Produkt-Trends Schneller, breiter und schlagkräftiger

Redakteur: Dr. Andreas Bergler

Das wachsende Bedrohungspotenzial treibt die Entwicklungen auf dem Antiviren-Markt in jeder Hinsicht voran. Hersteller verbessern nicht nur die Viren-Erkennungsgeschwindigkeit, sondern reichern ihre bestehenden Lösungen mit zusätzlichen Technologien an.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Microsoft macht's vor: Mit der für Januar 2007 geplanten Einführung des neuen Betriebssystems Vista soll ein Echtzeitschutz gegen Viren auf dem Desktop praktisch obsolet werden. Dies legten zumindest die Äußerungen von Jim Allchin nahe, Co-President der Platform & Services Division von Microsoft, der auch gleich wieder zurückrudern musste: Gemeint seien schließlich nur Zugangsbeschränkungen für Kinder im Internet.

Die Tendenz ist allerdings klar: Wer sich als Hersteller auf reine Antiviren-Lösungen versteift, landet früher oder später auf dem Abstellgleis der Security-Geschichte.

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Ausweiten…

Eine Verbreiterung der Produktpalette beziehungsweise die Fähigkeit zur Verschmelzung mit weiteren wesentlichen Security-Features wie Content-Security, Anti-Spyware und Spam-Management gehören heute zur Roadmap jedes Antiviren-Herstellers, der im Enterprise-Segment Fuß fassen will. Im Consumer-Bereich kommen schließlich noch Firewall-Funktionalitäten, Schutz vor Phishing und spezielle Kindersicherungen hinzu.

In Form einer „Proactive Content Security“ verknüpft beispielsweise eSafe von Aladdin den Schutz vor Malicious Code mit einem eMail-, Web- und Applikations-Filter. Auf der Systems hat Kaspersky neue Unternehmenslösungen angekündigt, darunter Anti-Virus für Proxy Server, Anti-Virus 5.0 für Clearswifts Mimesweeper for SMTP und neben der eigenen Antispam-Engine 3.0 auch eine spezielle Antiviren-Lösung für Mobile in der Version 2.0. Auch Symantec erweitert sein Angebot mit Lösungen für neue Betriebssysteme wie Windows Mobile (Anti Virus 4.0) und Windows Vista (Symantec Anti Virus 10.2).

...und vertiefen

Da Virenschreiber immer gezielter gegen ihre potenziellen Opfer vorgehen, lassen sich auch in technischer Hinsicht durchaus Wettbewerbsvorteile erzielen. So verkürzen die Hersteller mit so genannten proaktiven Lösungen die Reaktionszeiten ihrer Antiviren-Engines. Das Zeitfenster zwischen der Veröffentlichung von Schwachstellen und der Verfügbarkeit entsprechender Patches soll auf diese Weise weiter zugedrückt werden.

Besondere Anstrengungen, die Abhängigkeit von zeitfressenden Updates mit verhaltensbasierten Technologien zu vermindern, unternahmen unter anderem Eset (im Vertrieb durch Datsec Data Security) mit der Threatsense-Technologie, Softwin mit B-Have (Behavioral Heuristic Analyzer in Virtual Environments) – wie im Bitdefender Antivirus Plus v10 integriert –, G-Data mit der Virenerkennungstechnologie Outbreak Shield, S.N. Safe & Software mit Safe 'n' Sec Personal und Business, Norman Data Defense Systems mit der Sandbox-Technologie (Analyzer, Analyzer Pro und Reporter) oder Panda Software mit dem Intrusion Prevention System Tru Prevent, das in die Consumer-Produkte integriert wurde.

Esets Flagschiff Nod32 wurde soeben in der Version 2.7 veröffentlicht, die aktive Rootkits mit Hilfe der Anti-Stealth-Technologie bekämpft. Auf Endverbraucher zielt F-Secure mit der Lösung Internet Security 2007, in die die Technologie Deep Guard zur Früherkennung durch Echtzeitheuristiken integriert wurde. Speziell für Besitzer eines Mobiltelefons hat der finnische Hersteller soeben eine Virenschutzlösung inklusive Firewall (UVP: 40 Euro) für die Handy- und Smartphone-Betriebssysteme S60 3rd Edition und Symbian OS v9 aufgelegt.

Schutz für alle

McAfees Total Protection schützt Heimanwender nicht nur gegen Schaden bringenden Code, sondern wurde auch um Speicher- und Restore-Funktionen für persönliche Dateien, Optimierungstools für den PC und einen Netzwerkproblem-Beseitiger bereichert. Ebenfalls einen Rundum-Schutz für den Endverbraucher bieten die Suiten von Avira (Premium Security Suite) und Buhl Data (PC Firewall Professional). Eine weitere Komplettlösung inklusive Backup, Spamfilter und Firewall bringt Bull Guard in der Version 7.0.

Um ein plattformübergreifendes Virenmanagement ging es CA bei eTrust Antivirus. Das Release 8 schützt vom Gateway bis zum PDA vor bösartigem Code. Sein Portfolio von Gateway-Security-Lösungen rundet Trend Micro mit der Interscan Messaging Security Appliance ab, die auch als Software-Variante zu haben ist. Neben der Abwehr von Viren, Spam und Phishing gibt es mit dem Intellitrap-Verfahren auch einen Schutz vor so genannten Zero-Day-Attacken.W ab

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