Kampfansage an HP Samsung kündigt Führungswechsel im Printer-Business an

Redakteur: Erwin Goßner

Der koreanische Hersteller hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Nummer eins unter den Druckerherstellern zu werden. Für den absoluten Spitzenplatz in Deutschland müssen drei Konkurrenten überholt werden. Weltweit gilt es, HP von der Spitzenposition zu verdrängen.

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Im Samsung-Headquarter in Seoul werden die Unternehmensstrategien geschmiedet.
Im Samsung-Headquarter in Seoul werden die Unternehmensstrategien geschmiedet.
( Archiv: Vogel Business Media )

Das Einzelhandelsgeschäft namens Samsung, das 1938 von dem Koreaner Byung-Chull Lee in einer kleinen Provinzstadt eröffnet wurde, hat sich im Lauf der Jahre zum fünftgrößten Konzern der Welt entwickelt. Das 1969 gegründete Unternehmen Samsung Electronics, das heute mehr als 138.000 Mitarbeiter in den Bereichen Entwicklung, Produktion und Vertrieb beschäftigt, wurde zu einem der wichtigsten Standbeine des Konzerns. Es unterteilt sich in die Geschäftsbereiche Halbleiter, Digital Media und Appliances sowie Telekommunikation und LCD und hat 2006 einen Gesamtumsatz von 85,3 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Für das Geschäftsjahr 2007 wird erwartet, dass der Umsatz die 100-Milliarden-Dollar-Grenze übersteigt.

Klare Ansage

Wie in allen Unternehmen so hängt auch bei Samsung Electronics der Erfolg von verschiedenen Faktoren ab. So dürften die von Jahr zu Jahr konstant steigenden Investitionen von zuletzt etwa sechs Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung ebenso zum Geschäftserfolg beigetragen haben wie die jüngsten Entwicklungen bei Produktdesign und Marketing. Die simple Philosophie und gleichzeitig hohe Zielsetzung des Unternehmens, in allen besetzten Bereichen die Nummer eins zu sein, konnte bereits in vielen Bereichen erfolgreich umgesetzt werden. Mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent ist Samsung beispielsweise schon viele Jahre führend in den Halbleiter-Segmenten SRAM, DRAM und Flash, der größte Produzent von LCD-Panels und die Nummer eins bei Flachbildschirmen und Flatscreen-TVs. Laut dem Marktforschungsunternehmen IDC liegt Samsung zudem gemeinsam mit HP mit jeweils 23 Prozent Marktanteil bei den multifunktionalen Mono-Laserdruckern vor den Mitbewerbern.

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Neues Ziel anvisiert

Im Gegensatz zu den Mitbewerbern ist Samsung mit Laserdruckern vergleichsweise neu im Geschäft, konnte dafür jedoch während der vergangenen drei Jahre hohe zwei- bis dreistellige Wachstumsraten für sich verbuchen. Um das anvisierte Ziel der Marktführerschaft zu erreichen, führt der Weg nach Ansicht von Senior Vize President Jang Jae Lee, der bei Samsung Electronics unter anderem die Druckersparte verantwortet, über den Business-to-Business-Markt. »Allein dieses Marktsegment hat 2007 ein Volumen von weltweit rund 135 Milliarden Dollar«, so Lee. Zum Vergleich: Der Markt für Fernsehgeräte hat 2007 weltweit ein Volumen von knapp 100 Milliarden Dollar. Was Drucker und Multifunktionsgeräte anbelangt, ist das B2B-Segment etwa viermal so groß wie das B2C-Segment. Beim Verbrauchsmaterial fällt dieses ungleiche Verhältnis sogar noch deutlicher aus. Analysten der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) kommen bei ihren Erhebungen auf einen Anteil von 95 Prozent für das B2B-Segment. Darüber hinaus ergeben sich im Business-Segment durch Service- und Dienstleistung wie etwa dem Document-Outsourcing beziehungsweise individuellen Lösungsangeboten zusätzliche, lukrative Umsatzmöglichkeiten.

Attraktives Line-up

Wie in anderen Produktsegmenten definiert sich Samsung bei den Druckern in erster Linie über die Geräte. »Das Sortiment ist vollständig und absolut konkurrenzfähig«, betont Lee. »Das Portfolio besteht aus insgesamt 25 Modellen und erstreckt sich über alle Segmente im Mono- und Farbbereich. Mono-Laserprinter gibt es mit Druckleistungen ab 16 Seiten pro Minute, für den Corporate-Einsatz konzipierte Geräte erstellen bis zu 43 Seiten pro Minute. Bei Farbe reicht das Spektrum vom günstigen Einsteigermodell bis zum 24-Seiten-Laserprinter mit identischem Mono- und Farb-Output«. Die Frage nach der Einführung eines DINA3-Format-Druckers beantwortete Lee lediglich mit einem knappen Satz: Dies sei im Moment kein Thema. Zu erfahren war jedoch, dass es im oberen Leistungssegment demnächst einige Neuvorstellungen geben werde. Über Verkaufspreise, Leistungsvermögen oder Zeitpunkt der Einführung gab es wiederum keine Informationen.

Wertvolle Add-ons

Neben Produktdesign und technischen Innovationen sind Zuverlässigkeit, Verbraucherfreundlichkeit und Kosteneffizienz wichtige Merkmale, die Samsung den Kunden künftig verstärkt näher bringen möchte. In diesem Zusammenhang spielen Dinge wie das Abschneiden bei Produkttests oder Druckkosten bis hin zu Total Cost of Ownership eine große Rolle. Bei Komfort und Nutzen für den Anwender haben künftig vier Segmente eine tragende Funktion. Basierend auf verschiedenen herstellerspezifischen Technologien werden unter den Begriffen SAM-Page, SAM-Fleet, SAM-Flow und SAM-Safe verschiedene Lösungs-bereiche um die Produkte platziert. Dadurch lassen sich neben Managed Print Services (MPS) auch Device und Workflow Management sowie Security realisieren. Im Punkt Sicherheit wird Samsung eigenen Angaben zufolge zukünftig verstärkt mit der Stuttgarter Firma CCP zusammenarbeiten, um mit Hilfe von deren Basistechnologie Jscribe und darauf aufbauenden Anwendungen kundenspezifische Lösungen für Dokumenten- und Outputmanagement zu ermöglichen.

Partner im Boot

Um sich bis zum Jahr 2012 schrittweise zur B2B-Printer-Company und gleichzeitig zum Marktführer in diesem Segment zu entwickeln, betont Lee auch die enge Zusammenarbeit mit dem Fachhandel. »Wir möchten eine starke Win-Win-Beziehung zu unseren Partnern aufbauen, die auf Samsungs Power Partner Programm basiert. Dabei sollen die Small & Medium, Large und Corporate Reseller, angefangen von der Autorisierung über die gemeinsame Zielsetzung und Übereinkunft bis hin zum Support, von der Partnerschaft mit Samsung profitieren«.

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