Datadog präsentiert „The State of Serverless“ Routinierter und schneller: Keine Experimente mehr mit Serverless

Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Die cloudbasierte Computing-Methode hat 2020 ordentlich an Fahrt gewonnen, während gleichzeitig Anwender in der Nutzung von Plattformen wie Lambda dank Best Practice immer routinierter werden – zu dieser Erkenntnis kommt der Report „The State of Serverless“ von Datadog.

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Mit Serverless-Technologien könnten Unternehmen Anwendungen und Services schneller auf den Markt bringen und das Management von Infrastrukturen reduzieren.
Mit Serverless-Technologien könnten Unternehmen Anwendungen und Services schneller auf den Markt bringen und das Management von Infrastrukturen reduzieren.
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Die zweite Ausgabe des Reports „The State of Serverless“ knüpfe an den ersten Serverless-Bericht vom Februar 2020 an und liefere Einblicke in die Nutzung von Serverless-Technologien von mehreren Tausend Unternehmen, sagt Datadog, ein Überwachungs- und Sicherheitsspezialist für Cloud-Anwendungen.

Mit Serverless-Technologien könnten Unternehmen Anwendungen und Services deutlich schneller auf den Markt bringen, gleichzeitig das Management von Infrastrukturen reduzieren und nur für die Ressourcen zahlen, die sie auch tatsächlich nutzen. Mittlerweile würden gut 20 Prozent der Unternehmen Function as a Service (FaaS) in ihren Cloud-Umgebungen einsetzen. Unter den Serverless-Plattformen sei AWS Lambda mit einer Nutzungsrate von gut 50 Prozent nach wie vor die erste Wahl. Allerdings würden Azure und Google Cloud als starke Player im FaaS-Markt ebenfalls zulegen. Der Einsatz von Azure-Funktionen sei von 20 auf 36 Prozent gestiegen, Google Cloud gehöre inzwischen bei nahezu einem Viertel der Unternehmen zum Serverless-Stack.

Best Practice setzt sich durch

Lambda-Funktionen seien zu Beginn 2021 im Schnitt 3,5-mal so häufig am Tag aufgerufen worden als noch zwei Jahre zuvor. In der untersuchten Kohorte von Lambda-Nutzern hätten die entsprechenden Funktionen pro Unternehmen eine durchschnittliche Laufzeit von täglich 900 Stunden absolviert.

Ebenfalls bemerkenswert sei die Geschwindigkeit: Lambda-Aufrufe seien im Jahr 2020 mit lediglich 60 Millisekunden doppelt so schnell als noch im Vorjahr erfolgt. Dies sei eine hervorragende Voraussetzung für Kundenanwendungen, die eine geringe Latenz voraussetzen. Eine Erklärung für den Turbo in der Lambda-Community liege darin, dass IT-Teams verstärkt auf Best Practices zurückgriffen. Dadurch würden die erstellten Funktionen deutlich spezifischer und effizienter – und sowohl für Tempo im Development als auch in der Bereitstellung sorgen.

IT-Teams würden nicht länger experimentieren, sondern hätten Serverless-Plattformen wie Lambda als festen Bestandteil in ihre Stacks integriert. Einerseits würden die Developer an Routine gewinnen, andererseits Tools wie AWS Step Functions helfen, die wachsende Komplexität einzelner Workflows durch die Integration von Funktionen und Services in den Griff zu kriegen.

Trend geht zu Edge Computing und Infrastructure as Code (IaC)

Ein weiteres Augenmerk der Untersuchung habe auf dem Einsatz von Edge Computing gelegen. Die Methode bereichere die Serverless-Vorteile einer hohen Entwicklungs- und Bereitstellungsgeschwindigkeit um die Vorzüge eines geringeren Data-Processing- und Hosting-Aufwands. Deshalb die Prognose: Künftig werden noch mehr Unternehmen Edge Computing einsetzen, um ihre Hardware-Ressourcen zu schonen – eine Vorgehensweise, die besonders für Multi-User- und/oder Multi-Device-Umgebungen interessant sei.

Eine weitere Prognose richte den Blick auf die Entwicklungsstrategie und den Einsatz von IaC-Tools. So würden bisher lediglich 43 Prozent der Lambda-Funktionen über AWS CloudFormation abgewickelt. Dieses Ergebnis weise darauf hin, dass sich viele Unternehmen noch in einer frühen Automatisierungsphase befänden und ihre Serverless-Workflows nur zu einem geringen Teil mittels IaC abwickelten. IaC-Lösungen würden im Hinblick auf die Entwicklung und Bereitstellung von Serverless-Anwendungen jedoch an Bedeutung gewinnen.

Zur Untersuchungsmethode

Datadog zufolge liegen dem aktuellen „The-State-of-Serverless”-Report die anonymisierten Nutzungsdaten von mehreren Tausend Datadog-Kunden zugrunde. Analysiert habe man die Kennzahlen aus Unternehmen, die mindestens fünf konkrete Serverless-Funktionen oder virtuelle Maschinen (VM) innerhalb des Untersuchungszeitraums von einem Monat betrieben haben – und damit als Nutzer von Cloud-Diensten (z.B. AWS, Google Cloud, Microsoft Azure) klassifiziert werden konnten. Um Entwicklungen im Hinblick auf eine langfristige Lambda-Nutzung herauszuarbeiten, seien nur die Unternehmen betrachtet worden, die Lambda seit 2019 nutzen.

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