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IT-Versicherungsindex 2019

Risikofaktor Fachkräftemangel

| Autor: Ann-Marie Struck

Versicherungen haften im Schadensfall. Ihre Funktion wird auch in der IT zunehmend relevanter.
Versicherungen haften im Schadensfall. Ihre Funktion wird auch in der IT zunehmend relevanter. (Bild: © Tierney - stock.adobe.com)

Wer haftet bei einem Cyber-Angriff? Was wird von einer IT-Versicherung abgedeckt? Aufgrund des Fachkräftemangels in der IT wachsen die Projekte der IT-Dienstleister. Jedoch sind viele verunsichert, was eine IT-Versicherung im Schadensfall abdeckt. Der „Hiscox IT-Versicherungsindex 2019“ gibt Einblick in die Versicherungslage.

Aufgrund des vorherrschenden IT-Fachkräftemangels finden viele Unternehmen nicht genug qualifiziertes Personal, daher werden immer mehr Digitalisierungsprojekte von IT-Dienstleistern übernommen. Angesichts wachsender Auftragszahlen sowie zunehmend komplexer Projekte zeigen sich Dienstleister verunsichert, welche Folgen ein beruflicher Fehler nach sich ziehen könnte. Laut dem IT-Versicherungsindex des Bitkom im Auftrag des Spezialversicherers Hiscox sind über die Hälfte (51 %) der deutschen IT-Dienstleister der Ansicht, dass digitale Risiken in ihrem Beruf unkalkulierbar sind.

Risiken für IT-Projekte

Die Ressourcenknappheit beeinflusst IT-Projekte. Denn laut des Index geben 72 Prozent der befragten IT-Dienstleister an, dass ihre Kunden kein eigenes Personal finden. 70 Prozent nennen fehlende Kapazitäten auf Seiten des Auftragsgebers. Aber auch 73 Prozent der Umfrageteilnehmer haben aufgrund der fehlenden Fachkräfte Probleme bei der Projektabwicklung.

Den Studienergebnissen zufolge scheitern die Projekte am ehesten an ungenügenden oder nicht eindeutigen Absprachen mit dem Auftraggeber oder einer unklaren Kommunikation während der Projektumsetzung (jeweils 73 %). Hinzukommen externe kritische Faktoren wie beispielsweise der Zeitdruck seitens der Auftraggeber, den 66 Prozent der Befragten nennen. Für 65 Prozent der befragten IT-Dienstleister ist die Abhängigkeit von Dritten im Rahmen eines Projekts ausschlaggebend für Fehler.

Versicherungsschutz, ja oder nein?

Da aus Programmierfehlern oder Verzögerungen von Projekten schnell große Schäden entstehen, gewinnen spezielle IT-Versicherungen in der Branche immer mehr an Bedeutung. 83 Prozent der befragten Dienstleister geben an, dass ihre Auftraggeber einen Nachweis über eine IT-Betriebshaftpflicht fordern. Darüber hinaus bestehen 75 Prozent der Unternehmen auf einer abgeschlossenen IT-Berufshaftpflicht auf Seiten der externen Spezialisten.

Dabei sind laut des „IT-Versicherungsindex 2019“ IT-Dienstleister gut ausgestattet. Laut der Umfrage wissen 92 Prozent, wo und wie ihr Produkt eingesetzt wird. Des Weiteren sind sich 61 Prozent der Befragten bewusst, bis zu welchem Punkt sie für ihr Produkt und mögliche Folgeschäden haftbar sind.

Jedoch sind dem „IT-Versicherungsindex“ zufolge weiterhin nicht alle ausreichend über ihren Versicherungsschutz informiert. Nur 49 Prozent der Umfrageteilnehmer wissen, ob ihr Versicherungsschutz die Schäden deckt, für die sie haftbar gemacht werden können. Laut der Studie haben 44 Prozent Angst, dass sie mit finanziellen Konsequenzen bei einem Schaden rechnen müssen.

Es wird auch weiterhin Aufklärungsbedarf benötigt, denn 59 Prozent der IT-Dienstleister ohne IT-Versicherungsschutz denken, dass die eigene DSGVO-Konformität ausreicht.

Leistungen der Versicherung

Ein Versicherungsschutz für IT-Dienstleister erscheint daher sinnvoll. Als Hauptgrund für den Abschluss einer IT-Versicherung nennen 90 Prozent die eigene Absicherung gegen Schadensersatzansprüche. 81 Prozent möchten sich vor finanziellen Verlusten schützen und über die Hälfte (55 %) geben an, dass der Versicherungsschutz sie beruhigt.

Doch eine Versicherung allein reicht nicht aus. Wichtig ist, welche Risiken die Versicherung abdeckt. Dabei erwarten 78 Prozent der IT-Dienstleister einen Schadensersatz bei Verletzung geistigen Eigentums, 72 Prozent einen Schutz bei externen Cyber-Angriffen und 68 Prozent der Befragten wollen Schäden durch Programmierfehler abgedeckt haben. Lediglich 43 Prozent erwarten eine Erstattung bei Schäden durch Projektverzug.

Ein gefährlicher Irrtum ist, dass laut des IT-Versicherungsindex über zwei Drittel (84 %) einen Schutz bei einem Betriebsausfall durch einen Cyber-Angriff erwarten. Dies ist jedoch nur durch spezielle Cyber-Versicherungen gedeckt.

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