Zentrales Cloud-Management Red Hat Cloud Forms überwindet Plattform-Barrieren

Autor / Redakteur: Joseph Fitzgerald* / Ulrike Ostler

Der Grund für hohe Komplexität im Cloud-Management liegt auf der Hand: Die Vielfalt von Public- und Private-Cloud-Plattformen. Die Version 3.1 der Cloud-Management-Software „Red Hat Cloud Forms“ will Flexibilität und Interoperabilität bieten. Sie unterstützt Private-, Hybrid- und Public-Cloud-Umgebungen sowie zahlreiche Plattform- und Virtualisierungsprodukte.

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Mit Cloud Forms lassen sich verschiedene Clouds mit unterschiedlichen Techniken und Anbietern in den Griff bekommen.
Mit Cloud Forms lassen sich verschiedene Clouds mit unterschiedlichen Techniken und Anbietern in den Griff bekommen.
(Quelle: Red Hat)

Cloud-Plattformen entwickeln sich schnell weiter und Management-Lösungen müssen mit dieser Entwicklung – und zwar für jede Plattform – Schritt halten. Die Herausforderung wird dabei immer größer.

Da Unternehmen verstärkt auf Hybrid-Cloud-Modelle setzen, heißt da: Sie betreiben die IT-Infrastruktur zum Teil im eigenen Rechenzentrum und zum Teil in der Cloud. Solche Hybrid-Cloud-Modelle bieten sich allein schon aus Sicherheits-, Compliance- und datenschutzrechtlichen Gründen an und auch deshalb, weil viele Applikationen nicht für den Public-Cloud-Einsatz geeignet sind.

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Der Einsatz mehrerer Cloud-Plattformen bringt aber per se Schwierigkeiten mit sich, da diese durch unterschiedliche Technologien, Schnittstellen und Prozesse gekennzeichnet sind. Die zentralen Herausforderungen betreffen dabei eindeutig das konsistente Management und den Einsatz über unterschiedliche Portale hinweg sowie die heterogenen Cloud-Umgebungen.

Die Aufgaben und ein Ausweg

Zu nennen sind hier zum Beispiel das automatische Provisioning, Workload-Balancing, die Ressourcen-Optimierung, das Kapazitäts- und Lifecycle-Management sowie Root-Cause-Analysen. Für jede einzelne Plattform nutzen Unternehmen hier eigene Tools. Die damit verbundene Komplexität im Handling für IT-Abteilungen ist offensichtlich.

Ein Ausweg wäre, nur auf einen einzigen Hersteller beziehungsweise dessen Lösung zu setzen. Doch das wäre realitätsfern, allein schon aufgrund des zunehmenden Trends zur Open Hybrid Cloud. Ein weiteres Beispiel belegt, wie wichtig eine zentralisierte, einheitliche Verwaltung heterogener Systeme ist. So kommen heute auch in VMware-basierten Cloud-Umgebungen zunehmend OpenStack-Komponenten zum Einsatz. In Konsequenz führt das zu einem Einsatz unterschiedlicher Management-Tools.

Dieser Problematik hat sich Red Hat gestellt und mit „Cloud Forms 3.1“ eine Cloud-Management-Lösung entwickelt, mit der Applikationen unabhängig davon, ob sie auf einer Scale-Up- oder Scale-Out-Plattform in der Cloud gehostet oder im eigenen Rechenzentrum betrieben werden, einheitlich und zentral verwaltet werden können.

Plattformübergreifende Verwaltung von Private, Hybrid und Public Clouds

Die aktuelle Version 3.1 von Red Hat Cloud Forms bietet Management-Funktionen für Private-, Public- und Hybrid-Clouds. Zentrales neues Leistungsmerkmal ist die erweiterte Unterstützung unterschiedlichster Cloud-Angebote und Virtualisierungsplattformen. Dazu zählen Amazon Web Services (AWS), VMware, OpenStack, Red Hat Enterprise Virtualization und Microsoft Private Clouds, die auf dem Verwaltungssystem „Microsoft System Center Virtual Machine Manager“ basieren.

Mit Red Hat Cloud Forms 3.1 steht Unternehmen ein einheitliches Management-Framework für ihre eigene Private-Cloud- und virtuelle Infrastruktur und die in die Public Cloud AWS ausgelagerten Workloads zur Verfügung. Red Hat Cloud Forms bietet zum Beispiel eine regelgesteuerte Bereitstellung von Amazon Machine Instances (AMIs) mit Hilfe von individuell definierten Self-Service-Portalen und Service-Katalogen.

Durch die Unterstützung der „Amazon Virtual Private Cloud“ (VPC) wird der Einsatz von benutzerdefinierten Virtual Networks ermöglicht. Anwender können speziell ausgewiesene VPC/Subnets für ihre Workloads auswählen, die mit Red Hat Cloud Forms zu verwalten sind.

Die Integration in „Amazon Identity and Access Management“ (IAM) ermöglicht in Kombination mithilfe von „Role Based Access Control“ (RBAC) von Red Hat Cloud Forms Unternehmen die Kontrolle über die Bereitstellung von Amazon-Workloads und -Ressourcen. Neue Features der Version 3.1 sind unter anderem die Servicekatalog-Integration für „Elastic Load Balancing“ (ELB), Storage („S3“) und „Relational Database Service“ (RDS).

