Drei Laufwerke von Toshiba, Tandberg und Dawicontrol im Backup-Vergleich Praxistest: Datensicherung der primären Festplatte per USB

Redakteur: Rainer Graefen

USB 2.0 eignet sich durchaus als Schnittstelle für die Datensicherung im Home Office. Storage-Insider.de, das Schwesterportal von IT-BUSINESS, zeigt im Vergleichstest von drei verschiedenen Plattenlaufwerken auf, wo die Grenzen liegen.

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Toshiba HDDR320E: Flottes Design, das eine flotte Festplatte für die Hosentasche umschließt.
Toshiba HDDR320E: Flottes Design, das eine flotte Festplatte für die Hosentasche umschließt.
( Archiv: Vogel Business Media )

Das Home Office klingt zwar nach häuslicher Umgebung, aber in Wirklichkeit verbirgt sich hinter dem Begriff ein Rechenzentrum in privater Hand. Zwei- und Vierkern Rechner gehören fast schon zum Standard, und viele Home Offices verwalten inzwischen Datenmengen von einem Terabyte und mehr.

Das ist eine Rechenleistung und eine Speicherkapazität, die sich auf weniger als einem Quadratmeter hinter Blech und Plastik verbergen. Vor 40 Jahren hätte dies locker ausgereicht, den Mondflug in allen seinen Phasen zu berechnen und überwachen.

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Doppelte Datenhaltung für das private Glück

Jetzt dient das private Rechenzentrum als Kontrollstation für Streaming Devices, Foto-Album und -Nachbearbeitung, Videoschnitt und eine ausufernde Musikbibliothek. Neben viel Arbeit steckt auch viel Freude im „PRZ“, dem Personal Rechenzentrum.

Jedem Besitzer eines PRZ ist klar, dass die Hardware ersetzbar ist, die Daten allerdings nicht. Da Tape-Streamer angesichts der Kosten bei der Datensicherung im Home Office eine untergeordnete Rolle spielen, hat Storage-Insider mehrere externe Festplatten-Systeme auf ihre Backup-Tauglichkeit getestet.

Als Testkandidaten treten das RDX von Tandberg Data, die Netdisk von Dawicontrol, ein Home-NAS-Server TS-509 Pro von Qnap und die „stylishe“ USB-Festplatte HDDR320E04X in den Ring.

Tragbare Datensicherung

Die Kandidaten sind handliche und tragbare Geräte, die in ihrem Abmessungen denen eines DIN-A6-Pocket-Handbuchs (Toshiba) bis hin zu einem 500 seitigen DIN-A5-Handbuch (Dawicontrol) ähneln.

Als Aufgabe des Tests werden drei Ordner von einem Intel i7-Rechner über die USB-2.0-zu auf die verschiedenen Ziele gespeichert.

  • Im ersten Ordner befinden sich 1.766 unterschiedlich große Dateien, die insgesamt ein Volumen von 500 MByte besitzen.
  • Im zweiten Ordner liegt eine einzelne Outlook-Express Datenbank-Datei mit 750 MByte Umfang.
  • Im dritten Ordner sind 1.569 Fotos zu je ca. 2 MByte Größe in vier Unterordnern untergebracht.

Anhand der Belastung durch die sehr unterschiedliche Kopiertätigkeit, lässt sich sehr gut der Zeitbedarf für das Backup von ein Terabyte Daten ermitteln. Während die Toshiba-Festplatte und das Tandbergs RDX-Wechselfestplatte nur per USB anschließbar sind, transportiert Dawicontrols Netdisk die Daten vorzugsweise über Ethernet und benutzt dazu einen speziellen Treiber, der unter Umgehung des Paketprotokolls TCP eine Direktverbindung zwischen Rechner und Netdisk über das Netzwerk aufbaut.

Große Streuung bei Transferraten

Bei Tandberg RDX Quikstor haben wir noch den Einfluss unterschiedlicher Festplattenkapazitäten ermittelt. Das aktuelle Medium mit 500 GByte Kapazität ist anders als erwartet nicht deutlich schneller als das mit 80 GByte.

Über die langsamste USB-Schnittstelle verfügt das Dawicontrol Netdisk. Das Gerät glänzt laut Hersteller beim Datentransport über das Netzwerk. Leider mochte der Netdisk-Treiber von Ximeta nicht mit Intels Gigabit Ethernet-Treiber unter einen Windows 7 Ultimate zusammenarbeiten. Wir werden den Test deshalb nachholen und die Ergebnisse online publizieren.

Im Dreikampf zeigen alle Probanden deshalb ausschließlich, welche Backupleistung sie über die USB-Schnittstelle erbringen. Obwohl die Brutto-Transferrate von USB 2.0 bei 60 MByte/s liegt, schneiden die Kandidaten doch sehr unterschiedlich ab. Es werden Geschwindigkeiten von minimal 5 MByte pro Sekunde bis maximal 25 MByte pro Sekunde erreicht. Die 320-GB-Toshiba-Festplatte schlägt sich in allen drei Disziplinen überraschend gut.

In einem Backup-Test spielt allerdings die Höchstleistung eine untergeordnete Rolle. Zur Berechnung der Übertragungszeit, dem sogenannten Backup-Fenster, muss der Anwender immer vom schlimmsten Fall, also der langsamsten Transferrate ausgehen.

Full Backup ist kritisch für Datensicherheit

Theoretisch könnte die Toshiba-Festplatte ein Terabyte in elf Stunden kopieren, allerdings nur wenn die Datei in einem Stück vorliegen würde. Der Worst-Case dagegen mit unterschiedlichsten Dateigrößen, treibt den Zeitbedarf für die Sicherung von ein Terabyte Daten jedoch auf 27 bis fast 60 Stunden hoch – je nach Produkt. Die Möglichkeit eines fatalen Datenverlustes wäre in dieser Zeit sehr hoch.

Die Kopierleistung der USB-Schnittstelle ist grundsätzlich betrachtet gut. Sind jedoch sehr große Datenmengen zu sichern, so wird ein Backup-Konzept benötigt, dass geringstmögliche Datenverluste nach sich ziehen würde. Die Grundinstallation des Rechners sollte per Image abgesichert werden.

Statische Daten wie Filme und Fotos werden bei Bedarf gesichert und die aktiv benutzten Daten sollten kontinuierlich nach dem Schließen der Datei auf ein zweites Medium kopiert werden. Mit diesem Konzept ließe sich der Datenverlust im Katastrophenfall auf wenige Dateien beschränken.

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