Viele Wege für ein Ziel: das sichere Unternehmensnetz Professionelle Security-Lösungen: So gelingt das Geschäft

Redakteur: Dr. Andreas Bergler

Im Umfeld professioneller Security-Lösungen erschließen sich dem Fachhandel vielfältige Betätigungsfelder. Grundsätzlich tut hier Aufklärung not, denn laut Marktanalysten fühlen sich Anwender in Unternehmen heute ziemlich sicher, sind es de facto aber nicht.

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Mit dem Beginn der Fußball-WM haben auch die Angriffe auf die Rechner der Anwender deutlich zugenommen. Sportliche Großereignisse werden von Kriminellen gerne genutzt, um Malware auf die Rechner zu schleusen, Fußballfans zu betrügen oder über Botnets gesammelte Angriffe gegen Unternehmen zu fahren. Die Arglosigkeit der Anwender, so warnen Security-Anbieter kuckucksuhren-gleich, ist der Sicherheit größter Feind. „Das Rezept ist schon längst bekannt, nur wird es meist unzulänglich umgesetzt“, erläutert Michael Spreng, Vorstandsvorsitzender der Secaron AG.

Ausgangspunkt: Appliances

So gut wie alle Unternehmen haben die Fundamente in Sachen Sicherheit gelegt. Praktisch niemand mehr setzt sein Unternehmen und die Mitarbeiter ungeschützt dem Internet aus, denn ohne eine fundierte Absicherung der Informationen ist ein Unternehmen heute nichts mehr wert. Firewall, Anti-Malware-Lösungen, Identity- und Access-Management und Systeme, die die Datensicherheit in Form von Data Leakage Prevention (DLP) garantieren sollen, haben einen hohen technischen Reifegrad erreicht. Trotz der zunehmenden technischen Vergleichbarkeit der Produkte und der Marktsättigung unter den Anbietern sehen Analysten aber immer noch großes Entwicklungspotenzial.

Beispiel Firewalls: Während sich die Angreiferszene hochgradig professionalisiert hat, haben Firewall-Anbieter Technologien wie Intrusion-Prevention-Systeme (IPS) adaptiert und haben mit diesem Feature-Set für hohe Verkaufsabsätze als Appliances für das Unified Threat Management (UTM) gesorgt. Obendrein hat nun der von Gartner geprägte Begriff der „Consumerisation of IT“ zusammen mit der wachsenden Mobilität der Mitarbeiter die herkömmlichen Definitionen der Unternehmensgrenzen aufgeweicht. Die Antwort der Hersteller darauf kommt in Form so genannter „Next Generation Firewalls“, mit deren Hilfe sich Sicherheitsrichtlinien bis auf Anwendungsebene durchsetzen lassen und die neben enormen Performance-Zuwächsen auch die Sicherheit von Web-Applikationen und Management-Funktionalitäten für große Umgebungen integrieren.

Was nach den „Next Generation Firewalls“ kommt, lesen Sie auf der nächsten Seite.

Fluchtpunkt: Services

Die funktionelle Bandbreite und die Unterschiedlichkeit der Zielgruppen und Märkte macht es schwierig, die Hersteller miteinander zu vergleichen. Gartner wagt trotzdem eine Zusammenschau und nennt als Key-Player 3Com (HP), Astaro, Check Point, Cisco, Fortinet, Juniper, McAfee, Netasq, Palo Alto, Phion (Barracuda), Sonicwall, Stonesoft und Watchguard. Vergangenes Jahr wuchs der weltweite Firewall-Appliance-Markt laut Gartner um knappe fünf Prozent. Für Westeuropa stellt IDC hingegen einen Ertragsrückgang von drei Prozent für 2009 gegenüber dem Vorjahr fest.

Ein gewichtiger Grund hierfür mag in der wachsenden Akzeptanz von Managed Services liegen, also der Abwanderung von Appliance-Funktionen in die Cloud. Die „Sicherheit aus der Cloud“ geht laut Experton Group bereits in die zweite Generation und hat sich in puncto E-Mail-Security und Spam-Schutz in vielen Unternehmen etabliert. Da niemand damit rechnet, dass alle Sicherheits-Funktionalitäten in die Wolke verlagert werden, werden gemischte Architekturen mit On-Premise-Lösungen und Managed Services gleichzeitig wohl eher die Regel sein.

Mittelpunkt: Kunde

Die Hersteller haben deshalb Funktionalitäten für die Remote-Administration und den -Support als wesentliche Bausteine in ihr Produktportfolio aufgenommen. Es liegt an den Fachhändlern, dieses Angebot wahrzunehmen und mit eigenen, zusätzlichen Services zu integrieren. Eine strategisch geplante Steuerung für Informationssicherheit, betont Michael Spreng von Secaron, muss die zentralen Elemente der Informationssicherheit umfassend koordinieren. „Diese sind der kompetente und zielgerichtete Einsatz technischer Werkzeuge, die Absicherung der Gebäude und Einrichtungen des Unternehmens, sicher gestaltete Prozesse und vor allem die Einbindung der Mitarbeiter als zentrale Komponente für die Umsetzung der unternehmensweiten Sicherheitsstrategie.“

IT-BUSINESS hat bei drei Branchenexperten nachgefragt, wohin sich der Security-Markt entwickelt und wie die Prognosen für den Fachhandel hier stehen. Weiter zum Statement von Avira.

Thorsten Schlechtriem (Avira)

Thorsten Schlechtriem, Director Sales, Country Manager Deutschland (Archiv: Vogel Business Media)

„Der Markt verzeichnet aktuell ein starkes Wachstum mit zunehmendem Bedarf an ganzheitlichen Sicherheitslösungen, die an allen Server- und Endgerätepunkten ansetzen. Dies wird getrieben von der wachsenden Anzahl an PCs, mobilen Endgeräten und unternehmenskritischen Anwendungen wie SAP und Sharepoint. Kombiniert mit Services binden klassische IT-Sicherheitsprodukte die Kunden und stellen die Zukunft des Händlers auf eine starke Basis.“

Weiter geht‘s zum Statement von Fortinet.

Christian Vogt (Fortinet)

Christian Vogt, Regional Director Germany & Netherlands bei Fortinet (Archiv: Vogel Business Media)

„Die Nachfrage für flexible All-in-one-Lösungen wächst, weil sie nicht nur das komplette Spektrum an Security-Funktionen bieten, sondern auch deren Virtualisierung und Provisionierung ermöglichen. Dieses Konzept führt Unified Threat Management weit über seinen Ursprung als einfache Security-Plattform hinaus. Reseller können damit jedem Unternehmen bis hin zum Konzern umfassende und anpassbare Unified-Security-Lösungen bieten.“

Weiter geht‘s zum Statement von Blue Coat

Dietmar Schnabel (Blue Coat)

Dietmar Schnabel, Sales Director DACH und Osteuropa bei Blue Coat Systems (Archiv: Vogel Business Media)

„Sicherheit ist und bleibt ein wichtiges Thema, das dem Channel gutes Potenzial für Umsatzsteigerungen bietet. Für Reseller wird es zukünftig noch wichtiger, ihren Kunden moderne, mehrschichtige Sicherheitsarchitekturen anzubieten und sie umfassend zu schützen. Denn Gefahren lauern nicht nur im Web 2.0, durch Viren oder Malware. Für Unternehmen jeder Größe gilt es in Zukunft vermehrt, den Verlust geistigen Eigentums zu verhindern.“

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