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CES 2017 Seagate entwickelt Datenlösungen für Drohnen

Autor: Michael Hase

Der Festplattenriese Seagate ist eine strategische Allianz mit dem chinesischen Drohnenhersteller DJI eingegangen. Gemeinsam wollen die Unternehmen an Datenlösungen für unbemannte Luftfahrzeuge arbeiten. Der Weltmarktführer aus Shenzen teilt Daten allerdings auch mit seiner Regierung.

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Grob geschätzt stammen zwei von drei Drohnen, die weltweit verkauft werden, von DJI.
Grob geschätzt stammen zwei von drei Drohnen, die weltweit verkauft werden, von DJI.
(Bild: DJI)

Drohnen werden zunehmend zum Geschäft für Hersteller von IT-Komponenten. So haben Chip-Anbieter wie Ambarella, Intel, Nvidia oder Qualcomm spezifische Designs für die unbemannten Luftfahrzeuge entwickelt. Jetzt will auch der Festplattenspezialist Seagate im großen Stil in diesen Markt einsteigen. Zur CES hat der irisch-amerikanische Konzern eine strategische Allianz mit dem Drohnenhersteller Dà-Jiāng Innovations (DJI) angekündigt. Gemeinsam mit dem chinesischen Partner wird Seagate künftig Lösungen für die Datenanforderungen von Drohnennutzern entwickeln.

Hintergrund der Kooperation sind den Unternehmen zufolge die stetig steigende Auflösung von Drohnen-Kameras und die länger werdenden Flugzeiten der Geräte, wodurch der Bedarf an Speicherplatz wächst. Demnach können bei einem 25-minütigen Flug mit dem Modell „DJI Inspire 2“, das mit einer 5.2K-Kamera ausgestattet ist, bis zu 120 Gigabyte an Daten anfallen. Künftige Lösungen sollen das Speichern, Verwalten, Downloaden und Teilen großer Datenmengen, wie sie während solcher Flüge entstehen, auf einfache Weise unterstützen.

Die Bündelung der Storage-Kompetenz von Seagate mit der Drohnenexpertise von DJI „ermöglicht die Entwicklung neuer, effizienter und zuverlässiger Lösungen für unsere Kunden, die ihren Speicheranforderungen entgegenkommen“, ist Michael Perry, Director of Strategic Partnerships bei DJI, überzeugt. Im Laufe dieses Jahres wollen die Partner ihre erste konkrete Produktkooperation bekanntgeben.

Aus Chinas Silicon Valley

2006 gegründet, zählt DJI mittlerweile zu den Shootingstars aus dem chinesischen Silicon Valley von Shenzen. Medienberichten zufolge hat das Unternehmen, das mittlerweile über Niederlassungen in den USA, Deutschland, den Niederlanden und Japan verfügt, im Jahr 2015 schätzungsweise eine Million Drohnen verkauft und einen Umsatz von rund einer Milliarde Dollar erzielt. Der weltweite Marktanteil des Herstellers soll laut dem Beratungsunternehmen Frost & Sullivan bei etwa 70 Prozent liegen.

Allerdings sorgte DJI bislang nicht nur für positive Schlagzeilen. Wie die „Frankfurter Allgemeine“ im April des vergangenen Jahres berichtete, kann oder will das Unternehmen nicht aktiv verhindern, dass Daten ihrer Kunden am Ende bei Chinas Regierung landen. „Wir haben den Regulatoren gesagt, dass wir bereit sind, unsere Daten mit ihnen zu teilen“, zitierte die Tageszeitung einen DJI-Sprecher.

Käufer seiner Drohnen weist der Hersteller per Beipackzettel darauf hin, dass er Nutzerdaten auf Servern in China, Hongkong und den USA speichert. „Wie andere Unternehmen auch“ übergebe man die Aufzeichnungen aus den Fluggeräten an die Behörden, falls deren Anfrage berechtigt sei, führte der Sprecher weiter aus. In China dürften die Behörden im Zweifelsfall jedoch selbst über die Berechtigung ihrer Anfragen entscheiden. Denn im Reich der Mitte beansprucht der Staat, wie Präsident Xi Jinping 2016 in einer Grundsatzerklärung klarstellte, die Kontrolle über das Internet.

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