S/4 HANA SAP: Die Supportuhr für Altsysteme tickt

Von Dr. Stefan Riedl

Die Umstellung auf SAP S/4 HANA läuft auf Hochtouren, da die Unterstützung für Altsysteme Ende 2027 eingestellt wird. Die Migration der Daten ist voller Tücken, die mit rechtlichen Anforderungen zu tun haben. Darauf spezialisiert ist eine Schweizer Firma.

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Datenmigration: Die Umstellung auf SAP S/4 Hana läuft auf Hochtouren.
Datenmigration: Die Umstellung auf SAP S/4 Hana läuft auf Hochtouren.
(Bild: envfx - stock.adobe.com)

„Die Situation ist paradox“, sagt Thomas Failer, CEO der Schweizer Data Migration International. Denn SAP-Kunden wissen, dass sie auf die neue Softwaregeneration aus Walldorf umsteigen müssen, und wollen das auch. „Andererseits wissen viele von ihnen nicht so recht, wie sie die Transformation und Migration zügig und in Abstimmung mit dem Business und dem Management bewältigen können“, so der SAP- und Datenmigrations-Experte. Die ganze Situation ähnele dem Generationswechsel von R/2 auf R/3 Ende der 1990er Jahre. Als die Nutzer damals die grundsätzlichen Fragen geklärt hatten und loslegen wollten, reichten die Beraterkapazitäten am Markt nicht mehr aus, um die geballte Nachfrage zu befriedigen. Zumal der Teufel im Detail steckt: So erkennen Finanzbehörden und Wirtschaftsprüfer die Beweiskraft von historischen Daten nur an, wenn diese während der gesetzlich vorgeschriebenen Aufbewahrungsfristen in ihrer Struktur nicht verändert werden. Daher stehen die Unternehmen vor der Herausforderung, die historischen Daten zusammen mit dem Geschäftskontext, in dem sie entstanden sind, auch nach dem Umstieg zu erhalten. Das gilt ebenfalls für den Zugriff darauf. Wenn sie dabei auf traditionelle Ansätze setzen, bedeutet dies Mehraufwand und -kosten, einschließlich des Weiterbetriebs der Legacy-Applikationen.

Der Teufel steckt im Detail

Ein weiteres Problem liege in Regularien neueren Datums, weiß Failer zu berichten. „So erfordert zum Beispiel die europäische Datenschutzgrundverordnung, dass die Unternehmen auch bei historischen Daten in der Lage sein müssen, Informationen, die der Regulierung unterliegen, auf der Ebene der einzelnen Datensatzes zu identifizieren und zu löschen. Bei vielen Altsystemen ist das jedoch nicht oder nur mit großem Aufwand möglich.“ Historische Daten sollten daher aus den Applikationen und Systemen kontinuierlich herausgelöst werden, und zwar zusammen mit ihrem Geschäftskontext, damit ihre rechtliche Gültigkeit und Beweiskraft erhalten bleibt. Dadurch lässt sich ihr Lebenszyklus auf der Ebene des einzelnen Datensatzes unabhängig von den Ursprungsapplikationen und -systemen bis zur rechtssicheren Löschung managen.

Differenzieren und optimieren

Die Daten lassen sich außerdem auf der Plattform bereinigen, anreichern und optimieren. „Zudem können die Unternehmen genau diejenigen Daten selektieren, die sie in SAP S/4HANA tatsächlich benötigen“, beschreibt der Firmengründer. Seiner Erfahrung nach sind das in der Regel nur zehn Prozent. Außerdem erlaube JiVS IMP die automatische Transformation dieser Daten auf die neue Struktur in der HANA-Datenbank, so dass die anschließende Migration sich in der Regel mit Standardwerkzeugen bewältigen lässt.

Die Anwender können dann aus SAP S/4HANA heraus auf die historischen Daten genauso wie in den Vorgängersystemen zugreifen; sie würden gar nicht merken, dass diese Daten nicht direkt im Live-­System hinterlegt wurden.

Chance für IT-Dienstleister

Um solche Projekte umzusetzen, bietet ­Failers Unternehmen die Plattform „JiVS IMP“. Die Altsysteme lassen sich damit nach der Datenübernahme komplett stilllegen, das spare 80 Prozent und mehr der Betriebskosten, während für 100 Prozent Rechtssicherheit gesorgt sei, sagt der Manager. Um die vielen Projekte zu stemmen, setzt das Schweizer Unternehmen auf IT-Dienstleister. „Wir bilden unsere Partner in speziellen Workshops aus und begleiten sie im Sinne eines Coachings und Mentorings in den ersten gemeinsamen Projekten. ­Danach unterstützen wir sie natürlich im Hintergrund durch unseren Support“, so ­Firmengründer Failer.

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