Systemhaus-Portrait: All for One Steeb SAP-Partner auf Cloud-Kurs

Autor Wilfried Platten

All for One Steeb ist ein Lösungs- und Beratungshaus für SAP und zunehmend auch für Microsoft. Das Trendthema schlechthin heißt aber im ERP-Umfeld Managed Services.

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Die Geschäftsleitung von All for One Steeb mit Lars Landwehrkamp (Vierter von links).
Die Geschäftsleitung von All for One Steeb mit Lars Landwehrkamp (Vierter von links).
(Bild: Jörg Jäger)

SAP und Microsoft parallel als Lieferanten und Lösungsbasis? Kein Problem. Zwar ist All for One Steeb als SAP-Partner groß geworden, doch dass das Unternehmen auch Produkte von Microsoft anbietet, ist kein Widerspruch: „Unter Führung von Geschäftsleitungsmitglied Kai Göttmann, der von Microsoft kam, bieten wir ergänzend zu SAP auch Exchange, Skype for Business und Sharepoint-Lösungen aus unserer Cloud an“, erklärt Vorstandssprecher Lars Landwehrkamp die Kombination.

Nach wie vor aber steht für den SAP Platinum Partner die SAP-Welt im Vordergrund. Zusammen mit seinen Töchtern konzentriert sich All for One Steeb mit 75 Zusatzlösungen auf die Branchen Automotive, Electric, Plastics, Machine, Metal, Service, Consumer und Trade. Diese Lösungen werden von den Beratern zugeschnitten auf die spezifischen Geschäftsprozesse und mit dem SAP Switch Framework aktiviert. „Der Kernmarkt von All for One Steeb ist der deutschsprachige Mittelstand in der DACH-Region“, betont Landwehrkamp.

Dazu kommen Österreich und Schweiz für die DACH-Region. Über den globalen Verbund United VARs ist das Unternehmen aber auch in der Lage, weltweit agierende Kunden rund um den Globus zu betreuen.

Wachsen mit der Cloud

Der wichtigste Wachstumsmarkt für SAP selbst und seine Partner ist Cloud Computing. Das haben die aktuellen Quartalszahlen SAPs (Q4 / 15) deutlich belegt. „Hier sehen wir uns in der Rolle des Orchestrierers von Cloud Services“, so Landwehrkamp. „Wir integrieren die diversen Services und SAP-Lösungen wie etwa Concur, Ariba, SuccessFactors und Hybris und nutzen dazu auch die SAP Hana Cloud Plattform.“

In diesem Markt werde sich das Geschäftsvolumen binnen weniger Jahre um den Faktor 15 steigern, so seine Einschätzung.

Die Konkurrenz durch potente Anbieter aus dem Beratungsumfeld, wie etwa Accenture, sieht er gelassen: „Während sich Global Player an die Großkunden dieser Welt wenden, kommen wir vom Mittelstand. Unsere Ansprechpartner sind Generalisten, die in Großunternehmen hingegen Spezialisten. Das ist ein Riesenunterschied.“

Dabei sind die Grenzen natürlich fließend: Während Global Player auch schon mal im Mittelstand auftauchen, bewegt sich All for One Steeb im Gegenzug nach oben, vor allem im Cloud-Geschäft.

Trends mal vier

Landwehrkamp sieht mehrere Trends, die für zusätzliches Wachstum sorgen dürften: Die produzierenden Firmen werden mit Industrie 4.0 beziehungsweise dem Internet der Dinge Massendaten produzieren, die schnellstmöglich analytisch ausgewertet und für die jeweilige ERP-Lösung aufbereitet werden müssen, um nicht nur die Entscheidungsfindung, sondern auch deren Umsetzung besser zu unterstützen.

Zweitens findet gerade ein doppelter Generationenwechsel statt. Die alten IT-Leiter gehen zunehmend in Ruhestand, und ihre Nachfolger müssen Custom-Lösungen, etwa auf einer AS / 400, am Laufen halten. Alternativ können sie auf den Standard SAP wechseln, oder sie lagern die gesamte IT in die Cloud aus. Für einen Managed Service Provider wie All for One Steeb ist hier hohe Aufmerksamkeit geboten, um die Entwicklungen nicht zu verpassen.

Drittens wechseln viele Firmengründer zunehmend in den Ruhestand, und ihre Nachfolger sind mit Themen wie Cloud und Mobile Computing aufgewachsen. Dort wollen sie auch ihre Firma voranbringen.

Viertens stoßen konservative deutsche Marktführer mit einem Weltumsatz von über 300 Millionen Euro an die Grenzen ihrer IT: Kaum zu glauben, aber viele haben immer noch kein richtiges ERP-System. „Diese vier Trends bilden eine riesige Chance für uns, im ERP- und Cloud-Markt zu wachsen“, so Landwehrkamp.

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