Nachhaltigkeit im Datacenter Rechenzentrumskühlung: Ein halbes Grad, Millionen gespart

Von Agnes Panjas 2 min Lesedauer

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Etwa 80 Prozent der Rechenzentren weltweit nutzen Luftkühlung. Durch die Einsparung eines halben Grads könnten jährlich rund 805 Millionen US-Dollar eingespart werden. Vaisala will mit der modularen Messplattform Origo dabei helfen.

Das modulare Messgerät Origo soll die Verschwendung von Energie zur Kühlung in Rechenzentren deutlich senken und mehrere hundert Millionen US-Dollar pro Jahr einsparen.(Bild:  Canva / KI-generiert)
Das modulare Messgerät Origo soll die Verschwendung von Energie zur Kühlung in Rechenzentren deutlich senken und mehrere hundert Millionen US-Dollar pro Jahr einsparen.
(Bild: Canva / KI-generiert)

Die Kühlung von Rechenzentren spielt eine entscheidende Rolle für Effizienz und Betriebskosten der Informationsinfrastruktur. Da etwa 80 Prozent der Datacenter Luftkühlung verwenden, können selbst geringe Temperaturabweichungen von nur einem halben Grad erhebliche finanzielle und energetische Auswirkungen haben. Die neue, modulare Messplattform namens „Origo“ des finnischen Messgeräteanbieters Vaisala soll helfen, Temperaturabweichungen zu beseitigen und jährlich Millionen Dollar an Energiekosten einzusparen.

Warum ein halbes Grad zählt

Ein Temperatursensor, der nur um 0,5 °C abweicht, scheint unwichtig – lassen sich etwa 805 Millionen US-Dollar beim Energieverbrauch zur Kühlung pro Jahr vermeiden, rund 8 Milliarden US-Dollar innerhalb eines Jahrzehnts (basierend auf moderaten 10-MW-Standorten).

In Reinräumen der Biowissenschaft steht sogar viel mehr auf dem Spiel: Jeder entscheidende Umgebungsparameter wie Temperatur oder relative Feuchte kann die Produktintegrität oder Forschungsergebnisse beeinträchtigen, mit Verlusten, die weit über die Energiekosten hinausgehen.

Generische Sensoren mit einer Genauigkeit von ±0,5 °C verursachen Überkühlung und Energieverschwendung, was Betreibern jährlich Zehntausende Dollar kostet.

Anu Kätkä, Vaisala Product Line Managerin für HVAC and Critical Buildings

Luftkühlung bleibt unverzichtbar

Weltweit gibt es schätzungsweise 12.000 Rechenzentren, wobei mehr als die Hälfte in den USA und Europa liegt. Während Flüssig- und Hybridkühlung für hochdichte KI-Arbeitslasten rasch an Bedeutung gewinnen, bildet die Luftkühlung weiterhin die universelle Grundlage des Thermomanagements in Rechenzentren. Sie bietet die grundlegende Raumkühlung, die jede Anlage benötigt, während die Flüssigkeitskühlung gezielt und hocheffizient Wärme von den heißesten Racks ableitet. Infolgedessen haben sich hybride Architekturen – Luft für den Raum, Flüssigkeit für die dichtesten Lasten – inzwischen sowohl bei Neubauten als auch bei Nachrüstprojekten als Standard etabliert.

Präzise Messung für Optimierung luftgekühlter Umgebungen

Eine zuverlässige und präzise Messung ist somit entscheidend für die Optimierung luftgekühlter Umgebungen. Die modulare Messplattform Origo bietet eine Genauigkeit von ±0,1 °C und ±1 % rF (relative Feuchte), wodurch unnötige Kühlung reduziert und eine stabile Umgebungssteuerung gewährleistet wird, die für kritische Einrichtungen wichtig ist. Laut Anu Kätkä von Vaisala könne sich diese Technologie innerhalb weniger Monate auszahlen und die Betriebszeit über Jahre hinweg sichern. Da Rechenzentren etwa 1,5 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs ausmachen und die Nachfrage bis 2030 voraussichtlich steigen wird, sei präzise Messtechnik in Zukunft unerlässlich, um Energieverbrauch und Emissionen zu kontrollieren, während gleichzeitig die IT-Leistung aufrechterhalten wird.

Das bietet die Messplattform Origo

Vaisala Origo bietet eine Temperaturgenauigkeit von ±0,1  °C und eine Genauigkeit der relativen Feuchte von ±1  % rF für eine stabile, zuverlässige Umgebungssteuerung.

  • Die vor Ort austauschbaren Sonden von Origo sollen schnelle Aktualisierungen bei minimaler Unterbrechung ermöglichen.
  • Mit Vaisala Services stehen Kunden akkreditierte Kalibrierungen und ein zu technischem Support vor Ort zur Verfügung.
  • Die modularen Bauweise soll die Überwachung mehrerer Parameter ermöglichen. Dies geschieht über kompatible Vaisala Sonden, wie zum Beispiel Kohlendioxid- (CO₂-) und Taupunktsensoren, auf derselben Plattform.
  • Origo kann sich an weiterentwickelnde Messanforderungen anpassen, die in Umgebungen wie Reinräumen, Biowissenschaftsanwendungen und der Halbleiterfertigung vorherrschen.

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