Red Hat Cloud Forms unterstützt zudem VMware-vSphere-basierte Umgebungen und damit Hybrid-Lösungen wie eine VMware-OpenStack-Kombination, das heißt die Nutzung von VMware für traditionelle Workloads und von OpenStack für Cloud-Workloads. Verbesserungen der Version 3.1 hinsichtlich des Managements von VMware-Umgebungen betreffen Aspekte wie die Performance, die Sicherheit und den Netzwerkzugriff auf Konfigurationsinformationen.

Features im jüngsten Release

Im neuen Release des Management-Tool sind zudem zahleiche OpenStack-Updates enthalten. Optimierungen gibt es beispielsweise im Hinblick auf die agentenlose Ermittlung und Analyse von OpenStack Image Service („Glance“) Images, die Bestandsaufnahme und das Reporting für OpenStack Block Storage („Cinder“) und OpenStack Object Store („Swift“) sowie die Integration mit OpenStack Identity („Keystone“).

Im Hinblick auf Red Hat Enterprise Virtualization bietet die neue Version von Red Hat Cloud Forms außerdem Provisioning-Verbesserungen und Cloud-init-Unterstützung für das Setup und die Konfiguration von Gastsystemen.

Nicht zuletzt werden mit der neuen Version zum ersten Mal auch Private Clouds unterstützt, die auf dem Verwaltungssystem Microsoft System Center Virtual Machine Manager basieren.

Agentenfrei und im OVF-Standard

Prinzipiell stellt Red Hat CloudForms alle benötigten Funktionen für ein durchgängiges Cloud Operations Management zur Verfügung. Durch die agentenfreie virtuelle Appliance-Architektur ist ein schnelles Deployment im Open-Virtualization-Format (OVF)-Standard möglich. Die Web-basierte Applikation ermöglicht einen Admin- beziehungsweise Self-Service-Zugriff von überall und jedem Browser aus.

Eine Anbindung an Enterprise-Directory-Systeme ist problemlos möglich. Die horizontal skalierbare Lösung bietet durch Load Balancing sowie Failover- und Failback-Funktionalität eine hohe Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit.

Integration und funktionsübergreifende Anwenderunterstützung

Die Plattformunterstützung ist aber nur die eine Seite der Medaille, ebenso wichtig ist die Integration der bereits im Unternehmen genutzten System-Management-Tools. Auch hier bietet die Anwendung von Red Hat eine hohe Flexibilität und Interoperabilität.

Joseph Fitzgerald ist General Manager Cloud Management Products bei Red Hat und Autor dieses Artikels.
Joseph Fitzgerald ist General Manager Cloud Management Products bei Red Hat und Autor dieses Artikels.
(Bild: Red Hat)

So lassen sich beispielsweise Anwendungen von Anbietern wie BMC Software, CA, Cisco, HP oder Service Now einbinden. Ebenso ist eine Anbindung von Monitoring- und Asset- oder Event-Management-Systemen, Configuration Management Databases (CMDBs) oder Lösungen zur Runbook-Automation (RBA) und IT-Prozess-Automation (ITPA) möglich. Sichergestellt wird die hohe Integrationsfähigkeit von Cloud Forms durch zahlreiche REST-APIs.

Red Hat Cloud Forms unterstützt Endanwender, Administratoren und die Management-Ebene gleichermaßen. So kann der Endanwender komfortable Self-Service-Portale und -Funktionen nutzen, zum Beispiel für rollenbasierte Zugriffe auf IT-Service-Kataloge oder ein automatisches Provisioning.

Flexibel anpassbar

Den Administratoren werden alle erforderlichen Tools für das Konfigurations-, Ressourcen- und Kapazitäts-Management zur Verfügung gestellt. Außerdem können sie Dashboards nutzen, die auch anforderungsspezifisch individuell angepasst werden können. Nicht zuletzt kann die Managementebene einfach und schnell auf alle Informationen zugreifen, die für die Bereiche Governance, Compliance, Kosten oder Kapazitätsplanung relevant sind.

Im Vergleich zur Vorgängerversion bietet Red Hat Cloud Forms 3.1 mehrere neue Features und Optimierungen, die von funktionalen Erweiterungen bis hin zu einer Erhöhung der Benutzerfreundlichkeit reichen. Sie betreffen zum Beispiel die Self-Service-Dialogoptionen mit Shortcuts, den erweiterten Servicekatalog, das vereinfachte Provisioning oder zusätzliche Import- und Export-Funktionen für Dashboard-Widgets und -Dialoge.

Zentrale Vorteile von Red Hat Cloud Forms im Überblick:

  • Unterstützung heterogener Private-, Public- und Hybrid-Cloud-Umgebungen
  • Unterstützung der Transformation proprietärer Infrastrukturen in Open Hybrid Clouds
  • Service Deployment in Hybrid Clouds unter Verwendung von Policies und SLAs
  • Integrationsmöglichkeit in vorhandene Enterprise-Management-Systeme und -Prozesse
  • Beseitigung der Abhängigkeit von proprietären Cloud-Management-Tools

* Joseph Fitzgerald ist Vice President und General Manager der Cloud Management Business Unit bei Red Hat

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