»Kampf von Gut gegen Böse« Showdown auf Freenet-Aktionärsversammlung

Redakteur: Sarah Gandorfer

Beim Kampf um Freenet bahnt sich auf der Hauptversammlung in Hamburg ein Showdown an. Freenet-Chef Eckard Spoerr erwägt im Falle einer Niederlage den sofortigen Rücktritt.

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Freenet hat mit dem Kauf von Debitel im April dieses Jahres die beiden Großaktionäre United Internet und Drillisch verärgert. Beide planen schon seit längerem die Zerschlagung des TK-Anbieters. Dabei soll das DSL-Geschäft United Internet zufallen, das Mobilfunksegement Drillisch. Durch die Übernahme wurde der frühere Debitel-Eigentümer Permira zum dritten Großaktionär und die Anteile der beiden anderen verwässert.

Der Finanzinvestor Permira hat für den Verkauf rund 25 Prozent der Freenet-Aktien erhalten. Durch eine vorherige Kapitalerhöhung ist allerdings der gemeinsame Anteil von United Internet und Drillisch von gut 25 Prozent auf etwa 19 Prozent gefallen.

Nun wollen United Internet und Drillisch auf der Hauptversammlung am 8. August den Aufsichtsrat abwählen und dem Vorstand das Vertrauen entziehen lassen. Sollten sie damit Erfolg haben, will Freenet-Chef Eckard Spoerr die Segel streichen: »Dann bin ich weg, von einem Tag auf den anderen«, sagte er der »Welt am Sonntag«.

Er rechnet damit, dass die beiden Unternehmen bis zur Aktionärsversammlung ihren Einfluss weiter ausbauen. »United Internet und Drillisch werden mit hoher Wahrscheinlichkeit ihren Anteil an Freenet auf 29,9 Prozent aufstocken.« Somit bleiben sie unter der 30-Prozent-Schwelle, die sie zu einem Übernahmeangebot verpflichten würde.

Risiko der geringen Beteiligung

»Traditionell ist die Wahlbeteiligung auf Hauptversammlungen gering«, sagte Spoerr. »Da können 30 Prozent schon den Ausschlag geben.« Der Freenet-Chef will deshalb möglichst viele Anteilseigner überzeugen, an der Versammlung teilzunehmen.

Laut Spoerr stehen sich die beiden Lager unversöhnlich gegenüber: »In meinen Augen ist das ein Kampf von Gut gegen Böse.« Allerdings hält er sich trotz des Schlagabtauschs mit United-Internet-Chef Ralph Dommermuth ein Hintertürchen offen: »Ich hätte kein Problem, mich mit ihm zusammenzusetzen und sachlich zu Ergebnissen zu kommen. Ich bin niemand, der nachtragend ist.«

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