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Open Source von Red Hat und der Channel

Rote Hüte für Systemintegratoren und Cloud-Provider

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Das Interview führte Dr. Stefan Riedl / Dr. Stefan Riedl

Das Red-Hat-Hauptquartier ist in Raleigh, North Carolina, angesiedelt.
Das Red-Hat-Hauptquartier ist in Raleigh, North Carolina, angesiedelt. (Bild: Red Hat)

Wenn von „Code-Kontributoren“ die Rede ist und neben den Kunden die Community eine entscheidende Rolle spielt, geht es um Open-Source-Software. Werner Knoblich, Vice President und General Manager EMEA bei Red Hat, gab IT-BUSINESS im Interview eine Rundreise durch das Red-Hat-Universum.

ITB: Im vergangenen Geschäftsjahr steigerte Red Hat den Umsatz um 15 Prozent im Vorjahresvergleich und kam auf 1,53 Milliarden US-Dollar. Welche Rolle spielen Channel-Partner dabei im Allgemeinen und zwischen welchen Partner-Kategorien unterscheidet man bei Red Hat im Besonderen?

Werner Knoblich, Vice President und General Manager EMEA bei Red Hat
Werner Knoblich, Vice President und General Manager EMEA bei Red Hat (Bild: Red Hat)

Knoblich: Strategische Partner wie Systemintegratoren und Cloud Provider haben bei Red Hat eine ganz zentrale Bedeutung und werden immer wichtiger. In unserem Partnerprogramm wird zunächst einmal zwischen verschiedenen Technologie-Spezialisierungen unterschieden, schließlich stellen wir nicht nur eine Linux-Distribution, sondern sind zusätzlich in den Bereichen Middleware, Virtualisierung, Storage und Cloud vertreten. So gibt es beispielsweise eine wachsende Anzahl an Partnern, die sich auf die Middleware JBoss spezialisieren und über Schulungen und Zertifizierungen in diesem Segment Know-how aufbauen. Auf der anderen Seite unterscheiden wir zwischen Solution-Provider, Independent Software Vendors, Systemintegratoren und Managed Service Provider. Bei Red Hat gibt es drei Partnerstufen: Ready, Advanced und Premier.

ITB: Wie hat sich das Channel-Geschäft von Red Hat in den vergangenen Jahren verändert?

Knoblich: Auch bei uns geht der Trend weg vom Boxmoving. Während früher noch ganz klassisch Server mit Linux drauf verkauft wurden, ging der Trend hin zu Lösungen für konkrete Szenarien, beispielsweise die Umsetzung einer Backup-Lösung, oder Projekten mit der Java-Middleware JBoss, die vergleichbar mit IBM-Websphere- oder Oracle-Weblogic-Projekten sind.

ITB: Bei Open-Source-Projekten ist der Dienstleistungsanteil vergleichsweise hoch. Können sie eine Hausnummer nennen, wie hoch er ist?

Knoblich: Das kommt darauf an. Wenn ein Kunde Linux kauft, dann geht in etwa für jeden Dollar, der ins Produkt gesteckt wird, noch ein Dollar in Dienstleistungen und zwar hauptsächlich an Partner. Bei Middleware-Projekten gehen für jeden Dollar Produktumsatz nochmal durchschnittlich ungefähr zehn oder mehr Dollar an Dienstleistungsumsatz an den Partner, beispielsweise bei einem Projekt, in dem ein Kunde von Websphere auf JBoss wechselt.

Ergänzendes zum Thema
 
Zur Person

ITB: Sie sagten, Red Hat Enterprise Linux sei nur noch ein Standbein des Unternehmens. JBoss dürfte das nächst größte sein. Wie groß ist der Umsatzanteil dieser Middleware-Sparte am Gesamtumsatz?

Knoblich: JBoss wächst mehr als doppelt so schnell wie unser Linux-Geschäft und hat mittlerweile einen deutlich zweistelligen Prozentanteil.

ITB: Ist Red Hat gegenwärtig auf der Suche nach neuen Partnern? Gibt es weiße Flecken in der vertrieblichen Landkarte?

Knoblich: Das ist bei uns ganz klassisch, wie man es von anderen IT-Unternehmen her kennt. Um beispielsweise vom Ready- in den Advanced-Status aufzusteigen, müssen entsprechende Skills nachgewiesen werden. Es gibt Trainings, Zertifizierungen und Logos, mit denen man seinen Partner-Status nach außen zeigen kann. Red Hat bietet hier eine Reihe von Trainings an. Wir setzen dabei stark auf teils kostenfrei zur Verfügung gestellte Online-Schulungen zu bestimmten Themenkomplexen, die Mitarbeiter bei Partnern ganz flexibel und ohne Anreise-Aufwand modular abarbeiten können, wenn es ihre Zeitplanung gerade zulässt. Daneben bieten wir auch kostenpflichtige Präsenz-Seminare. Diese sind gleichermaßen für Kunden und Partner gedacht, wobei Red-Hat-Partner einen Rabatt bekommen.

ITB: Wie würden Sie das Verhältnis zwischen Anbietern wie Red Hat, den Partnern und der bei Open Source so wichtigen Community beschreiben?

Knoblich: Partner und Red-Hat-Entwickler, aber auch Entwickler andere Hersteller, sind ein fester Bestandteil der Community und Code-Kontributoren. Beispielsweise bei OpenStack, dem Open-Source-Cloud-Betriebssystem, arbeiten Red-Hat-Entwickler, -Partner und Entwickler von beispielsweise IBM, HP, Cisco und der NASA Hand in Hand zusammen. Der Open-Source-Gedanke lässt in diesem Bereich das Konkurrenzdenken in den Hintergrund treten.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zum Engagement von Red Hat im Bereich Cloud Computing.

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