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Digital Transformation

Cloud-Business in Deutschland

Potenziale der Cloud-Vielfalt nutzen

| Autor / Redakteur: Oliver Schonschek / Sarah Böttcher

Das Thema Cloud-Security spielte auf dem diesjährigen IT Executive Forum des Managed-Cloud-Anbieters Rackspace eine zentrale Rolle.
Das Thema Cloud-Security spielte auf dem diesjährigen IT Executive Forum des Managed-Cloud-Anbieters Rackspace eine zentrale Rolle. (Bild: Daniel Berkmann/ stock.adobe.com)

Der Managed-Cloud-Anbieter Rackspace präsentierte in München, wie seine deutsche Strategie aussieht: Mit spezialisiertem Support und Partnerschaften will man dem deutschen Mittelstand den Einstieg in Multi Clouds und Hybrid Clouds einfacher machen. Dabei spielen Cloud-Compliance und -Sicherheit eine wichtige Rolle.

Cloud Computing kommt in Deutschland bisher langsamer voran als in vielen anderen Ländern. Das macht das Cloud-Business hierzulande einerseits schwieriger, andererseits befindet sich der Cloud-Markt dadurch erst am Anfang und hat noch großes Potenzial für Neugeschäfte. 60 Prozent der von IDC befragten Unternehmen befinden sich derzeit noch in einer frühen Phase der Cloud-Nutzung. Sie beschäftigen sich mit Pilotprojekten, treiben in einzelnen Fachbereichen individuelle Initiativen voran oder haben noch keine Cloud-Strategie definiert.

Für einen Managed-Cloud-Anbieter wie Rackspace ist der deutsche Markt deshalb sehr interessant. Entsprechend hoch ist das Engagement und sind es die Investitionen in Deutschland. Die Folgen davon sind sichtbar: Der Anbieter ist insbesondere in Deutschland gewachsen, verkündete das Unternehmen in seiner Einladung zum Presse-Event anlässlich des IT Executive Forums am 27. Juli in München. Wichtige Pfeiler der Wachstumsstrategie in Deutschland sind der Ausbau des Standortes in München, die Gewinnung neuer Mitarbeiter, die Eröffnung des Rechenzentrums in Frankfurt am Main und der Ausbau des Channels in Deutschland.

Reinhard Waldinger, Managing Director Rackspace International, sprach über Unternehmensentwicklung, Marktpositionierung und strategische Partnerschaften.
Reinhard Waldinger, Managing Director Rackspace International, sprach über Unternehmensentwicklung, Marktpositionierung und strategische Partnerschaften. (Bild: Oliver Schonschek, Vogel IT-Medien)

Dabei konzentriert sich das Unternehmen auf seine Rolle im Service. „Wir sehen uns als Dienstleister für den Mittelstand und als Partner der führenden Cloud-Provider. Unsere eigene Public Cloud bieten wir nicht mehr aktiv an“, erklärt Reinhard Waldinger, Managing Director Rackspace International. „Wir sind eine Service-Company, keine Development-Company.“ Für den Service stehen über 6200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung, mit über 3000 Cloud-Zertifizierungen, darunter über 800 für AWS.

Der Weg zum Kunden führt oftmals über Schwierigkeiten, die Nutzer mit dem Verständnis der Cloud-Abrechnungen der großen Provider haben können. Hier hilft Rackspace. „Das eigentliche Produkt sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die den Service erbringen“, so Waldinger. Entscheidend sei eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit, denn zufriedene Mitarbeiter führen zu zufriedenen Kunden.

Der Rackspace-Ansatz: Die Unternehmen bekommen einen Cloud-Kümmerer

Für den erfolgreichen Einstieg in die Cloud fehlen vielen Unternehmen die Ressourcen und Kompetenzen. Cloud-Experten fehlen weltweit, in Deutschland aber ist der Mangel an Cloud-Expertise besonders hoch, auch bedingt durch die noch relativ geringe Cloud-Nutzung in Deutschland, so Rackspace.

Genau hier setzt der Managed-Cloud-Anbieter an, mit der Erfahrung und den Zertifizierungen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mit den Technologie-Partnerschaften und dem spezialisierten Support, dem sogenannten Fanatical Support, der für mehrere Cloud-Technologien angeboten wird, darunter AWS, Google, Microsoft, OpenStack und VMware. Zum Portfolio gehört nicht nur der Betrieb von Cloud-Infrastrukturen, das Angebot reicht bis in den Bereich der Application und Managed Security. Durch die Übernahme von TriCore Solutions kann Rackspace insbesondere die Verwaltung von Unternehmensapplikationen anbieten, darunter SAP und Oracle.

Zu den offerierten Cloud-Services zählen die Bewertung der Cloud-Bereitschaft des Kunden, eine individuelle Applikations- und Infrastruktur-Portfolioanalyse sowie eine Plattformfunktions- und ROI-Analyse, die bestimmt, welche Cloud-Plattform(en) und -Dienste aus dem Cloud-Portfolio von Rackspace am besten zur Cloud-Umsetzungsstrategie des Unternehmens passen.

Die Cloud-Engineers beurteilen die Workloads des Kunden, physische und virtuelle Serverkonfigurationen, Netzwerktopologie sowie Security- und Compliance-Anforderungen. Sie entwerfen eine kundenspezifische Migrationsstrategie und unterstützen den Kunden bei seiner Cloud-Umsetzung. Im Betrieb werden die Anforderungen des Kunden regelmäßig überprüft und Anpassungen an den Cloud-Services vorgenommen.

