Klarer Angriff auf Microsoft Postpath will mit Groupwareserver Exchange-Kunden abwerben

Redakteur: Katariina Hoffmann-Remy

Kürzlich gab Postpath die Beta-Version seines eMail- und Collaboration-Servers frei. Das Produkt soll als einziges am Markt weitgehend kompatibel mit Outlook sein. IT-Business sprach mit Eric Dumas, Vice President bei Postpath und Ansprechpartner für Reseller im europäischen Hauptquartier in Bulgarien, über die Partnerstrategie des Unternehmens in Deutschland.

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Eric Dumas ist Vizepräsident bei Postpath und für das EMEA-Geschäft verantwortlich.
Eric Dumas ist Vizepräsident bei Postpath und für das EMEA-Geschäft verantwortlich.
( Archiv: Vogel Business Media )

ITB: Postpath hat den europäischen Markt für Groupware ganz frisch betreten – was kann das Unternehmen in puncto Investitionssicherheit in die Waagschale werfen?

Dumas: Wir haben drei sehr starke Investoren im Rücken. Dies verschafft uns auch in der Zusammenarbeit mit großen Unternehmenskunden ein gutes Standing.

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ITB: Warum investieren Ihre Finanzpartner in Postpath, obwohl der Markt für Groupware schon sehr gesättigt ist?

Dumas: Weil sie von unserer auf Open Source basierenden Technologie und der Flexibilität und Skalierbarkeit des Produktes überzeugt sind. Es gibt heute nur zwei Produkte, die in Unternehmen auf Enterprise-Level erfolgreich eingesetzt werden: das sind Microsoft Exchange und Lotus Notes von IBM. Kein andere Lösung kommt an deren Leistungsfähigkeit heran. Dies spiegelt sich auch in Microsofts Marktanteilen wieder, die bei 80 bis 90 Prozent liegen. Microsoft ist deswegen so erfolgreich, weil dem Produkt mit der Office-Suite eine sehr gute Infrastruktur zugrunde liegt. Der Wert von Postpath liegt darin, dass das Produkt im Zusammenspiel mit Outlook das gleiche tut, wie der Exchange-Server, dabei aber leichter zu administrieren, kostengünstiger und für die Anwender besser zu nutzen ist – zum Beispiel bezogen auf die Postfachgröße. Es ist aus technischer Sicht also vollkommen egal, ob im Unternehmen ein Exchange- oder ein Postpathserver eingesetzt wird. Wir erwarten von unseren Kunden nicht, dass sie ihre Infrastruktur ändern. Wir verursachen auch keine IT-Kosten, weil wir Enduser nicht dazu zwingen, andere Clients einzusetzen. Im Gegenteil: Die Kosten für die zugrundeliegende Hardware-Infrastruktur liegen sogar niedriger. Wir bieten Unternehmen vielmehr eine voll kompatible Alternative zu Microsoft Exchange, mit gleichem Look and Feel auf Anwenderseite. Und auf dieser Ebene haben wir keine Konkurrenz.

ITB: In jüngerer Zeit sind zahlreiche Groupwareanbieter neu auf den Markt gestoßen – auch die weisen häufig darauf hin, dass ihre Lösungen Outlook-kompatibel sind.

Dumas: Die Produkte, auf die Sie abzielen, funktionieren gut bei Unternehmen mit 10 bis 15 Anwendern. Postpath dagegen unterstützt 2.000 und mehr User. Wir kommunizieren mit Outlook genauso wie der Exchange-Server, wir sprechen die gleiche Sprache. Und mit Postpath ist Zero-Change auf dem User-Desktop angesagt. Alle anderen Groupware-Alternativen haben das gleiche Problem mit der Netzwerkkompatibilität, denn Microsoft verwendet ein Protokoll namens MAPI. Dieses ist proprietär und nicht dokumentiert. Es stellt sich das Problem, wie man mit diesem Protokoll kommuniziert. Wir waren in der Lage, dieses Protokoll zu verstehen, indem wir auf die Netzwerk-Aktivität geschaut haben, was ein hochtechnischer Prozess ist. Andere Anbieter haben das eben nicht getan.

ITB: Fassen Sie bitte noch einmal die Vorteile des Produktes zusammen.

Dumas: Das Produkt verringert die Kosten der Administration deutlich und es ermöglicht Usern den Verbleib bei Microsoft mit allen gewohnten Funktionen, zum Beispiel Kalender oder Aufgaben. In der Version 3.0 ist nun auch Active-Sync-Unterstützung enthalten.

ITB: Was kostet die Lösung?

Dumas: Eine 60-User-Lizenz ist für 4.000 Euro erhältlich. In Europa verkaufen wir nicht direkt, wir arbeiten ausschließlich mit Resellern und Distributoren zusammen. Mit Drachenfels aus Pforzheim haben wir einen starken Distributor in Deutschland gewinnen können.

ITB: Ist Postpath an weiteren Resellern interessiert?

Dumas: Ja natürlich! Wir sind in Europa und damit auch in Deutschland in der Startphase und suchen weitere Reseller. Interessenten wenden sich bitte an mich, die Kontaktadresse lautet emea-sales@postpath.com.

ITB: Werden Sie das Produkt auch als gehostete Variante anbieten?

Dumas: Nein, das steht nicht auf unserer Agenda. Wenn ein Reseller die Lösung via Hosting anbieten will, kann er das gerne tun.

ITB: Wenn das Produkt so viel günstiger zu haben ist als Microsofts Groupware, schmälert dies die Marge des Resellers nicht ganz empfindlich?

Dumas: Wir fahren in Europa ausdrücklich eine Reseller- und Channel-Strategie – da ist es uns sehr wichtig, dass diese Partner, auch hinsichtlich der Marge, mit uns glücklich sind.

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