MyTuxedo, Stackfield, idgard Sichere Cloud-Speicher aus Deutschland – Teil 6

Von Thomas Joos

In diesem Teil der Reihe zu sicheren Cloud-Speichern aus Deutschland, EU und der Schweiz, schauen wir uns die drei Anbieter MyTuxedo, Stackfield und idgard an. Alle drei Anbieter kommen aus Deutschland und bieten Cloud-Speicher in deutschen Rechenzentren an.

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Auch jenseits der großen Anbieter gibt es zahlreiche Lösungen, die bequemen Datenspeicher liefern und gleichzeitig die Sicherheit der Daten sowie Datenschutz gewährleisten.
Auch jenseits der großen Anbieter gibt es zahlreiche Lösungen, die bequemen Datenspeicher liefern und gleichzeitig die Sicherheit der Daten sowie Datenschutz gewährleisten.
(© luSh - stock.adobe.com)

Anbieter von Speicherlösungen aus Deutschland und der EU unterliegen der DSGVO, die Anbieter aus der Schweiz müssen sich an die strengen Datenschutzgesetze der Schweiz halten. Die drei Anbieter MyTuxedo, Stackfield und idgard kommen aus Deutschland und bieten Datenspeicher aus deutschen Rechenzentren an.

MyTuxedo – Datenspeicher in Kombination mit Linux-Computer

MyTuxedo ist ein Cloud-Speicher, den der Augsburger PC-Anbieter Tuxedo zusammen mit seinen PCs und Notebooks auf Basis von Linux anbietet. Anwender benötigen daher Hardware von Tuxedo und können danach Daten in der Tuxedo-Cloud speichern. Für jeden Computer, den Anwender bei Tuxedo kaufen, erhalten sie 10 GB kostenlosen Speicherplatz in deutschen Rechenzentren.

Es ist nicht möglich ohne Hardware von Tuxedo den Cloud-Speicher zu nutzen oder zu testen. Anwender benötigen ein Gerät des Herstellers und einen Freischaltcode, mit dem der Speicher freigeschaltet wird. Wer mehrere Geräte bei Tuxedo kauft, kann den geschenkten Speicher auch in einem Konto bündeln. Dazu gilt auch hier die Regel, dass für jedes Gerät 10 GB zusätzlicher Speicher freigeschaltet werden kann.

Durch die Serverstandorte in Deutschland (Falkenstein und Augsburg) unterliegt der Datenspeicher der DSGVO. Die Daten im Rechenzentrum speichert der Anbieter auf verschlüsselten Festplatten. Zusätzlich können Anwender die Daten aber auch mit zusätzlichen Tools verschlüsseln. Dazu kommt ein serverseitiger Virenscan der Dateien mit ClamAV. Der Anbieter stellt Clients für Linux, Windows und MacOS zur Verfügung. Auch Apps für Android und iOS sind verfügbar. Natürlich bietet auch MyTuxedo Zugriffsmöglichkeiten über Browser. Zusätzlich kann der Cloud-Speicher auch per WebDAV als Netzlaufwerk angebunden werden.

Neben der Datenspeicherung können Fotos und Videos, die im Speicher abgelegt sind, auch online angezeigt werden, ohne dass ein zusätzliches Tool auf dem Rechner notwendig ist. Dazu kommt die Möglichkeit eines Online-Offices, mit dem Anwender Dokumente in der Cloud bearbeiten können. Die Freigabe von Dateien ist genauso möglich, wie die gemeinsame Arbeit an Dokumenten im Team. Gelöschte Dateien speichert MyTuxedo bis zu 30 Tage im Papierkorb, der bis zu 50 Prozent der Gesamtgröße des Speichers ausmachen kann.

Stackfield – Deutscher Cloud-Speicher für Teams

Das Münchner Unternehmen Stackfield bietet Cloud-Dienste für die Zusammenarbeit von Teams an. Die Preise beginnen bei etwa 10 Euro pro Benutzer und Monat bei einem Team mit bis zu 5 Mitgliedern. Dazu gehört auch ein Cloud-Speicherdienst sowie die Möglichkeit im Team zu chatten. Auch Team-Diskussionen im internen Forum lassen sich mit dem Client umsetzen. Klassische Teamfunktionen wie Audio- und Videokonferenzen sowie Screensharing gehören zum Lieferumfang von Stackfield.

