Angetestet: Honor MagicBook 15 Schickes Notebook mit Verbesserungspotenzial

Autor: Klaus Länger

Das MagicBook 15 mit Intel-Tiger-Lake-Prozessor ist das letzte Honor-Notebook, das noch unter der Regie von Huawei entwickelt wurde. Wir sehen uns das schicke 15,6-Zoll-Notebook mit entspiegeltem Full-HD-Display im Hands-on-Test genauer an.

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Das MagicBook 15 von Honor ist mit einem Gewicht von 1,56 kg für ein 15,6-Zoll-Gerät verhältnismäßig leicht. Das Full-HD-Display deckt den sRGB-Farbraum zu 100 Prozent ab und es ist zudem mit einer Low-Blue-Light-Funktion ausgestattet.
Das MagicBook 15 von Honor ist mit einem Gewicht von 1,56 kg für ein 15,6-Zoll-Gerät verhältnismäßig leicht. Das Full-HD-Display deckt den sRGB-Farbraum zu 100 Prozent ab und es ist zudem mit einer Low-Blue-Light-Funktion ausgestattet.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Honor geht als Unternehmen seit Beginn des Jahres eigne Wege. Zuvor war es der Budget-Brand von Huawei. Allerdings merkt man dem MagicBook 15 in einigen Details an, dass es noch unter der Regie des ehemaligen Mutterkonzerns entwickelt wurde. So sitzt rechts neben dem Tastenfeld ein kreisrunder Powerschalter mit ­integriertem Fingerprintreader für eine schnelle Windows-Hello-Anmeldung, und die ausklappbare Webcam versteckt sich zwischen den Funktionstasten in der obersten Reihe des Keyboards. Dadurch ist das Rahmenteil über dem 15,6-Zoll-Display ebenso schmal wie die Einfassungen links und rechts des Full-HD-Panels.

Unter dem Display bleibt allerdings noch viel Platz für den Honor-Schriftzug, da der Hersteller beim MagicBook 15 ein Panel mit 16:9-Seitenverhältnis verwendet. Das flimmerfreie IPS-Panel ist entspiegelt, liefert aber trotzdem eine lebendige Farbdarstellung. Honor verspricht dabei eine 100-prozentige Abdeckung des sRGB-Farbraums. Durch die Entspiegelung ist die maximale Helligkeit, die Honor mit 300 Nits angibt, auch im Freien ausreichend.

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Leicht und flott, aber wenig ausdauernd

Den Antrieb für das MagicBook 15 liefert ­Intel in Form eines Core i5-1135G7. Die CPU aus der Tiger-Lake-U-Familie verfügt über vier Cores, Hyperthreading und eine integrierte Iris-Xe-Grafikeinheit. Im Turbo-Boost kann sich die CPU kurzzeitig auf bis zu 4,2 GHz aufschwingen. Der Arbeitsspeicher ist mit 16 GB für ein Notebook dieser Klasse groß dimensioniert. Erweiterbar ist er allerdings nicht mehr. Als Massenspeicher ist die 512 GB große M.2-SSD Western Digital SN730 mit NVMe-Interface eingebaut, die mit ihrer PCIe-3.0-Schnittstelle eine ordentliche Performance schafft. Die SSD ist gesteckt und nach dem Entfernen den Gehäusebodens gut erreichbar. Prinzipiell wäre in dem Gehäuse des Notebooks sogar noch Platz für eine zusätzliche 2,5-Zoll- SSD oder HDD. Allerdings gibt es keinen passenden SATA-Anschluss auf dem Mainboard. Das AX201-WLAN-­Modul von Intel ist aufgelötet, unterstützt aber WiFi 6.

Bei der Messung der Systemleistung mit PCMark 10 erzielt das 15,6-Zoll-Notebook 4.687 Punkte und damit einen guten Wert, der noch 300 Punkte über dem des allerdings noch dünneren und leichteren Fu­jitsu Lifebook U9311X liegt. Mit seiner im Tiger-Lake-Prozessor integrierten Xe-GPU kommt das Notebook auf 12.548 Zähler im 3DMark Night Raid und ist damit sogar ­bedingt spieletauglich. Die Akkulaufzeit ist mit zwei Stunden und 43 Minuten unter Dauerlast im PCMark 8 allerdings nur ­befriedigend. Mit 42 Wh ist der Stromspeicher auch nicht besonders groß dimensioniert und wird so in der Praxis kaum für mehr als fünf bis sechs Stunden mobiles Arbeiten ausreichen.

