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Serviceroboter Roboter führt Kunden durch den Saturn-Markt

| Redakteur: Franz Graser

Im Januar 2015 hat das Fraunhofer IPA den Serviceroboter „Care-O-bot 4“ als Prototyp vorgestellt. Jetzt beweist sich der charmante Helfer erstmals in der Praxis. Als Roboter „Paul“ begrüßt er seit Ende Oktober die Kunden im Saturn-Markt Ingolstadt und zeigt ihnen den Weg zum gewünschten Produkt.

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Als Roboter Paul begrüßt Care-O-bot 4 seit Oktober die Kunden bei Saturn in Ingolstadt und begleitet sie zum gewünschten Produkt.
Als Roboter Paul begrüßt Care-O-bot 4 seit Oktober die Kunden bei Saturn in Ingolstadt und begleitet sie zum gewünschten Produkt.
(Bild: Fraunhofer IPA)

Care-O-bot 4 alias Paul kommt den Saturn-Kunden am Eingang entgegengerollt und heißt sie herzlich willkommen. Fragt man ihn nach einem bestimmten Produkt, begleitet er den Kunden in die Abteilung und bringt ihn zum entsprechenden Regal.

Bei einem Small Talk über das Wetter oder über ein anderes Thema entpuppt sich Paul als charmanter Gesprächspartner. Die Kundenberatung selbst überlässt er jedoch lieber seinen menschlichen Kollegen, die er per Voice over IP zur Unterstützung zu sich rufen kann. Bevor Paul sich verabschiedet und zum Eingang zurückrollt, stellt er noch einige Feedback-Fragen, um herauszufinden, wie die Interaktion mit ihm bei den Kunden ankommt.

„Mit dem Einsatz von Paul bieten wir unseren Kunden die Gelegenheit, einen der fortschrittlichsten Roboter der Welt kennenzulernen“, erklärt Martin Wild, Chief Digital Officer der Media-Saturn-Holding.

Den Prototypen des interaktiven Roboters entwickelte das Fraunhofer IPA ursprünglich als Assistenzroboter zur aktiven Unterstützung des Menschen, etwa in den Bereichen Haushalt, Hotel, Pflegeheim oder Krankenhaus. An der Fertigstellung seiner vierten Generation haben die IPA-Forscher zusammen mit dem Designstudio Phoenix Design und der Firma Schunk drei Jahre getüftelt.

Während die Vorgänger des Care-O-bot 4 seit 1989 primär zur Entwicklung technischer Grundlagen genutzt wurden, bietet die aktuelle Version als modulare Produktfamilie erstmals die Basis für kommerzielle Lösungen. Nun arbeitet das Fraunhofer IPA mit seiner Ausgründung Unity Robotics daran, die Anwendung für verschiedene Einsatzfelder in der Industrie auszugestalten.

Saturn ist der erste Kunde, der die Roboterplattform in der Praxis einsetzt. Das Projekt wird vorerst sechs Monate dauern, wobei die Erkenntnisse aus den Praxiserfahrungen mit den Kunden und Mitarbeitern unmittelbar in die Weiterentwicklung der Robotertechnologie einfließen. Für die Aufgabenstellung von Saturn haben die Stuttgarter Wissenschaftler die Soft- und Hardware von Care-O-bot 4 um weitere Features ergänzt.

„Zum Beispiel haben wir seine Navigation, dialogische Kommunikation und Mimik spezifiziert und mit den Firmen Semvox und Phoenix Design umgesetzt“, erklärt IPA-Projektleiter Ulrich Reiser. Laserscanner in Schienbeinhöhe geben ihm Orientierung. Mit seiner Frontkamera und der vom Fraunhofer IIS entwickelten Software „Shore“ kann er die Laune seines Gegenübers erkennen und eigene Gemütszustände zum Ausdruck bringen. Mikrophone zur Spracherkennung und Kameras zur Gestenerkennung ermöglichen es ihm, zu kommunizieren.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf dem IT-BUSINESS-Schwesterportal Elektronikpraxis.

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