Warten auf HDTV Set-Top-Boxen sind für High Definition gerüstet

Redakteur: Christian Träger

Die diesjährige Anga Cable, die Fachmesse für Kabel, Breitband und Satellit, die vom 27. bis 29. Mai in Köln stattfand, bot den Herstellern unter anderem die Plattform, um aktuelle Trends bei Set-Top-Boxen vorzustellen. Dabei standen High Definition und Pay-TV-Empfang im Vordergrund.

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Das Sortiment von Hauppauge umfasst auch USB-Boxen für den TV-Empfang am Computer.
Das Sortiment von Hauppauge umfasst auch USB-Boxen für den TV-Empfang am Computer.
( Archiv: Vogel Business Media )

Vertreten waren auf der Anga Cable unter anderem etablierte CE-Hersteller wie Humax oder Pace, die zu den Pionieren beim HDTV-Empfang über Satellit zählen. Pace präsentierte zum Beispiel den TDS850NV, während Humax einige Sondereditionen des iCord HD vorstellte, die mit Festplattenkapazitäten von bis zu einem Terabyte erhältlich sind. In dieser Reihe wurde zudem eine Kabel-Variante als Studie gezeigt.

Kathrein konnte den Besuchern unter anderem einen Kombi-Receiver zeigen, der sowohl DVB-S- als auch DVB-T-Signale verarbeiten kann. Zusätzlich zum integrierten Conax Entschlüsselungssystem bietet der Empfänger einen CI-Slot für weitere Pay-TV-Angebote. Der UFS 790 ist zudem mit einer HDMI-Schnittstelle ausgestattet, um die Signale in digitaler Qualität auf einen Flachbildschirm zu übertragen.

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Wachsender Kabelmarkt

Die wachsende Nachfrage nach Kabel-Receivern greift auch Technisat auf und bietet in diesem Bereich den Digicorder HD K2 mit Twin-Tuner. Damit ist es möglich, gleichzeitig ein HD- sowie ein SD-Programm oder zwei SD-Sendungen anzusehen und aufzuzeichnen. Dafür enthält der Receiver eine Festplatte mit wahlweise 160 oder 500 Gigabyte Kapazität. Einen wichtigen Beitrag zur Konvergenz liefert die Ethernet-Schnittstelle. Integriert sind zudem das Entschlüsselungssystem Conax sowie zwei CI-Module. Als Verkaufspreise empfiehlt Technisat rund 600 beziehungsweise 750 Euro.

Dream, Anbieter Linux-basierter Set-Top-Boxen, hat unter anderem die beiden HD-Receiver DN800 HD PVR und DM8000 HD PVR DVD im Sortiment. Über SATA-Anschlüsse können darin handelsübliche Festplatten für die Aufzeichnung der TV-Inhalte genutzt werden. Das 8000er-Modell bietet bereits zwei Tuner für DVB-S2 und kann durch zwei weitere Empfänger ergänzt werden. Für die Entschlüsselung von Pay-TV bietet das Gerät vier CI-Steckplätze.

Neues für den HD-Empfang kann zudem Philips in der 5000-Serie anbieten. Die beiden Modelle unterstützen entweder den Empfang über Satellit (DSR5005) oder über das Kabelnetz (DCR5000). Die TV-Signale übertragen die Boxen per HDMI an entsprechend ausgestatte Flachbildfernseher.

Erfahrungen aus dem PC-Markt

Technotrend hat ein umfangreiches Sortiment an Set-Top-Boxen für Sat- und Kabelempfang vorgestellt. Zu den Highlights zählt der TT-select S850 HDTV, ein Sat-Receiver mit zwei Tunern und DVB-S2-Empfang. Die Sendungen können über einen USB-Anschluss auf einem externen Medium gespeichert werden. SD-Programme kann die Box bis zu einer Auflösung von 1080i hochskalieren und die verbesserten Bilder dann per HDMI-Port auf einem Flachbildfernseher ausgeben. Über ein CI-Modul ist der Receiver bei Bedarf für Pay-TV gerüstet. Als Verkaufspreis empfiehlt Technotrend 279 Euro.

Hauppauge, Hersteller von TV-Lösungen für den PC, hat in seinem Sortiment einen HD-PVR, der über einen USB-Anschluss mit dem Computer verbunden wird. Er enthält einen H.264-Encoderchip und kann damit eingehende Signale von einer Set-Top-Box in Echtzeit in das HD-Format umwandeln und aufzeichnen. Die USB-Box unterstützt dabei Auflösungen bis zu 1080i. Hauppauges HD-PVR soll dem Kunden zu einem Preis von 199 Euro angeboten werden.

Nur eine Frage der Hardware? – Kommentar des Autors

»Dafür zahlen wir keine Cent.« Dies waren die Worte meiner Frau, als ich ihr vor einiger Zeit von den Plänen der TV-Sender erzählt habe, eine Grundverschlüsselung einzuführen. Zugegeben, dieses Urteil über das TV-Angebot ist durchaus subjektiv, es zeigt aber die Bedeutung der TV-Inhalte für den Markt.

Beim Gang über die IFA 2006 konnte man den Eindruck gewinnen, dass bereits die nahe Fernseh-Zukunft vor hochauflösenden Bildern strotzen würde. Ein HD-Fernseher alleine macht jedoch noch keinen beeindruckenden Fernseh-abend – wenn das TV-Material nur PAL-Qualitäten im Format 4:3 besitzt. Es stellt sich zudem die Frage, ob eine Gerichtsshow tatsächlich mehr Spaß macht, nur weil sie in HD ausgestrahlt wird. Es scheint eher so, als seien die Fußball-EM und Olympia 2008 nach der Fußball-WM 2006 die nächsten verpassten Chancen für den Markt.

(ID:2013007)