Die Besonderheiten des DACH-Marktes und die Suche nach Partnern

Alex Fürst, Vice President Rackspace DACH, erläuterte die Ziele für den DACH-Markt: In diesem ausgesprochenen Wachstumsmarkt will sich Rackspace als Trusted Advisor für den Mittelstand etablieren, wenn es um die Nutzung der führenden Public Clouds AWS, Azure und Google Cloud Platform geht. Gerade im DACH-Raum ist die Bedeutung der Channel-Partner extrem wichtig, so Fürst. Im deutschen Mittelstand herrscht eine enge Beziehung zwischen den IT-Anwenderunternehmen und ihren Dienstleistern. Die Systemhäuser und Provider sind IT-Vertraute der Kunden.

Alex Fürst, Vice President Rackspace DACH, erklärte die Strategie für den DACH-Markt.
Alex Fürst, Vice President Rackspace DACH, erklärte die Strategie für den DACH-Markt. (Bild: Oliver Schonschek, Vogel IT-Medien)

Rackspace möchte die Partner dabei unterstützen, ihren Kunden den Einstieg in die Cloud zu ermöglichen und zu erleichtern. Genau wie die Kunden individuell betreut werden, sieht Fürst auch die Beziehung zu den Partnern als individuell an. „Wir planen kein Standard-Partner-Programm, sondern wollen jeweils eine eigene, vertrauensvolle Beziehung zu unseren Partnern aufbauen“, so Fürst. Es sei möglich, dass der Partner das einzige Gesicht hin zum Kunden bleibe und die Services in das eigene Portfolio integriere.

Erweiterung des Portfolios und der Partnerschaften

Kürzlich kündigte das Unternehmen den Support für Microsoft Azure Stack an: Die Hybrid-Cloud-Lösung soll für Unternehmen aller Größen zugänglich gemacht werden, unabhängig von deren Erfahrung oder Expertise mit Cloud-Lösungen.

Neue Partnerschaften spielen eine wichtige Rolle, um den Cloud-Einstieg für die Kunden einfacher zu machen. So bietet Rackspace seit kurzem zusammen mit dem Systemintegrator Lightstream individualisierte Managed-Microsoft-Cloud-Lösungen an. In der Zusammenarbeit stellt Rackspace individualisierte Tools und Support für die Kunden bereit, die IT-Transformations- und Migrationsservices von Lightstream für Microsoft Azure sowie andere Lösungen auf Basis der Microsoft Private Cloud und Microsoft Productivity Cloud nutzen.

Auf dem Weg zum Plattform-Verwalter

Eine weitere, neue Entwicklung: Rackspace hat gemeinsam mit Pivotal das Angebot „Managed Pivotal Cloud Foundry“ entwickelt. Damit können Unternehmen Cloud-basiert Anwendungen entwickeln und implementieren. Das Unternehmen verwaltet Pivotal Cloud Foundry auf jeder Public oder Private Cloud sowie auf kundeneigener Infrastruktur.

„Managed Pivotal Cloud Foundry ist unser erster Schritt im Bereich Plattform-Verwaltung“, so Brannon Lacey, Vice President of Applications and Platforms Rackspace, bei der Ankündigung. „Dabei handelt es sich um eine Lösung, mit der Kunden schnell Pivotal Cloud Foundry nutzen können, inklusive Support für den Betrieb und proaktivem Monitoring. Auf diese Weise können sich die eigenen Mitarbeiter auf Innovationen konzentrieren, während Rackspace das Backend betreibt.“

Cloud-Security bleibt Fokus-Thema für den DACH-Raum

Der Tag des IT Executive Forums war gleichzeitig der Tag der offiziellen Eröffnung des neuen Datacenters in Frankfurt. „Rackspace erstes Rechenzentrum in Deutschland markiert einen weiteren Meilenstein für unser DACH-Portfolio und spiegelt unsere Investitionen in den deutschen Markt“, so Jeff Cotton, President bei Rackspace. „Dieser Schritt gibt uns die Möglichkeit, unsere Kunden in Deutschland, der Schweiz und Österreich sowie der breiteren EU, die ihre Daten auf dem europäischen Kontinent und innerhalb der EU aufbewahren müssen, noch besser hinsichtlich ihrer Bedürfnisse zu unterstützen.“

Neben der Cloud-Compliance, für die unter anderem der Standort des neuen Rechenzentrums in Frankfurt eine wichtige Rolle spielt, ist es die Cloud-Security, auf die es Unternehmen in Deutschland ankommt. Hier hat Rackspace ebenfalls Erweiterungen vorgenommen.

Das Unternehmen hat kürzlich bekannt gegeben, dass es Splunk-Lösungen in den Bereichen Sicherheit, Compliance, DevOps, Business Intelligence, Application Management und IT Operations nutzt. Konkret wird Splunk Enterprise und Splunk Enterprise Security (Splunk ES) als Grundlage für die Decision Analytics Engine von Rackspace eingesetzt.

Wie Splunk mitteilte, speist der Managed Cloud Provider pro Tag knapp drei Terabyte Daten in die Splunk-Software ein, um Visualisierungen zu erstellen, anomale Aktivitäten zu diagnostizieren und Probleme zu beheben. Im Ergebnis soll eine um mindestens 70 Prozent schnellere Erkennung von Sicherheitsereignissen, eine um mindestens 70 Prozent schnellere Untersuchung von Sicherheitsvorfällen mit hoher Priorität und eine Verringerung der finanziellen Auswirkungen von Sicherheitsvorfällen um mindestens 50 Prozent möglich werden.

Denkt man an die verschärften Meldepflichten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO / GDPR), die die Cloud-Nutzer und Cloud-Anbieter einhalten werden müssen, ist dies ein weiterer wichtiger Schritt, um das Cloud-Business in Deutschland und in der EU weiter anzukurbeln.

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