Auf der Habenseite stehen das für ein 15,6-Zoll-Notebook moderate Gewicht von nur 1,56 kg und die sehr gute Verarbeitung des Aluminiumgehäuses, das mit der blau schimmernden Diamond-Cut-Umrandung am Displaydeckel zudem sehr elegant aussieht. Das Keyboard ist gut, muss aber mit kleinen Cursor-up- und down-Tasten und vor allem ohne Beleuchtung auskommen. Einen separaten Ziffernblock haben sich die Entwickler ebenfalls gespart. Das Touchpad mit integrierten Tasten ist dafür sehr groß dimensioniert. Die aus dem Keyboard ausklappbare Webcam wirkt zwar wie eine raffinierte Idee, liefert aber bei ­Videokonferenzen wenig schmeichelhafte Bilder aus der Froschperspektive. Praktisch ist der im Powerbutton integrierte Fingerabdruckscanner, der schnell reagiert.

Mageres Schnittstellenangebot

Bei den Schnittstellen ist Honor geizig: Trotz Tiger Lake gibt es keinen Thunderbolt-4-Port, sondern nur einen USB-C-Port, der gleichzeitig als Ladebuchse für das ­Steckernetzteil dient. Daneben gibt es nur noch zwei USB-A-Anschlüsse, einer davon nur mit USB 2.0, einen HDMI-Ausgang und einen 3,5-mm-Klinken­anschluss. Die nach unten gerichteten Lautsprecher liefern einen ordentlichen Sound. Mit der vorinstallierten Nahimic-Software können virtuelle Surround-Effekte aktiviert werden. Zudem lässt sich die Audioausgabe für Musik oder Kommunikation an die eigenen Vorlieben anpassen.

Die Honor-eigene PC-Manager-Applikation prüft Treiberstände und Hardware. Die ebenfalls in die Software integrierte Fernsteuerung für Smartphones funktioniert allerdings nur mit Honor-Geräten. Als Betriebssystem ist Windows 10 Home installiert.

Elegantes und schnelles Notebook mit Schwächen im Finish

Das Resümee unseres Hand-on-Tests des Honor MagicBook 15 fällt zwiespältig aus. Das Notebook ist elegant, für seine Größe leicht und gut verarbeitet. Zudem liefert es mit seinem Core i5 aus der Tiger-Lake-Familie eine sehr ordent­liche Leistung und bietet ein hochwertiges, entspiegeltes Display, das auch im Business-Einsatz eine gute Figur macht. Auch der 16 GB große Arbeitsspeicher, die flotte 512-GB-SSD und der schnelle Fingerprintreader im Einschaltknopf sprechen für das Gerät. Auf der anderen Seite ist die Akkulaufzeit nur befriedigend und die Schnittstellenausstattung bescheiden. Bei Videokonferenzen ist die unter dem Display angeordnete Webcam trotz eigentlich guter Qualität durch ihre Froschperspektive kaum brauchbar. Bei einem Preis von 950 Euro (UVP) sollte zudem eine Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung eingebaut sein.

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Honor: Der Weg vom Budget-Brand zum eigenen Hardware-Hersteller

Huwei hatte Honor im Jahr 2013 als eigene Sparte gegründet, um jüngere, tech-affine Käufer mit günstigen Mittelklasse-Smartphones anzusprechen. Mit dem sehr günstigen MagicBook 14 ­erschien im vergangenen Jahr das erste Notebook. Ende 2020 gab Huawei bekannt, die Honor-Sparte zu verkaufen, die ebenfalls unter den US-Sanktionen litt. Käufer war das neu gegründete Konsortium Shenzhen Zhixin New Information Technology. Hauptaktionär ist Shenzhen Smart City Technology Development, daneben sind Partner und Zulieferer beteiligt. Durch diesen Schritt kann Honor Bauteile von US-Unternehmen kaufen und die Smartphones für den Export mit Googles Android ausliefern.

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