ITC Channel Index misst nach wie vor gegenläufige Tendenzen Rückläufige Geschäfte mit B2B-IT konterkarieren stabiles Consumer-Geschäft

Autor / Redakteur: Martina Sedlmaier und Dr. Rudolf Aunkofer, GfK / Katrin Hofmann

Die Fachhandelsumsätze zeigen auch im Juni einen gegenläufigen Trend: Während die B2B-Erlöse im Jahresvergleich schrumpfen, ist das Geschäft mit Konsumenten durchaus stabil. Insgesamt kann jedoch auch die B2C-Nachfrage den Abwärtstrend nicht stoppen.

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Der Gesamtumsatz lag im Juni unter dem Vorjahreswert.
Der Gesamtumsatz lag im Juni unter dem Vorjahreswert.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Freude über steigende Erlöse währte nur kurz. Die mittels des ITC Channel Index von GfK und IT-BUSINESS gemessenen Fachhandels-Umsätze sind im Juni 2009 wieder deutlich verhaltener ausgefallen als noch im Vormonat. Während der Umsatz im Mai dieses Jahres dank eines erfolgreichen Retail-Geschäfts über dem Vorjahreswert lag, ist der Wert im Juni 2009 um zwei Prozent im Vergleich zum Juni 2008 zurückgegangen. Damit beläuft sich der ITC Channel Index im aktuellen Untersuchungsmonat auf 85 Indexpunkte.

Zwar ist nach wie vor der B2C-Bereich durch ein Umsatzplus im Jahresvergleich gekennzeichnet, das sich auf acht Prozent beläuft; allerdings verdeutlicht der Umsatzrückgang im B2B-Segment um minus zwölf Prozent, wie stark die Belastung durch die aktuelle wirtschaftliche Situation ist.

Speziell die Geschäfte mit Groß- beziehungsweise Enterprise-Kunden liegen um 15 Prozent unter den im Juni 2008 generierten Umsätzen.

Fehlanzeige bei neuen B2B-Aufträgen

Zum Vergleich: In der kumulierten Betrachtung von Januar bis Mai lag der Enterprise-Bereich noch auf identischem Niveau mit dem Vorjahreszeitraum. Offenbar sind also Projekte, die im Jahr 2008 begonnen wurden, erstens abgeschlossen und zweitens lassen Nachfolge-Aufträge auf sich warten beziehungsweise dürften tendenziell kleiner ausfallen.

Auch für das verbleibende Jahr ist – vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – nicht von einer signifikaten Verbesserung der Situation auszugehen. Vor allem Großkunden werden wegen der aktuellen Gegebenheiten ihre Investitionen deutlich vorsichtiger planen.

Im SMB-Umfeld, bei den kleinen und mittelgroßen Firmen, setzt sich die Tendenz zur Erholung der in diesem Segment getätigten Umsätze allerdings weiter fort. Der Juni 2009 liegt aktuell nur noch neun Prozent unter dem Vorjahreswert. Zu Jahresbeginn, im Januar 2009, betrug das Minus noch 16 Prozent im Vergleich zum Umsatz im Januar 2008.

Der sich bereits im Mai andeutende Trend wird sich somit voraussichtlich weiter fortsetzen: Im Bereich Enterprise dürfte eine Besserung erst im Jahr 2010 spürbar werden. Das SMB-Segment dagegen hat durchaus gute Chancen, sich bereits im vierten Quartal dieses Jahres positiv zu entwickeln.

Welche Produktsegmente für das positive Retail-Geschäft verantwortlich zeichnen und mehr zum Geschäft mit TV-Sticks und -Karten erfahren Sie auf Seite 2.

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