht berücksichtigt werden mussten. Es ist daher auch wichtig, das Supportmodell einer Datenbanklösung zu berücksichtigen, da Open-Source-Datenbanken häufig viel Zeit und Ressourcen benötigen. Darüber hinaus haben solche Datenbanken keine klare Roadmap. Sie sind von Natur aus lose strukturiert, was auf manchen Ebenen eine Herausforderung darstellt.

Fazit: Flexible Lizenzmodelle setzen Budgets für Innovationen frei

Der Hauptvorteil bei einem flexiblen Lizenzierungsmodell ist die Berechnungsgrundlage für Unternehmen. Sie erhalten alle bekannten Vorteile einer DBMS, aber mit einer strikt praxisorientierten Preisstruktur. Für eine transparente und faire Lizenzierung werden lediglich zwei relevante Kennzahlen benötigt: die Anzahl tatsächlicher Datenbank-Anwender und die Anzahl tatsächlich genutzter CPUs pro Version. Auf diese Weise lassen sich beträchtliche TCO-Einsparungen realisieren.

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