Wirtschaftskanzlei DHPG gibt Tipps Richtiges Verhalten wenn der Steuerfahnder klingelt

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Heidi Schuster / Heidi Schuster

Unangekündigte Prüfungen sind ein wirksames Instrument der Finanzbehörden, um Steuerhinterziehung auf den Grund zu gehen. Die Wirtschaftskanzlei DHPG erklärt, was zu tun ist, wenn die Steuerfahndung vor der Tür steht.

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Verunsicherte Steuerzahler spielen Fahndern in die Karten, erklärt die Wirtschaftskanzlei DHPG.
Verunsicherte Steuerzahler spielen Fahndern in die Karten, erklärt die Wirtschaftskanzlei DHPG.
(© Coloures-Pic - Fotolia.com)

Der Schock sitzt erst einmal tief, wenn sich der unangekündigte Gast oder der vermeintliche Kunde an der Türe als Steuerfahnder entpuppt.

Nicht nur Steuerhinterzieher mit Schwarzgeld auf Auslandskonten müssen die Steuerfahndung fürchten. Es gibt vielfältige Anlässe für die Aufnahme eines Ermittlungsverfahrens, erklärt die Wirtschaftskanzlei DHPG. Neben verwaltungsinternen Mechanismen wie Kontrollmitteilungen oder Betriebsprüfungen, würden die Behörden auch durch Anzeigen von Wettbewerbern, gekündigten Mitarbeitern oder geschiedenen Ehepartnern aktiv werden. Auch wenn sich die Maßnahmen im Nachhinein als unbegründet herausstellen, so müssen Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung zunächst den Hinweisen nachgehen.

Große Überraschung

Steuerfahnder nutzen das Überraschungsmoment. Sie schauen plötzlich in Privat- oder Geschäftsräumen vorbei und treffen meist auf verunsicherte Steuerzahler. Viele Steuerzahler kennen ihre Rechte und Pflichten gegenüber Steuerfahndern nicht, betont die Wirtschaftskanzlei DHPG. Sie verhalten sich schnell unbedacht und bieten den ermittelnden Beamten damit weitere Angriffspunkte.

„Die Befugnisse der Steuerfahnder sind unterschiedlich und hängen davon ab, welche Aufgabe sie im konkreten Fall wahrnehmen“, sagt Rechtsanwalt Markus Feinendegen von der DHPG in Bonn. Steuerfahnder würden entweder als Betriebsprüfer oder als „Finanzpolizist“ agieren.

Als Betriebsprüfer decken sie bislang unbekannte Steuerfälle auf und handeln wie jeder andere Prüfer mit steuerlichen Befugnissen. Betroffene sind zur Mitwirkung verpflichtet, andernfalls drohen Zwangsgelder (siehe Kasten „Mehr Prüfungsbefugnisse für Steuerfahnder“).

In der Funktion als „Finanzpolizist“ ermitteln sie in entdeckten Steuerstraftaten und suchen nach Beweismitteln. Sie haben dann laut DHPG die gleichen Befugnisse wie die Beamten des Polizeidienstes. Betroffene müssen zwar die Durchsuchung und Sicherstellung von Unterlagen dulden, dürfen allerdings ihre Aussage verweigern. Ihre Mitwirkung im Besteuerungsverfahren könne nicht mehr mit Zwangsmitteln durchgesetzt werden.

Handlungsplan entwickeln

Daher ist es ganz wichtig, dass der Steuerpflichtige Kenntnis davon hat, welche Aufgabe der Steuerfahnder gerade wahrnimmt. Verunsicherte Steuerzahler spielen Fahndern in die Karten. „Oft stehen Steuerzahler bei einer Durchsuchung unter Schock und sind zu redselig“, sagt DHPG-Rechtsanwalt Feinendegen. „Fahnder greifen spontane Äußerungen dankbar auf und erstellen Protokolle, die später kaum zu korrigieren sind.“ Sein Tipp: Steuerzahler sollten sich grundsätzlich auf die Möglichkeit einer Durchsuchung vorbereiten. Die Aufbewahrung von Unterlagen sollte kritisch hinterfragt werden. „Steuerfahnder suchen häufig nach persönlichen Aufzeichnungen und in Privaträumen aufbewahrten Dokumenten, um den Tatverdacht zu erhärten“, erklärt Feinendegen. Es empfiehlt sich zudem, einen Handlungsplan zu entwickeln. So können Steuerzahler souverän agieren und laufen nicht Gefahr, ihre Position unbedacht zu schwächen.

Wie Sie sich richtig verhalten, wenn die Steuerfahndung bei Ihnen ist, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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