Compliance hilft physikalischer Sicherheit, USVs und Racks zum Durchbruch Security boomt an der Basis

Redakteur: Dr. Andreas Bergler

Im Zuge der gestiegenen Anforderungen des Gesetzgebers an die Sicherheit in Unternehmen – Stichwort Compliance – erlebt die Security-Branche derzeit einen wahren Boom. Doch alle IT-Security nutzt nichts ohne die Sicherheit auf der grundlegenden, physikalischen Ebene.

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Energieeffizienz ist zu einem Top-Thema in den Managementetagen aufgestiegen. Systemintegratoren müssen bei der Konzeption von Rechenzentren die verschiedenen Komponenten wie USV-Anlagen, Kühlung, Kapazitätsplanung und Management optimal aufeinander abstimmen.

»Der Energieverbrauch hängt vom Aufbau physikalischer IT-Infrastrukturen ab«, erklärt Jacques Muller, Zone Manager Germany & Austria bei APC-MGE. Durch ein ganzheitliches Konzept lässt sich eine kostspielige Überdimensionierung vermeiden. Bei den einphasigen USV-Systemen, die gewöhnlich im kleineren Leistungsbereich bis zu 10 kVA anzutreffen sind, rechnet APC-MGE daher mit einem zweistelligen jährlichen Wachstum. »Dabei sind vor allem die USV-Anlagen mit hohem Wirkungsgrad gefragt«, ergänzt Ralph Wölpert, Leiter Marketing & Business Development bei Lampertz. Lag der Wirkungsgrad gebräuchlicher USV-Anlagen vor Kurzem noch bei durchschnittlich 90 Prozent, so bieten moderne Anlagen eine Energieeffizienz zwischen 95 und 98 Prozent.

Neben der CO2-Reduktion sind die gesetzlichen Vorgaben für die Unternehmenssicherheit ein wesentlicher Faktor, der die Nachfrage anheizt. Reseller, die ihren Kunden Compliance-gerechte Security garantieren wollen, berücksichtigen deshalb Komponenten, die Sicherheit im umfassenden Sinn garantieren.

Zusätzlich zu den USV-Anlagen spielen dabei auch Gebäudeüberwachungssysteme und Konzepte für sichere Rechenzentren eine tragende Rolle. Um Rechenzentren und Racks zu schützen, kommen niedrigvolumige Löschgassysteme und Kühlsysteme mit regelbaren Ventilatoren zum Einsatz.

Überwachung

Zum Schutz der Unternehmen selbst wird das hausinterne Netzwerk mehr und mehr integriert. Joachim Lang, Vertriebsmarketing beim Security Center, spricht von einem regelrechten Boom netzwerkbasierter Sicherheitstechniken: »Viele alte, analoge Systeme werden zunehmend durch vernetzte Lösungen ersetzt oder umgerüstet. Fachhändler können in diesem Bereich von Wachstumsraten von bis zu 40 Prozent profitieren.« Videoüberwachungssysteme, die am Gesamtmarkt im Moment immer noch einen recht kleinen Teil einnehmen, könnten hier in Kürze der stärkste Motor sein. Bis 2012, so schätzt Joachim Lang, könnten die Umsätze von IP-Kameras in Europa das gleiche Volumen erreichen wie analoge Kameras.

IT-BUSINESS bat vier Insider um eine Stellungnahme zur aktuellen Marktentwicklung im Bereich »Physikalische Sicherheit, USVs und Racks«.

Jörg Kreiling von Rittal

»In Anbetracht steigender Stromkosten rückt der Wirkungsgrad von USVs in den Vordergrund, denn er beeinflusst die Betriebskosten entscheidend. Insbesondere gilt dies für leistungsfähige Doppelwandler-Systeme. Die modulare USV PMC 200 von Rittal hat einen Wirkungsgrad von mehr als 95 Prozent bei Volllast und über 94 Prozent im Teillastbereich. In der Entwicklung setzt Rittal auf eine weitere Steigerung des Wirkungsgrads, um noch mehr Energieeffizienz zu bieten.«

Jacques Muller von APC-MGE

»Laut Gartner geben 70 Prozent der IT-Manager der effizienten Stromversorgung und dem Cooling für Infrastrukturen höchste Priorität. APC-MGE hat weltweit das größte Produkt- und Service-Portfolio und will die Marktposition deutlich ausbauen. Die Basis bildet ein vergrößertes Distributionsteam, hohe Transparenz sowie persönliche Kommunikation mit unseren VARs und Partnern. Bei den einphasigen USV-Systemen rechnen wir mit einem zweistelligen jährlichen Wachstum.«

Michele Martiradonna von emerson network power

»Die Absicherung des Energieflusses ist nicht allein im Falle eines Stromausfalls nützlich, sondern gewährleistet bereits bei kleineren Problemen in der Energiezufuhr eine gleichbleibende Arbeitsproduktivität. Bei einem hohen Investitionsvolumen sollte keiner sein IT-Equipment durch unzureichende Energiesicherungssysteme aufs Spiel setzen. Für Reseller tun sich in dem Bereich enorme Möglichkeiten auf. So hat beispielsweise VoIP sämtliche Standards deutlich höher geschraubt.«

Ralph Wölpert von Lampertz

»Ohne sichere Energieversorung über redundante Einspeisung, USV-Geräte und Notstrom-Diesel geht es heute in einem Rechenzentrum nicht. Gerade der Kostenfaktor Energie spielt in einem modernen Rechenzentrum eine ganz wesentliche Rolle im Konzert der Betriebskosten. Für Reseller bietet die Sichtweise, Sicherheit mit Kosteneinsparung zu verbinden, eine große Chance. Wer hier ein Kompetenzfeld aufbaut, wird als Trusted Advisor in der IT-Sicherheit wahrgenommen.«

Physikalische Risiken

Die drei gravierendsten physikalischen Risiken für IT-Systeme sind laut Lampertz:

– Feuer: Eine konventionelle Brandschutzwand der Klasse F90 schützt nicht ausreichend. Die Temperaturen im Rechenzentrum können trotz einer solchen Wand bis zu 200 Grad Celsius erreichen.

– Wasser / Löschwasser: Da sie nicht wasserdicht ist, hat eine Brandschutzwand der Klasse F90 auch zu hoher Luftfeuchtigkeit nichts entgegenzusetzen.

– Korrosive Rauchgase: Ein Kilogramm verbranntes PVC reicht aus, um 5 800 Kubikmeter korrosive Rauchgase zu erzeugen.

Weitere physikalische Risiken sind: Einbruch, Staub, unerlaubte Fremdzugriffe, elektromagnetische Felder, Explosionen, Vandalismus, mechanische Eingriffe aller Art und Trümmerlasten.

In Zusammenarbeit mit dem auf IT-Recht spezialisierten Rechtsanwalt Wilfried Reiners hat Lampertz die Broschüre »Haftungsrisiken für IT-Verantwortliche« herausgegeben. Sie ist kostenlos erhältlich unter der Rufnummer 02661/952-0, per eMail unter info@lampertz.de oder zum Download direkt auf der Webseite des Herstellers.

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