Die komplette Kommunikation zwischen Endgeräten der Anwender und Cloud-Anbieter werden verschlüsselt. Dabei setzt Stackfield auf RSA-2048 und AES-256. Die Daten werden automatisch Ende-zu-Ende verschlüsselt. Anwender müssen dazu nichts konfigurieren, die sichere Kommunikation läuft automatisch im Hintergrund ab. Die Datenspeicherung erfolgt in deutschen Rechenzentren, die ISO-27001-zertifiziert sind. Stackfield bietet auch eine 2-Wege-Authentifizierung an. Diese wichtige Sicherheitsfunktion unterstützen leider immer noch nicht alle Online-Dienste und Cloud-Speicher.

Bezüglich der Speicherung von Daten, können Teams Dokumente cloud-basiert bei Stackfield ablegen. Bestandteil der Lösung ist auch eine Suche, die alle gespeicherten Dokumente, sofern natürlich Zugriff besteht, und die Team-Diskussionen durchsuchen kann. Zum Dateimanagement in Stackfield gehören auch Versionierung, Projektmanagement, Projektportfolios, Aufgabenmanagement, Aufgabenvisualisierung mit Kanban, Listen und Gantt Charts, Team Chat, Direktnachrichten, Wiki-Seiten mit Versionierung, Kalender und E-Mail-Integration. Im Fokus steht daher nicht nur die Speicherung von Daten, sondern auch die Arbeit im Team mit den Dokumenten.

Die Berechtigungen für die einzelnen Dienste beim Cloud-Anbieter lassen sich über ein Rechte- und Compliance-Modell steuern. Der deutschsprachige Support steht per Chat, Telefon und Mail zur Verfügung. Der Zugriff auf die Dienste von Stackfield kann mit Clients für Windows und macOS erfolgen, aber auch über Webrowser. Für mobile Geräte gibt es Apps für Android und iOS. Auch die Anbindung von externen Speichern ist möglich. Dazu gehören zum Beispiel Dropbox, Google Drive, OneDrive und Box. Die Anbieter stellen eine 14-tägige, kostenlose Testphase zur Verfügung.

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Idgard – Virtuelle Datenräume für Profis

Bei dem Cloud-Dienst idgard des Münchner Unternehmens Uniscon handelt es sich um einen weiteren Datenspeicher aus Deutschland, der auch Mehrwerte für Teams bietet. Der Anbieter arbeitet mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, bei der auch er selbst keinen Zugriff auf die gespeicherten Daten der Kunden erhalten kann. Die Daten können bei Speicherung nach Viren überprüft werden. Für die Berechtigungen zum Zugriff auf den Dienst, bietet idgard auch ein Rechte- und Rollenmodell an. Durch die Speicherung in ausschließlich deutschen Rechenzentren unterliegt auch idgard der DSGVO. Der TÜViT (TÜV Nord) hat idgard bereits 2016 nach dem Trusted Cloud Datenschutzprofil (TCDP) für Schutzklasse 3 zertifiziert, das wiederum auf der ISO-Norm 27018:2014 basiert.

Auch dieser Dienst richtet sich vor allem an Teams. Die Preise beginnen bei etwa 15 Euro pro Benutzer und Monat. Dafür gibt es, neben verschiedenen Cloud-Diensten, 10 GB Speicherplatz in der Cloud, mit der Option, diesen Speicher flexibel zu erweitern. Die verschiedenen Abomodelle lassen sich 14 Tage kostenlos testen. Für das Buchen und Verwenden des Dienstes sind keine IT-Spezialisten notwendig, die komplette Verwaltung und Verwendung des Dienstes erfolgt im Webbrowser.

Da sich die Lösung vor allem an professionelle Anwender richtet, ist der deutschsprachige Support auf verschiedenen Kanälen 24/7 erreichbar. Clients stehen für Windows, Android und iOS zur Verfügung. Der Zugriff kann auch über den Webbrowser erfolgen. Für die Verwendung von idgard ist kein Client notwendig, die Installation ist nur optional. Dabei ist es auch möglich Videos, Fotos und Dokument online zu betrachten, was einen Download vermeidet. Da der Dienst vor allem für Teams entwickelt ist, sind auch Werkzeuge Bestandteil, mit denen die Teammitglieder untereinander Chatten und Daten austauschen können.

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