Vertriebspartner gesucht Seagate steigt in die Datenrettung ein

Redakteur: Philipp Ilsemann

Die Seagate-Tochter Recovery Services will auch in Deutschland richtig Gas geben. Die Datenrettungs-Services sollen dabei vor allem über den Fachhandel vertrieben werden. Über 80 Prozent des Geschäfts laufen durch den Channel.

Firmen zum Thema

Im Labor in Amsterdam werden defekte Festplatten auf Herz und Nieren geprüft.
Im Labor in Amsterdam werden defekte Festplatten auf Herz und Nieren geprüft.
( Archiv: Vogel Business Media )

2008 wird zum Datenrettungs-Jahr bei Seagate Services. Nachdem die Dienstleistungstochter des Festplattenherstellers Anfang 2006 die US-Firma Actionfront übernommen hatte, soll das Services-Geschäft nun auch in Deutschland aufgebaut werden. Seit April steht in Amsterdam das europäische Labor. Marc van der Net, zuständig für das Business Development in Deutschland, hat seitdem zahlreiche Kontakte geknüpft und den Markt durchforstet, um die richtige Strategie für den Aufbau des Geschäfts auszutüfteln.

Dabei ist ihm schnell eines klar geworden: »Der direkte Vertrieb ist nicht unsere Priorität. Statt Adwords in Google zu schalten, können wir mit dem Geld besser einen indirekten Kanal aufbauen.« 80 Prozent der Umsätze sollen daher über Partner aus dem Fachhandel erwirtschaftet werden. Diese haben die freie Wahl, wie sie mit dem Dienstleister zusammenarbeiten wollen.

Die einfachste Partnerschaft ist der Referral-Status, bei dem der Händler für Kunden mit Datenverlust, die er erfolgreich an Seagate Recovery Services vermittelt, nach erfolgreicher Wiederherstellung und Bezahlung einen »Finderlohn« in Höhe von zehn Prozent des Umsatzes kassiert.

Partner, die ihre Kunden nicht aus der Hand geben wollen, können diese aber auch weiterhin selbst betreuen – wahlweise unter eigenem oder Seagate-Logo. Er fungiert dann als Bindeglied zwischen Kunde und Dienstleister. Seagate kommuniziert ausschließlich mit dem Händler, der wiederum den Kunden über den aktuellen Status seines Datenträgers auf dem Laufenden hält. In diesem Fall hat der Partner auch freie Hand bei der Preisgestaltung. Er kauft die Dienstleistung zum Einkaufspreis und kann eine eigene Marge obendrauf schlagen.

Kostenlose Abholung und Diagnose

Die Abholung des defekten Datenträgers beim Händler organisiert Seagate kostenlos. Die ebenfalls kostenfreie Diagnose erfolgt innerhalb von 24 Stunden. Von Wettbewerbern abheben will sich der Dienstleister durch verstärkte Transparenz. So erhalten Partner und Kunde nach der Diagnose einen Kostenvoranschlag, von dem sich der Endpreis nicht stark unterscheiden soll. So verspricht van der Net im Gespräch mit IT-BUSINESS keine nachträglichen Preisaufschläge zu erheben, falls ein höherer Aufwand für die Datenrettung nötig sein sollte.

Economy oder Priority

Die Preise für die Rettung einer defekten Festplatte liegen bei 700 bis 1.400 Euro im »Economy-Tarif«. Dieser sieht eine Wiederherstellung innerhalb von zwei bis vier Wochen vor. Die wiederhergestellten Dateien werden auf DVDs ausgeliefert. Wer seine Daten innerhalb von zwei bis fünf Labortagen wieder benötigt, zahlt im »Priority-Tarif« 900 bis 2.000 Euro. Die geretteten Dateien werden dann auf einer externen Festplatte zurückgesendet.

Gerettet werden natürlich nicht nur Festplatten aus dem Seagate- und Maxtor-Portfolio. Auch Konkurrenzprodukte stellt Seagate Recovery Services wieder her. Dennoch haben bestehende Seagate-Kunden Vorteile. So übernimmt die Service-Tochter auch die Garantieabwicklung für defekte Festplatten. Sie stellt zum Beispiel Austauschgeräte zur Verfügung, auf die bei Bedarf die wiederhergestellten Daten gespielt werden.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:2009587)