Virtualisierung erhöht die Potenziale von Green IT SAP-Anwender beweisen: Grün steht für mehr Wirtschaftlichkeit

Autor / Redakteur: Feride Mehmetaj / Ulrike Ostler

Das Potenzial von Green IT ist längst nicht ausgeschöpft, sagt der Arbeitskreis Virtualisierung/Cloud-Computing der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) e. V. Und: Nach wie vor sprechen Umweltschutz, Energie-Effizienz, Reputation und Wirtschaftlichkeit dafür.

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Der DSAG sind Umweltschutz, Energie-Effizienz, Reputation und Wirtschaftlichkeit ein Anliegen, wie den meisten Rechenzentrumsbetreibern.
Der DSAG sind Umweltschutz, Energie-Effizienz, Reputation und Wirtschaftlichkeit ein Anliegen, wie den meisten Rechenzentrumsbetreibern.
(Quelle: DSAG)

Bei den gleichbleibend hohen CO2-Emissionen weltweit ist Green IT, also die umwelt- und ressourcenschonende Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie, unverzichtbar, erläutert erklärt Marina Köhn von der Beratungsstelle Nachhaltige Informations- und Kommunikationstechnik im Umweltbundesamt (UBA).

Sie sagt: „Von Bedeutung ist, insbesondere im Hinblick auf die sehr kurzen Produktlebenszyklen, dass auch die Herstellung und Entsorgung der IKT-Geräte betrachtet wird. Ein hoher Energieverbrauch geht hier mit einem immensen Rohstoffverbrauch und großen Abfallmengen einher.“ Green IT müsse daher ganzheitlich betrachtet werden, wenn der Klimaschutz und der Schutz natürlicher Ressourcen ernst genommen wird.

Die Emissionen müssen runter

“Neben ressourcensparender Hardware gehört auch ein verantwortungsvoller, Energie-effizienter Betrieb der implementierten Systeme dazu. Die jüngste Studie von Capgemini kommt unter anderem zum Schluss: Virtualisierung in der Cloud ist die einzige IT-Stellschraube, mit der in Sachen Wirtschaftlichkeit noch etwas zu erreichen ist.

Da Kosteneffizienz höchste Priorität in Unternehmen genießt, lohnt sich also die Auseinandersetzung damit. So sind zum Beispiel Rechenzentren wahre Stromfresser. Werden diese nun virtualisiert, lässt sich auf einen Großteil der Maschinen verzichten.

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Kleine Checkliste

Worauf muss bei Virtualisierungsprojekten besonders geachtet werden?

  • Kommunikation ausbauen: Holen Sie das Management frühzeitig ins Boot.
  • Zeit thematisieren: Zeigen Sie Langfristigkeit auf (Stichwort „Investition in die Zukunft“).
  • Lösung abstecken: Klären Sie zu Beginn mögliche Betriebsmodelle, die zu Ihrer Umgebung passen.
  • Kapazitäten prüfen: Reservieren Sie frühzeitig interne und externe Ressourcen.
  • Auswirkungen beachten: Denken Sie an die personellen und technischen Konsequenzen

.

Dies reduziert nicht nur den Stromverbrauch, sondern auch spürbar die Instandhaltungs- und Personalkosten. Kann doch die verschlankte, wirtschaftliche IT-Infrastruktur von kleineren Teams gemanagt werden.

50 Prozent weniger Energie, 70 Prozent weniger Maschinen

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Wie erfolgreich Virtualisierungsprojekte laufen können, weiß Ronny Zimmermann, Sprecher des DSAG-Arbeitskreises Virtualisierung/Cloud-Computing, nur zu gut. Er war an einem gelungenen Konsolidierungs- und Virtualisierungsprojekt seines Arbeitgebers, dem SAP University Competence Center an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, beteiligt.

50 Prozent weniger Energieverbrauch und nur noch 18 anstatt 60 physische Server zeigen deutlich, wie Green IT gehen kann. „Früher hatten wir zwei Rechenzentren an verschiedenen Standorten, heute können wir eine Einrichtung komplett einsparen“, berichtet Zimmermann. Des Weiteren lassen sich die implementierten SAP-Systeme jetzt deutlich effektiver betreiben, da eine Virtualisierung – vor allem mit vorhergehender Konsolidierung – Überblick verschafft und das System zentral administriert wird.

Virtualisierung bei SAP-Anwendern

Für virtualisierungswillige SAP-Anwender gibt es das „SAP Netweaver Landscape Virtualization Management“, an dessen Entwicklung die DSAG mitgewirkt hat. Es dient dazu, eine Virtualisierungslösung in eine IT-Infrastruktur zu integrieren. So können Administratoren über eine Oberfläche alle angeschlossenen Systeme – also auch die Virtualisierungskomponenten – zentral verwalten und überblicken.

