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Cloud 2018 Technology & Services Conference Quo vadis, Cloud Computing?

Autor / Redakteur: Prof. Dr. Oliver Hinz / Florian Karlstetter

Differenzierung ist das Schlagwort, um sich auch als kleinerer Cloud-Anbieter gegen die großen Hyperscaler behaupten zu können. Ein ökonomischer und technologischer Ausblick von Professor Hinz von der Goethe Universität in Frankfurt im Vorfeld der „Cloud 2018 Technology & Services Conference“ im September.

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Quo vadis, Cloud Computing? Ein ökonomischer und technologischer Ausblick von Prof. Dr. Oliver Hinz.
Quo vadis, Cloud Computing? Ein ökonomischer und technologischer Ausblick von Prof. Dr. Oliver Hinz.
(Bild: © Kurhan - stock.adobe.com)

Am 11. September startet die „CLOUD 2018 Technology & Services Conference“ der Vogel IT-Akademie in Bonn, weitere Termine in Wiesbaden, Hamburg und München folgen. Im Vorfeld der Veranstaltungsreihe haben wir die Keynote-Speaker um eine kurze Stellungnahme gebeten - diesmal Prof. Dr. Oliver Hinz, Professur für Informationssysteme und Informationsmanagement an der Goethe Universität in Frankfurt.

Der Cloud-Markt befindet sich noch immer im Wachstum. So soll nach Schätzung von Gartner allein der Public-Cloud-Markt um 21,4 Prozent im Jahr 2018 auf über 180 Mrd. US-Dollar wachsen. In einem solchen Markt existiert ausreichend Platz für viele Anbieter. Nichtsdestotrotz können die sogenannten Hyperscale Cloud Provider ihre Marktdominanz weiter ausbauen. Im Jahr 2016 hatten diese Anbieter etwa 50 Prozent Marktanteil im IaaS-Bereich und es wird erwartet, dass dieser Anteil auf über 70 Prozent im Jahr 2021 ansteigen wird. Mit anderen Worten ausgedrückt: Die Großen wachsen schneller als die Kleinen. Die Situation könnte sich für die kleineren Anbieter verschärfen, wenn erst einmal Marktsättigung erreicht ist.

Ergänzendes zum Thema
Infos & Anmeldung zur „CLOUD 2018 Technology & Services Conference“

Cloud 2018 Technology & Services Conference auf Tour im September.
Cloud 2018 Technology & Services Conference auf Tour im September.
( Bild: Vogel IT-Akademie )

Die „CLOUD 2018 Technology & Services Conference“ findet dieses Jahr im September in Bonn, Wiesbaden, Hamburg und München statt. Neben spannenden Keynotes unabhängiger Cloud-Experten erwartet die Teilnehmer ein abwechslungsreiches Programm aus Fachvorträgen und Workshops mit Umsetzungsbeispielen aus der Praxis.

Für den direkten Kontakt und vertiefenden Wissensaustausch gibt es zudem eine Reihe an Experten-Roundtables und die Möglichkeit von persönlichen One-on-One-Meetings mit anwesenden Firmenvertretern. Moderierte World Cafés zum Sichtweisen- und Erfahrungsaustausch über die Themen, die Sie als Cloud-Verantwortlicher bewegen, runden das vielfältige Programm ab.

Termine und Orte

Treffen Sie sich zum Informationsaustausch mit Experten vor Ort auf der „CLOUD 2018 Technology & Services Conference“

  • am 11.9.2018 in Bonn
  • am 13.9.2018 in Wiesbaden
  • am 25.9.2018 in Hamburg
  • am 27.9.2018 in München

Die Registrierungsgebühr beträgt 290 Euro (zzgl. MwSt.). Unser Tipp: Bewerben Sie sich hier für ein VIP-Ticket.

Mehr Informationen rund um die Konferenz finden Sie unter www.cloudcomputing-conference.de oder unter dem Hashtag #CONCLOUD auf Twitter.

In einem Markt mit positiven Netzeffekten sind oft Tendenzen zu sogenannten The-Winner-Takes-It-All-Markets festzustellen und die Beobachtungen der Gartner Group passen zur ökonomischen Theorie. Offenbar gibt es für die erfolgreichen Anbieter kumulative Vorteile, die sie noch erfolgreicher machen. Um dieser Situation aus dem Weg zu gehen, können kleinere Anbieter eine Strategie wählen, die stark auf Differenzierung setzt, um z.B. Nischen zu bedienen, die die großen Anbieter nicht zufriedenstellend mit einer Gesamtlösung adressieren können. So könnte der professionelle Umgang mit der Datenschutz-Grundverordnung in der EU oder ein exzellentes Serviceniveau zur Differenzierung dienen.

Es könnten darüber hinaus Technologien entwickelt werden, die Wechselkosten und die sogenannten Multi-Homing-Kosten, also die Kosten des Nutzers für die Nutzung unterschiedlicher Services von unterschiedlichen Anbietern, senken. So kann die (Mit-)Entwicklung und Spende von Kubernetes durch Google als eine solche Strategie – und als Angriff auf Amazon – verstanden werden.

Cloud-Supply-Chain als Geschäftsmodell

Eine dritte Alternative könnte die Kollaboration kleinerer, spezialisierter Anbieter in einer Cloud-Supply-Chain sein, in der Spezialisten auf verschiedenen Stufen des Cloud Computings zusammenarbeiten und Anwendungsbereitstellung bzw. Wertschöpfung gemeinsam betreiben. Exemplarisch seien hier als Parallele die hochsynchronisierten Lieferketten aus der Automobilindustrie genannt. Zu diesem Zwecke müssen allerdings Standards und Schnittstellen eingehalten werden. Der Erfolg der Container-Technologie in den letzten Jahren könnte hier eine Schlüsselfunktion spielen.

Ein ökonomischer und technologischer Ausblick von Prof. Dr. Oliver Hinz, Professur für Informationssysteme und Informationsmanagement, Goethe Universität Frankfurt.
Ein ökonomischer und technologischer Ausblick von Prof. Dr. Oliver Hinz, Professur für Informationssysteme und Informationsmanagement, Goethe Universität Frankfurt.
(Bild: © www.jakobkaliszewski.de)

In einer solchen Cloud-Supply-Chain muss auch das Thema Sicherheit neu gedacht werden. Die Perimetersicherheit wird de facto obsolet – das sichere Unternehmensnetzwerk vs. die unsichere Außenwelt existiert in einer verteilten Servicelandschaft nicht mehr. Hinzu müssen Verträge in der Supply-Chain am besten automatisch geschlossen werden und der Datenschutz muss durch die gesamte Supply-Chain hinweg zugesichert werden.

Insofern gibt es noch eine Reihe von Problemen zu lösen und es bleibt für die kleineren Anbieter im Cloud-Markt zu hoffen, dass sich das Wachstum in diesem Markt nicht zu schnell abschwächt. Ansonsten ist aus ökonomischer Sicht ein Verdrängungswettbewerb zu erwarten, bei dem die großen Anbieter Vorteile haben, die momentan schwer auszugleichen sind.

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