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Es rumpelt im Markt

Reinigendes Gewitter im eBusiness

02.02.2009 | Redakteur: Stefan Riedl

Nach einem reinigenden Gewitter können die übrigen Marktteilnehmer im eBusiness besser durchatmen.
Nach einem reinigenden Gewitter können die übrigen Marktteilnehmer im eBusiness besser durchatmen.

Home of Hardware (HoH) in Westendorf ist ein gutes Beispiel dafür, was im Markt der eTailer gerade passiert: Kreditversicherer fahren die Linien zurück, die Margen sinken immer weiter, die Wachstumsraten pendeln sich ein. Wenn sich dann noch weitere Probleme hinzu gesellen, wird das Geld knapp.

Das schöne an Schlechtwetterwolken ist: Nach einem reinigenden Gewitter erstrahlt alles in neuem Glanz. Die Luft atmet sich besser, und das Herz schlägt allein schon deswegen höher, weil man Sonnenschein wieder zu schätzen weiß. Genau das kann man, metaphorisch gesprochen, gerade im eBusiness beobachten. Noch ist das reinigende Gewitter aber nicht abgeklungen.

Bei Deutschlands großen Online-Händlern galt in den vergangene Jahren mehr als in anderen Branchen: »Get big or get lost!« Der rasant wachsende Markt ermöglichte in den vergangenen Jahren den großen Anbietern parallel starke Zuwächse. Immerhin stieg der Umsatzanteil des Bestellwegs »Internet« laut dem Bundesverband des Deutschen Versandhandels (BVH) zuletzt von 39,5 im Jahr 2007 auf 46,9 Prozent im Jahr 2008. Online-Handel ist damit längst keine Randerscheinung mehr, sondern für die meisten Deutschen der Bestellstandard.

Das Geschäft mit der vollen Preistransparenz im Konkurrenzvergleich ist jedoch getrieben von geringen Margen, großem Volumen und immer weiterem Wachstum. Stetiges Wachstum erfordert aber einen stetigen Ausbau der Infrastrukturen hinsichtlich Paketversand, Kommissionierung, Support et cetera. Das haben die Onliner in der Regel mit Fremdkapital finanziert.

Und dann kam die Krise

Dann kam die Finanzkrise. Die großen Kreditversicherer Euler-Hermes und Atradius haben automatisch die Kreditlinien für Unternehmen zurück gefahren, bei denen die Eigenkapitalquote nicht allzu hoch ist – aus den beschriebenen Gründen also so gut wie allen großen Online-Händlern. Hinzu kam neben branchenspezifischen Problemen, dass in einigen Produktkategorien die Wachstumsraten, an die man gewöhnt war, nicht mehr zu erzielen waren.

Vom Blitz getroffen

Trotz steigender Bedeutung des Absatzkanals Internet kamen daher schon erste IT-Onliner unter die Räder. Unter anderem für eBug und Tec Company war das Gesamtkonzept, Waren mit geringer Spanne per IP zu verkaufen, zu filigran – beide Unternehmen mussten 2008 Insolvenz anmelden. Branchenexperten gehen davon aus, dass es auch viele der kleineren Webshops, die mitunter vom Wohnzimmer aus agieren, getroffen hat und noch treffen wird.

Lesen Sie im nächsten Teil, warum sich Home of Hardware von Cancom kaufen ließ.

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