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Multi-Channel-Strategie Schnäppchenjagd mit Gefühl

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Susanne Ehneß / Susanne Ehneß

Verbraucher kaufen zunehmend online ein. Doch das Einkaufserlebnis wollen sie sich eigentlich nicht nehmen lassen.

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Der Warenkorb wird gern auch online gefüllt, aber der Kunde braucht den stationären Handel als Inspirationsquelle.
Der Warenkorb wird gern auch online gefüllt, aber der Kunde braucht den stationären Handel als Inspirationsquelle.
(© bluedarkat - Fotolia.com)

Satte 90 Prozent der Deutschen kaufen per Internet ein. Zwar verschmähen sie den stationären Einzelhandel deshalb noch lange nicht, doch verliert er zunehmend an Attraktivität.

Laut einer Studie des Bezahldienstanbieters Skrill gibt bereits jeder Fünfte online mehr Geld aus als im Ladengeschäft. Hauptgrund seien die besseren Preise im Internet. 67 Prozent der Befragten gaben an, bereits etwas in einem Laden gekauft und später im Online-Shop preiswerter entdeckt zu haben. Grund genug also, zu vergleichen.

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Laut Skrill geschieht dies zunehmend über den Abgleich der Preise via Smartphone: Der Preis des gewünschten Produkts wird noch vor Ort mit den Preisen in Web-Shops verglichen. Skrill-CEO Siegfried Heimgaertner sieht hier Handlungsbedarf beim Einzelhandel: „Wenn der stationäre Handel es schafft, die Smartphone-affinen Käufer noch im Laden zum mobilen Shopping im eigenen Online-Store zu bewegen, wäre das ideal.“ Die Offline- und Online-Welt müssten also besser verzahnt werden.

Einkaufserlebnis

Dennoch: Die traditionelle Einkaufsstraße bleibe eine Inspirationsquelle. Hier könnten Konsumenten „Produkte anfassen und ausprobieren“, so Heimgaertner.

In die gleiche Kerbe schlagen die Ergebnisse einer Umfrage von TNS Infratest. Laut Geschäftsführer Jens Krüger bleibe die „Sehnsucht nach Erlebnis, Beratung und auch Austausch.“ 89 Prozent der Befragten schätzten die Bedeutung des Einzelhandels nach wie vor als wichtig ein.

Direktvertrieb

Der große Gewinner der Umfrage war der Direktvertrieb. Während die Befragten das Einkaufen im Internet mehrheitlich als „zeitsparend“, „bequem“ und „funktional“ einstuften, wurden direkte Vertriebsformen als „kommunikativ“, „persönlich“ und „echt“ bewertet. Als direkte Vertriebsform zählten hierzu beispielsweise Verkaufspartys, aber auch Online-Foren und Internet-Communities.

„Direktvertrieb kann das Manko im Internet hinsichtlich Beratung, persönlichem Austausch kompensieren“, ist Jochen Acker, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Direktvertrieb (BDD), überzeugt. Den Direktvertrieb, bei dem der Verkäufer zu den Kunden nach Hause kommt, erkennt er als „ideale Ergänzung zum Internethandel“. □

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