Steuerliche Neuregelungen Schenken vereinfacht – Fragen erschwert

Redakteur: Katrin Hofmann

Mit einem wahren Feuerwerk an neuen Regeln bei den betrieblichen Steuern startete das Jahr 2007: Eines der wichtigsten Gesetzeswerke ist das Jahressteuergesetz 2007. Selbständige der IT-Branche sollten die Bestimmungen kennen, um profitieren zu können.

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»Für den beschenkten Geschäftsfreund ist die Pauschalsteuer auf Sachzuwendungen eine feine Sache.« (Konrad Pochhammer/Geschäftsführer Verhülsdonk & Partner)
»Für den beschenkten Geschäftsfreund ist die Pauschalsteuer auf Sachzuwendungen eine feine Sache.« (Konrad Pochhammer/Geschäftsführer Verhülsdonk & Partner)
( Archiv: Vogel Business Media )

Schenken Sie doch einmal etwas und erhalten Sie sich damit die Freundschaft! War Geschäftspartnern 2006 nicht jedes Päckchen recht, weil höherpreisige Geschenke als Einnahme verbucht werden mussten, kann dank einer neuen Pauschalsteuer nun der Schenkende seinem Günstling diesen finanziellen Nachteil vom Hals halten.

Beschenkte können jubeln

Möchte der Unternehmer einem guten Geschäftsfreund beispielsweise zum Geburtstag ein Notebook schenken, so kann er nun 30 Prozent der Kosten des Rechners pauschal ans Finanzamt abführen und übernimmt so die Steuer, die sonst der Nutznießer der Zuwendung tragen müsste, erklärt Konrad Pochhammer, Geschäftsführer der Berliner Niederlassung der Steuerberatungsgesellschaft Verhülsdonk und Partner.

Als eine weitere wichtige Klausel – die allerdings oftmals mit unumgehbaren Kosten verbunden ist – betrachtet er die neuen Vorgaben zu verbindlichen Auskünften, die das Finanzamt erteilt. Diese kosten nun Gebühren. Besonders bei noch nicht verwirklichten betrieblichen Vorhaben, die mit unsicheren steuerlichen Auswirkungen verbunden sind, sei eine verbindliche Auskunft ratsam, so Pochhammer: »Die lässt sich das Finanzamt aber gut bezahlen.«

Antworten kosten bares

Die Gebühr leitet sich aus dem Gegenstandswert ab, der bei mindestens 5 000 Euro angesetzt wird und bei diesem Wert 121 Euro beträgt, rechnet Pochhammer vor. Ist der Gegenstandswert nicht zu schätzen, werden 50 Euro je angefangene halbe Stunde berechnet. Ob das Jahressteuergesetz 2007 Selbstständige letztlich besser oder schlechter stellt, wird die Zukunft zeigen, denn einerseits ist dies vom Einzelfall abhängig, andererseits bringt das Gesetz »weitere Änderungen, über die teilweise selbst der Fachmann nur schwer den Überblick behalten kann«, schränkt der Experte ein.

Die zusätzlichen Neuregelungen helfen teilweise sparen oder kosten Geld, wie zwei weitere Beispiele zeigen. So können Selbstständige Beiträge zur Rürup-Rente nun besser als Sonderausgabe deklarieren. In den Geldbeutel greift der Staat dagegen mit der neuen Klausel zur Pendlerpauschale, nach der erst ab dem 21. Kilometer der Weg zur Arbeit geltend gemacht werden kann.

Die Unsicherheit über die Frage, ob Unternehmer künftig steuerlich sparen oder draufzahlen, verstärken außerdem weitere dieses Jahr in Kraft getretene steuerrelevante Gesetze. Für die Praxis gilt also nach wie vor: Der Steuerberater sollte für jeden Fall ein individuelles Steuerrezept stricken.

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