Fünf neue Verträge gezeichnet Security-Distributor 8Soft weitet das Hersteller-Portfolio aus

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Michael Hase / Michael Hase

Der Würzburger Distributor 8Soft hat in den vergangenen Wochen fünf neue Hersteller-Verträge gezeichnet. Damit vertreibt der Security- und Open-Source-Spezialist jetzt Produkte und Services von elf Anbietern. Und der Ausbau des Portfolios ist noch nicht abgeschlossen.

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Thomas Sprickmann Kerkerinck, Geschäftsführer von 8Soft, zog fünf neue Herstellerverträge an Land.
Thomas Sprickmann Kerkerinck, Geschäftsführer von 8Soft, zog fünf neue Herstellerverträge an Land.
(8Soft)

Seit Mitte September ging es Schlag auf Schlag: Der Würzburger Distributor 8Soft gab innerhalb weniger Tage vier neue Verträge mit Herstellern bekannt, und zwar mit Egosecure, Secomba (Boxcryptor), Winmagic und Arkeia. „Dass die Vertragsabschlüsse in so kurzer Zeit kulminieren würden, kam für uns selbst etwas überraschend“, berichtet 8Soft-Geschäftsführer Thomas Sprickmann Kerkerinck. Immerhin hatten die Franken den Kontakt zu den Anbietern teilweise schon zu Beginn des Jahres aufgenommen.

Damit hat der Security- und Open-Source-Spezialist jetzt insgesamt fünf neue Anbieter im Portfolio, drei davon stammen aus Deutschland. Bereits seit Juli vertreibt 8Soft den Verschlüsselungsdienst ID Gard des Münchner Start-ups Uniscon. Unternehmen können mit dem Cloud-Service ihre E-Mail-Kommunikation, Online-Speicher oder Chatrooms ebenso wie den Datentransfer auf einfache Weise absichern.

Hinter dem Ausbau des Portfolios steht eine klare Wachstumsstrategie, wie 8Soft-Chef Sprickmann im Gespräch mit IT-BUSINESS ausführt. Zunächst habe man sich das Marktumfeld genau angeschaut. „Wir haben verglichen, was ein Security-Distributor sinnvoller Weise im Portfolio haben muss.“

Verschlüsselung

Einen Schwerpunkt bei den neuen Produkten im 8Soft-Programm bilden Verschlüsselungstechnologien. Mit Securedoc von Winmagic lassen sich Festplatten und Wechselmedien, aber auch Ordner und einzelne Dateien verschlüsseln. Über eine Konsole werden alle Assets zentral konfiguriert und verwaltet. Der kanadische Spezialist stimmt seine Technologie eng mit Hardware-Herstellern wie Apple, HP, Lenovo und Toshiba ab.

Das Produkt Boxcryptor des Augsburger Start-ups Secomba schützt Daten, die in Cloud-Speichern wie Dropbox, Google Drive oder Windows Skydrive abgelegt werden. Nutzer erstellen mit der Software ein virtuelles Laufwerk auf ihrem Rechner. Dort wird jede Datei automatisch verschlüsselt, ehe sie in die Cloud hochgeladen wird.

Mit dem Ausbau des Verschlüsselungsangebots reagiert 8Soft nach eigenen Angaben auf einen Bedarf im Markt. „Unternehmen müssen auf ihre Daten aufpassen“, formuliert Sprickman eine einfache Wahrheit. Die habe freilich schon vor der NSA-Affäre gegolten. Durch die Diskussion um das Spähprogramm Prism sei aber die Sensibilität bei den Anwendern gestiegen. „Edward Snowdens Enthüllungen kamen für uns gerade zum rechten Zeitpunkt.“

Endpoint Protection aus Ettlingen

Auf Endpoint Protection spezialisiert ist der Ettlinger Hersteller Egosecure. Dessen Software schützt nicht nur Endgeräte vor Malware und Datenverlusten. Vielmehr lassen sich mit den Egosecure-Modulen sämtliche Datenwege in Unternehmen absichern, um Haftungsrisiken und Arbeistzeitverluste zu senken. Die Software, die unter anderem bei Polizeibehörden im Einsatz ist, wird über eine zentrale Konsole gesteuert.

Beim fünften Neuzugang im 8Soft-Programm handelt es sich um den Backup-Spezialisten Arkeia. Das kalifornische Unternehmen bietet Software-Produkte und Appliances für Datensicherung, Deduplizierung und Wiederherstellung an. Im Januar dieses Jahres kaufte der Festplatten-Riese Western Digital den Hersteller.

Durch die fünf neuen Verträgen haben die Würzburger ihr Portfolio auf elf Hersteller erweitert. Damit ist der Ausbau noch nicht abgeschlossen, wie 8Soft-Chef Sprickmann ankündigt. Bedarf sieht er etwa bei Firewalls. Gespräche mit Anbietern habe er bereits geführt, berichtet der Manager. Man darf also gespannt sein, wen die Franken demnächst präsentieren werden und ob es sich wieder um Security-Technologie „made in Germany“ handelt. □

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