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Kleine Checkliste

Worauf muss bei Virtualisierungsprojekten besonders geachtet werden?

  • Kommunikation ausbauen: Holen Sie das Management frühzeitig ins Boot.
  • Zeit thematisieren: Zeigen Sie Langfristigkeit auf (Stichwort „Investition in die Zukunft“).
  • Lösung abstecken: Klären Sie zu Beginn mögliche Betriebsmodelle, die zu Ihrer Umgebung passen.
  • Kapazitäten prüfen: Reservieren Sie frühzeitig interne und externe Ressourcen.
  • Auswirkungen beachten: Denken Sie an die personellen und technischen Konsequenzen

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Das Add-on unterstützt SAP-Basis-Administratoren außerdem beim Klonen, Aktualisieren und Kopieren von Strukturen. Gerade in virtualisierten Systemumgebungen ist Ersteres sehr nützlich, da im Falle eines vorhandenen Systemzwillings auftretende Fehler in Infrastrukturen leichter zu bearbeiten und zu beseitigen sind. Außerdem sind solche Klone vor der Virtualisierung von Systemen zu Testzwecken einsetzbar, bevor das Projekt tatsächlich umgesetzt wird.

Stolpersteine weg! Geld und Emmissionen gespart!

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Das Netweaver Landscape Virtualization Management ist ein guter Ansatz. Gleichwohl besteht aus Sicht des Arbeitskreises noch Handlungsbedarf. Mangelnde Flexibilität ist einer der Stolpersteine, mit denen virtualisierungswillige Anwender zurechtkommen müssen.

Eine SAP-Software wird einmal zu Beginn bei der Implementierung parametrisiert. Danach läuft sie relativ statisch ab – unabhängig davon, ob sie rein physikalisch mehr Ressourcen nutzen könnte. „Hier arbeiten wir aber gemeinsam mit SAP an einem Projekt namens Flexible Application Server, bei dem es darum geht, die Software für eine flexible Umgebung zu sensibilisieren“, so Ronny Zimmermann.

„Doch das funktioniert nicht von heute auf morgen, weil die Basis der SAP-Software sehr stabil ist. Im Hinblick auf die unternehmenskritischen Anwendungen, die dort liegen und verarbeitet werden, ist das genau richtig. Da kann man nicht einfach mal rumprobieren, sondern muss den Optimierungsprozess langsam vorantreiben.“ Am besten wäre es also, die SAP-Basis von Anfang an adaptiver zu gestalten.

Und in Zukunft?

Besonders große Aufmerksamkeit im Zusammenhang mit Virtualisierung genießt zurzeit das Thema SAP HANA. „Anwender, die ihre Systeme bereits voll virtualisiert haben, wünschen sich, dass sie die effiziente Datenbanktechnologie nicht physisch implementieren müssen.

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Über DSAG

Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) e. V. (DSAG) in Walldorf versteht sich als eine unabhängige Interessenvertretung aller SAP-Anwender in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ziel der DSAG ist es, darauf hinzuwirken, dass bedarfsgerechte SAP-Lösungen geschaffen werden, sowie den Erfahrungs- und Informationsaustausch sowohl der SAP-Kunden untereinander als auch mit SAP zu fördern.

Die 1997 als eingetragener Verein gegründete DSAG zählt heute über 2.700 Mitgliedsunternehmen mit über 44.000 Mitgliedspersonen und hat sich als eine der größten SAP-Anwendergruppen weltweit etabliert. Weitere Informationen finden Sie unter:

Auf Virtualisierbarkeit legen diese Kunden aber auch bei anderen Lösungen wert. Außerdem streben SAP-Anwender eine flexiblere Angebotspalette an, auf der nicht nur der Marktführer von Virtualisierungslösungen zu finden ist. Im besten Fall lässt sich diese um kostengünstigere Alternativen erweitern“, erklärt Zimmermann.

Um Bestrebungen von DSAG-Mitgliedern in Sachen Green IT zu unterstützen, werden der Verband und sein Arbeitskreis Virtualisierung/Cloud Computing weiterhin kontinuierlich mit SAP kommunizieren und gemeinsam an Optimierungen arbeiten.

Die Autorin:

Feride Mehmetaj arbeitet als Redakteurin (IT- und Wirtschaftsthemen) für die Agentur dieleutefürkommunikation die zielgruppenAGentur Aktiengesellschaft in Sindelfingen.

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