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Sage Software – Halbjahresergebnisse und Cloud-Pläne

Umsatz in Deutschland konstant

14.05.2010 | Autor / Redakteur: Lynn-Kristin Thorenz / Katrin Hofmann

Lynn-Kristin Thorenz, Consulting Director bei IDC in Frankfurt
Lynn-Kristin Thorenz, Consulting Director bei IDC in Frankfurt

Am 5. Mai gab Sage seine Ergebnisse für die erste Hälfte des Fiskaljahres bekannt, welches am 31. März endete. Dabei gab es einerseits erfreuliche Verbesserungen wie eine höhere Rentabilität und einen gebremsten Rückgang der organischen Umsätze zu berichten. Die Ergebnisse zeigen andererseits aber auch, dass Sage nach wie vor unter der Wirtschaftskrise zu leiden hatte.

Vergleicht man die Umsätze von Sage im ersten Halbjahr 2010 mit der Vergleichsperiode 2009, gingen diese auf Basis unveränderter Wechselkurse um zwei Prozent zurück. Da sich die Wirtschaftskrise in beiden Perioden bemerkbar machte, weisen die sinkenden Umsatzzahlen darauf hin, dass das wirtschaftliche Umfeld für Sage nach wie vor schwierig ist.

Im Lizenzgeschäft und bei den Professional Services musste das Unternehmen auf Basis gleichbleibender Wechselkurse einen Umsatzrückgang von acht Prozent hinnehmen. Die wiederkehrenden Umsätze (hauptsächlich Wartung und Support) stiegen um ein Prozent. Auf regionaler Ebene konnte das organische Wachstum zwar steigende Raten verzeichnen, in Nordamerika blieben hier allerdings die Leistungen hinter den Erwartungen mit fünf Prozent Einbußen zurück. In Großbritannien konnten die organischen Umsätze stabil gehalten werden und in Spanien beliefen sich die Umsatzrückgänge angesichts der schwierigen Wirtschaftslage im Land auf neun Prozent. Die deutsche Sage-Landesgesellschaft konnte im ersten Halbjahr zwar ihren Umsatz um knapp zehn Prozent auf 10,3 Millionen Euro steigern, der Umsatz blieb aber dabei mit 45,5 Millionen Euro nahezu konstant. Die Stabiliät ist dabei insbesondere auf den gestiegenen Service- und Wartungsanteil der Bestandskunden zurückzuführen.

Vergleich mit den Wettbewerbern

Sage‘s weltweite Konkurrenz, wie beispielsweise SAP, Oracle, Visma, Microsoft Dynamics oder Intuit, erreichten im letzten Fiskalquartal positive organische Wachstumsraten. Auch wenn der Vergleich von Halbjahres- mit Quartalszahlen nicht völlig stimmig ist, so nimmt doch der Druck auf Sage aus Sicht von IDC langsam zu, insgesamt positive Wachstumszahlen vorzulegen. Firmenchef und CEO Paul Walker hat genau das versprochen: Die Vorgabe für das weltweite organische Wachstum im zweiten Halbjahr des Fiskaljahres 2010 liegt im niedrigen einstelligen Bereich und dieses Wachstum soll insbesondere durch eine beträchtliche Verbesserung im Lizenz- und damit verbundenen Services-Geschäft erzielt werden.

Sage`s Pläne

In Sachen Zukunftspläne steht natürlich auch bei Sage Software as a Service auf der Tagesordnung. Zwar hat Sage bereits mehrere SaaS-bezogene Initiativen gestartet, zum Beispiel SalesLogix Cloud Edition für Amazon EC2, Act! E-marketing oder einfachLohn in Deutschland. Die Absicht, multimandantenfähige Buchhaltungs-Applikationen zu entwickeln, gibt es aber bisher nicht.

Sage‘s SaaS-Strategie „Connected Business Solutions“ sieht hingegen vor, dass manche Applikationen weiterhin auf dem Desktop laufen, manche im Internet und manche auf beiden Optionen. Walker verglich diesen Ansatz mit Microsofts „Software + Services“ Strategie und der von Apple, bei der Hardware (zum Beispiel iPod), Software (iTunes) und Internet (iTunes Website) nebeneinander existieren. Sage wird auch in Zukunft weiter auf ihre Partner als primären Verkaufskanal für SaaS wie auch für traditionelle Lösungen setzen.

Lokale SaaS-Strategie

Bezüglich der Produktstrategie setzt Sage auch in Zukunft auf “lokale Lösungen für lokale Märkte“. Derzeit plant Sage keine Einführung eines globalen SaaS-Produkts wie salesforce.com oder NetSuite. Vielmehr sind die SaaS-Produkte lokal ausgerichtet. CEO Walker hob allerdings hervor, dass die lokalen F&E-Zentren von Sage in einem erheblichen Maße standardisiert sind und fruchtbar zusammenarbeiten, wodurch das Unternehmen von entsprechenden Skaleneffekten profitiert. So werden beispielsweise alle neuen SaaS-Anwendungen auf Basis des Ruby on Rails Frameworks entwickelt. Lokale F&E-Mitarbeiter können sich so mit ihren Sage-Kollegen weltweit austauschen und ihr Wissen, Frameworks, Code und Tools gemeinsam nutzen.

Aus Sicht von Sage ist derzeit und auch in absehbarer Zeit keine “Killer-Applikation” im Bereich des multimandentenfähigen Accountings/ERPs auf SaaS-Basis im Markt zu erwarten. Lokale Anbieter von Accounting-as-a-Service Angeboten seien nach Meinung von Sage entweder zu klein oder wie NetSuite nicht gewinnbringend. SAP Business ByDesign dagegen sei für die allermeisten Segmente, in denen auch Sage als Mitbewerber aufgestellt ist, zu teuer und zu komplex.

IDC teilt diese Meinung allerdings nicht völlig, da, auch wenn der Accounting-as-a-Service Markt bisher nur einen sehr geringen Teil (zirka ein Prozent) des Gesamtmarktes für Finanzbuchhaltungs-Applikationen ausmacht, das SaaS-Segment ein höheres Wachstumspotenzial aufweist. Im mittleren Segment ist Sage‘s gemischter SaaS-Ansatz aus Sicht von IDC durchaus angemessen, aber Accounting-as-a-Service geht den Markt von unten, also auf der Einstiegsebene, an und ist vor allem in Regionen stark vertreten, wo Sage nur über eine begrenzte Marktabdeckung verfügt, beispielsweise in den Benelux-Ländern und in Skandinavien. IDC sieht für Accounting-as-a-Service in den nächsten drei Jahren erhebliches Marktpotenzial auf der Einstiegsebene, welche vor allem Sage‘s Kernsegment ist. Sage sollte diesen Aspekt daher noch einmal überdenken und diesen Markt selbst mitgestalten, unter Umständen sogar durch Akquisitionen.

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